Your choice is my pleasure

Your choice is my pleasure

Ich war mit ein Mietauto unterwegs in Las Vegas als ich am Stadtrand eine dieser überdimensionale Werbeschilder sah.
Ein Anwalt wirbt seine Fähigkeiten mit ernste mine vom Plakat herab und das ganze war in ein Satz zusammengefasst:

Your choice is my pleasure.

Ich fahre weiter, raus aus der Stadt der Lichter und der Spielsüchtige.
Die Highway schlängelt sich durch Wohnsiedlungen aber die Häuser enden abrupt dort wo die Wüste anfängt.
Yuccas und Agaven spielen Dame auf ein Schachbrett von harten Gras der buschweise sich bis am Horizont ausbreitet.
Your choice is my pleasure. Der Satz geistert in mein Kopf und klopft von Zeit zu Zeit an mein Bewusstsein, als wolle er Aufmerksamkeit erregen.
Im Radio läuft ein Werbespot für das Iron Maiden Konzert am Montag. Scheisse es wäre schon geil aber Montag Abend muss ich mein Flug zurück ins „Good old Europe“ antreten.
Der „Your choice“ Satz macht ein erneute versuch und ich gebe mir geschlagen. Ich fahre am Strassenrand und die Reifen wirbeln dabei eine Staubspur aus der Schotter.
Ich schalte das Automatikgetriebe auf Park, stelle den Motor ab und steige aus. Trockene 48 Grad heizen mich auf und lassen jegliche Feuchtigkeit auf meine Haut augenblicklich verdunsten. Ich rucke die Baseballkappe zurecht und zünde mir eine Zigarette an. Ich komme mich vor wie in „Paris Texas“ von Wim Wenders, so wie der Hauptdarsteller wandere ich kurz durch die Wüste.
Your choice is my pleasure. „Ja, ok, also raus damit“ denke ich, oder habe ich es laut gesagt? Egal, es ist sowieso niemand da ausser Hitze und Dreck.
Ich nehme ein Zug und als ich der blaue Dunst hinausblase wird es mir klar:

Ich muss niemanden Willen brechen, ich muss keine in etwas zwingen.
Deine Wahl ist mein Genuss, your choice is my pleasure.

Wüsten Unkraut

Wüsten Unkraut

Mich gibt es noch 😉
Ich war „mal kurz“ knapp 9’000 km westlich von hier zwischen Nevada, Arizona und Kalifornien.
Selbstverständlich war ich in „Sin City“ (auch genannt Las Vegas) aber da war wirklich alles fake, von den Fassaden bis zu den Titten…
Die Wüste fand ich viel interessanter und vor allem ehrlicher!
Der Thermometer zeigte zwischen 44 und 51 Grad draussen und frostige 19 bis 21 drinnen, aber ihr wisst schon, ich mag Extreme 🙂

Unkraut stirbt nie aus 😉