Die zehn Dom Gebote 2

Die zehn Dom Gebote 2

Vor knapp einen Jahr hatte Die zehn Dom Gebote eine ziemliche Resonanz und ich danke euch für alle Kommentare.
Ich bin wieder darauf gestolpert und beim durchlesen habe ich bemerkt das ich es damals ziemlich knapp geschrieben habe.
Ich wäre nicht ich, wenn ich das so stehen lassen würde, also hier eine revidierte Version:

Sei ehrlich:
Ein unehrliche Dom ist das schlimmste was es gibt.

Deine Sub vertraut und glaubt an deine Ehrlichkeit. 
Wenn du unehrlich bist kannst du kein Respekt erwarten und du schwächst deine Position.

Definiere ihre Rolle:
Lege nicht einfach los, überlege genau: was macht aus ihr deine Sub? Sie muss wissen was von ihr erwartet wird.

Benutze Rituale und Abläufe, wie vor dir knien, um eine Kontinuität einzubringen. 

Sei dabei:
Eine Sub wird nicht immer gleich unterwürfig sein, sondern mal mehr und mal weniger.

Erwarte nicht das sie sich jederzeit vor deine Füsse wirft. Damit sie ihre Unterwürfigkeit ausleben kann, braucht es deine Dominanz.

Achte auf sie:
Sie ist dein grösstes Gut, jemand der dir Freude bereiten will wie sonst keine.

Achte auf ihr wohl, körperlich und geistlich. 
Dazu gehört auch ihre Grenzen zu respektieren und ein „Stop“ ohne wenn und aber folge zu leisten. 

Stecke erreichbare Ziele:
Sie will es richtig machen und zu deine Dienste sein. Unrealistische Ziele werden sie daran zweifeln lassen ob sie es jemals richtig machen wird. Sabotiere nicht ihr Enthusiasmus und Wille mit unerreichbare Ziele.

Erlaube Fehler:
Die perfekte Sub gibt es nicht, sie wird Fehler machen und das gehört dazu.

Auch wenn sie mit Herz und Seele dabei ist, sie wird ab und zu scheitern.
Helfe ihr die Fehler zu erkennen und zeige ihr wie sie sich verbessern kann.
Sie will es für dich machen, sei also ein gute Lehrer.

Bestrafe sie:
Fehler zu machen ist menschlich. Fehler aus Missmut, Trotz, Faulheit oder Unaufmerksamkeit zu begehen müssen aber bestraft werden. 

Sag ihr klar und deutlich warum sie bestraft wird damit sie solche Fehler in Zukunft vermeiden kann.

Sag ja:
Sag ja wenn sie nach eine erfolgreich erledigte Aufgabe etwas verlangt. Sag ja wenn sie ein oft wiederholte Fehler plötzlich weglässt. Sag ja wenn sie mit ihren Wille und Hartnäckigkeit voran kommt. Sag ja weil manchmal ist auch für sie schön ein „ja“ zu bekommen.

Sag nein:
Nicht nein zu sagen ist schlimmer als nicht ja zu sagen. Sie muss wissen wo die grenzen sind und vor allem sie will dich verstehen.

Sag nein damit sie merkt das du entscheidest.

Fordere sie:
Je mehr sie lernt, desto besser wird sie ihre Rolle einnehmen. Rituale und Abläufe geben ihr Sicherheit aber eine Überraschung, eine Abweichung in ein Ablauf werden sie fordern und sie wird dadurch noch besser.

Belohne sie:
Wenn sie etwas gut macht lass sie spüren das du stolz auf sie bist. Deine Freude ist ihre Freude.

Sei ein Freigeist:
Lass dich nicht von andere vorschreiben was und wie du als Dom agieren sollst.

Es gibt keine Rezepte und auch keine Bibel dafür. Mach was dir und ihr passt.
Erforsche deine und ihre Lust, frei von Vorurteile und von Zwänge.

 

Die aufmerksame unter euch haben durchgezählt und bemerkt das es nun zwölf Punkte sind.
Es bleiben die zehn Dom Gebote, im sinne von in Stein gemeisselt, ganz egal wieviele es tatsächlich sind.

Beides

Beides

„Guten Tag, ich hätte gerne ein Eiscreme.“
„Erdbeere oder Schokolade?“
„Beides bitte.“

Uhm, feines Eiscreme aber nach was schmeckt es denn?
Oben nach Erdbeere, unten nach Schokolade aber wenn man häufig mit der Zunge über beide Sorten wechselt, wird es nach eine Weile ein undefinierbare Geschmack sein.
Beide Sorten an sich sind lecker aber wenn man sie vermischt ist es eher verwirrend für unsere Geschmacksknospen.
Dafür gibt es aber eine sehr einfache Lösung, man geniesst die Sorten getrennt, nacheinander.
Plötzlich merkt man das es echte Erdbeeren verarbeitet wurden und das die Schokolade aus feinster Schweizer Fondant hergestellt wurde.
Mit beide Sorten zusammen hätte man sowas nie herausgeschmeckt.

Klingt doch einleuchtend aber was will ich damit sagen, ausser das ich Eiscreme mag?
Manche ahnen es schon und es ist sicher keine Überraschung: BDSM, genauer gesagt das DS in der Mitte.
Es gibt dominante und unterwürfige, das weiss jeder der auch nur aus Interesse in Wikipedia danach gestöbert hat.
Es gibt aber auch Switcher, solche die beide Seiten geniessen. Ein „Switch“ ist übersetzt ein Schalter (für Fachleute: ein Umschalter) und somit können diejenigen die Rolle nach belieben umschalten.
In mein letzte Beitrag habe ich geschrieben das „ich Switcher nicht ein besondere Stellenwert zuteile“ und das hat ein gewisses Echo erzeugt.
Ich möchte das ein bisschen vertiefen weil Switchen ist nicht gleich Switchen.

Es gibt Switcher die ihre Rolle partnerbezogen Wechseln: Mit X ist sie/er dominant, mit Y unterwürfig.
Es gibt aber Switcher die mit der gleiche Partner die Rolle tauschen, manche sogar während ein Spiel.
Ich finde das ist ein fundamentale unterschied der aber generisch unter der Begriff „Switcher“ abgetan wird.
Schade eigentlich, denn diese zwei Sorten Switcher ticken grundverschieden.
Ich nenne sie jetzt Partner-Switcher und Laune-Switcher damit eine klare Trennung möglich ist.

Ich kenne Partner-Switcher aus erster Hand (Wortwörtlich…) denn ich bin mit eine in einer Beziehung.
Die unterwürfige die ich kenne ist aber mit andere eine gnadenlose und genüssliche dominante.
Sie würde aber nie wagen, ich glaube sie denkt nicht mal daran bei mir diese Dominanz auszuleben. Nicht weil ich sie dazu zwingen würde, sondern weil sie das so will.
Diese bewusste Entscheidung und die damit verbundene Trennung macht es möglich das bei ihr das Kopfkino angeht wenn sie nur eine E-Mail von mir bekommt.
Sie kann die zwei Rollen voll geniessen weil sie nicht ständig hin und her umschalten muss.

Was ist aber wenn ein Switcher sich schon den ganzen Tag freut auf ein dominanter Abend, und wenn er nach hause kommt findet seine Partnerin auf ihm wartend und mit der Peitsche in der Hand? Kopf-Koitus-Interuptus?
Natürlich könnte man sich vorher verständigen oder Tage vereinbaren.
Was ist aber wenn mitten im Spiel und kurz bevor der Unterwürfige ins Subspace abdriftet, der Dominante sagt „Jetzt bist du dran!“ Manche Subs sind schon ausgeflippt bei sowas…
Ich hab keine direkte Erfahrung mit Laune-Switcher aber ich stelle mir das kompliziert und irgendwie inkomplett vor.
Dieser ständiger Wechsel zwischen Erdbeere und Schokolade kann doch nur verwirrend sein.

Kalendersprüche

Kalendersprüche

Wer SM noch nie ausprobiert hat, kann SM auch nicht verstehen.
Ein guter Dom muss zuerst die Sub-Seite erleben. Das sind nur einige „SM-Weisheiten“ die ich oft höre (heimlich warte ich auf ein altmodische SM-Kalender mit entsprechende Kalenderprüche…).

Was ist aber dran an solche hartnäckige pauschale Aussagen?
Ich war doch auch mal „Vanilla“ bevor es mit SM los ging. Was habe ich damals über SM gedacht?
Und habe ich meine Dom-Karriere“ ruiniert indem ich mir nie mein Arsch habe versohlen lassen?

SM ist sicher nicht ein beliebte Grillparty Thema, eher wird es wie Homosexualität durch den Kakao gezogen.
„Sonst hole ich mal die Peitsche“ ist eine häufig verwendete Redewendung um Druck auszuüben die aber selten wortwörtlich verstanden wird, und fast immer mit irgend ein Lachen quittiert wird. Nichts desto trotz jeder stellt sich etwas dabei vor. Für die meiste wird es wohl eine karikaturartige Figur die eine Peitsche knallend schwingt.
Für einige andere wird es aber der eigene Kopfkino ankurbeln, obwohl die noch nie ernsthaft ein einzige Gedanken an SM verloren haben.
Die Neigung klopft leise an und wird dabei bestimmen welcher Rolle der- oder diejenige in der Kopfstreifen spielt…
Also in wesentliche ist SM schon zu diesen frühe Zeitpunk klar: es geht um Macht und in welcher Rolle man spielen würde.
Ich denke also, jemand der an der Schwelle zur SM steht hat schon eine ziemlich klare Vorstellung in welcher Richtung seine Gedanken sich bewegen werden.
Für mich ist der Kalenderspruch falsch und sollte eher lauten „wer keine Neigung hat wird es schwer haben SM zu verstehen“.

Und was ist mit den Dom die angeblich als Sub-Azubi die Gesellenprüfung ablegen sollen?
Nun ja, wer mich kennt (oder hier folgt) weiss das ich nie unterwürfig war und auch das ich Switcher nicht ein besondere Stellenwert zuteile.
Nichts gegen das Switchen an sich, wer das mag soll sein Plausch haben. Ich denke aber das durch das Switchen die Feinheiten der Machtgefälle zerstört werden.
Bei klar und beständig definierte Rollen wird das Machtverhältnis kultiviert und gepflegt in eine Art und Weise die sonst nicht möglich wäre.
Ich verstehe aber wenn die Argumentation dahin zielt das man somit die andere Seite verstehen kann. Ich verstehe es, ist aber nicht für jeder der einzige Weg als Dom.
Meine Meinung nach, ein guter Dom ist eine der eine Sub lesen kann, der weiss die Reaktionen richtig zu interpretieren, der genug Empathie hat um zu verstehen was im Kopf und Körper der Sub vorgeht. Im weiteste Sinne ich erlebe die andere Seite bei jeder Begegnung mit eine unterwürfige oder devote, und das ohne die Seite zu wechseln.
Es gibt natürlich aber auch stumpfsinnige Dom Exemplare. Ob aber eine Seitenwechsel der erwünschte Erfolg mit sich bringt, mag ich in solch ein fall zu bezweifeln…