Wie ist es Dom zu sein?

Wie ist es Dom zu sein?

Wie ist es Dom zu sein?

Diese Frage wurde mir gestern per E-Mail zugeschickt. Abgesehen davon das der Typ der mir diese E-Mail geschickt hat zu der Sparte Menschen gehört die ich am liebsten ausrotten würde*, die Frage hat mich beschäftigt.

Super. Dom zu sein ist super. Ich kann ausleben was mir gefällt und ich geniesse es.
Am Anfang war es berauschend weil… Ja wieso eigentlich?
Ich denke am Anfang ist es so berauschend weil es ist was neues, befreiend und befremdend zu gleich. Es ist wie wenn man lernt Fahrrad fahren. Jemand hält das Fahrrad, du trampelst los und am ende der Strasse merkst du das gar keine das Fahrrad mehr hält.
Das ist dieses „Wow! Das war ich, ich alleine!“
Am Anfang ist ein Machtgefühl, ein egoistische „Ich kann das“.
Wie naiv ist diese Denkweise… Du kannst ein scheiss! Du hast nur Glück gehabt jemand zu treffen der das gestattet, der dir die Hand gereicht hat und dich herausgefordert hat. Bis du merkst das es nicht physisches ist.
Das ist die Ernüchterung: es ist etwas viel tiefgründiger und complex und du hast noch kein Schimmer wie die Reaktionen zustande kommen.

Wie ist es ein Dom zu sein?

Dom zu sein ist langweilig… Du brauchst Geduld, um herauszufinden was dich anmacht, was dich innerlich grinsen lässt, bis du erkennst das nicht was du machst sondern wie sie darauf reagiert dein Schalter umlegt.
Egoismus lässt nach und Empathie klopft an…
Das ist eine neue Dimension der Lust, ein zweite Wow-Effekt, du versuchst das aus ihr heraus zu kitzeln, wobei das kitzeln durchaus grausam sein darf…
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn du merkst (hoffentlich) das dein Kopf entgegen der verbreitete Meinung, doch mehr Blut benötigt als dein bestes Stück. Es braucht kein Psychologiestudium, eher Beobachtungsgabe und Verstand zu begreifen welche Reaktion du geil findest und wie du sie hervorrufen kannst.

Wie ist es Dom zu sein?

Dom zu sein ist geil denn du hast den „Trick“ gelernt und du kannst gut damit umgehen. Manchmal denkst du nach und du ertappst dich manipulativ zu wirken, es ist aber keine bösartige Version davon.
Du geniesst es immer wieder aufs neue sie erröten zu lassen, ihr die Sprache zu verschlagen und die Konsequenzen davon. Du weisst sie macht das weil sie dich lächeln sehen will, weil ihr gefällt was dir gefällt.
Was ist denn der Trick? Es hat lange gedauert bis du bemerkt hast das Respekt ist alles was es braucht. Gegenseite Respekt für die Person, die Bedürfnisse und die Sehnsüchte. Es ist diese Respekt der die Tore des Vertrauens öffnet und all die ursprüngliche Gefühle raus lässt, ohne Angst zu haben dadurch verurteilt zu werden.

* Die Frage war spöttisch und definitiv nicht freundlich. Jemand der definitiv nicht begriffen hat, und wohl nie verstehen wird, was eine BDSM Beziehung ausmacht.

Respekt

Respekt

Wow! Lady du siehst klasse aus in den Kleid!“
Sie dreht sich um und lächelnd bedankt sich beim Bauarbeiter auf dem Gerüst.

Es klingt unglaublich, oder? Ist es auch denn die Sprüche die von der Baustellen herabregnen klingen meistens anders.
Bauarbeiter und Handwerker sind aber nicht die einzigen. Krawatten träger die abends vor dem Bildschirm sitzen und die einschlägige Foren besuchen sind keineswegs kultivierter in Umgang mit Frauen. Rap und die entsprechende Gang-Image die vermittelt ist auch nicht gerade ein pädagogische Paradebeispiel.
Ich weiss, Ego und Testosteron vermischt ergeben ein ziemlich hohe Selbstmeinung aber damit es klar ist, „Hey Bitch, willste mal geil ficken?“ ist keine Anmache sondern einfach nur primitiv, egal ob derjenige der solch ein Satz rausbrüllt ein Sexgott ist.
Ich hatte schon über mein kleine Experiment in Freiwild berichtet, ich glaube aber ich muss es so formulieren das auch Intelligenzallergiker und Öko-Gehirn-Benutzer es verstehen können.

Liebe Forum-Benutzer, Inserat-Aufgeber, Schnell-Sex-Suchende,

Dein Schwanzbild als Portrait zu setzen ist nicht die beste Visitenkarte. Keine der Frauen auf der andere Seite der Leitung wird in Ohnmacht fallen oder sich blitzartig ausziehen um vor dein Bild zu masturbieren. Vielmehr wird sie etwas sehen das sie schon mehrmal gesehen hat und dabei denken das du eine feige Wurst bist, die kein Mumm hat sein Gesicht zu zeigen. Wenn du aus gegeben Gründe dein Antlitz nicht publik machen willst, benutze doch eine Blumenwiese als Profilfoto. Ich garantiere dir das du damit mehr Erfolg haben wirst.

Nun hat eine Sie auf deine Chat-Anfrage geantwortet. Ich gratuliere, sie hat wohl dein Schwanzbild übersehen…
Obwohl in ihr Profil steht das sie Devot ist, ist das kein Grund sie zu behandeln wie Dreck die man aus der Schuhsohle kratzt. Verwechsle nicht Devot mit Willenlos, sie wird nicht alles für dich machen nur weil du sie ansprichst. Ohren und Augen sind sehr nah am Gehirn (ja, das Ding zwischen den Ohren) und sie wird schnell merken das du sicher nicht die Krönung der Evolution darstellst.
Ich verrate dir aber an dieser Stelle ein kleines Geheimnis: Du wirst es nicht für möglich halten aber Sympathie spielt bei Devoten eine ziemlich grosse Rolle. Aber hey, nicht weitersagen!

Ok, du hast sie mit Copy-Paste Prosa aus Internet-Ratgebern überzeugt zu ein Treffen.
Ich hoffe hinständig das sie dich verarscht, zuhause bleibt und sich stattdessen Romance-TV satt reinzieht…
Ich glaube zwar nicht das du im Realleben so auftrittst wie im Internet aber versuche zumindest peinliche Situationen, wie ein Glas Bier über den Kopf geschüttet zu bekommen, zu vermeiden. Sie mag ein geiles Stück zu sein, sie ist aber nicht dein geiles Stück. 
Ich weiss, es ist für dich schwer nachzuvollziehen das andere doch etwas im Schädel haben und, so überraschend wie es sich anhört, die meisten können es auch benutzen. Nichts desto trotz, es wäre angebracht die verkümmerte letzte Synapsen doch wachzurütteln um Sätze aussprechen zu können die nicht mit „Hey“ anfangen und folgende Worte nicht beinhalten: Fickfleisch, Fotze, Schlampe, Nutte, Buckstück, na du weisst was ich meine.

Respekt scheint aber heut zu tage ein rares Gut zu sein und es wurde offenbar auch nicht gleichmässig verteilt…

glückskatze

Glückskatze

Meine Katzen folgen mich auf’s Wort.
Ich höre schon das amüsiertes Gelächle…
Dann sehen sie es und fragen mich ob ich die Katzen dressiert habe.
Nein, nicht alles lässt sich trainieren…

Ich bin kein Katzenflüsterer, ich beobachte wie die interagieren und setze meine Erkenntnisse ein. Ich werde kurz gesagt von meine Katzen als sehr grosse Kater gesehen und ich musste mir ihren Respekt verdienen.
Nicht nur Futtern und ab und zu streicheln, das reicht bei weitem nicht.
Ich bin der Beschützer, der Schlichter wenn es kracht, ich steh bei wenn es ein nicht so gute geht, ich spiele mit den.

Erstaunlicherweise werde ich nicht belächelt wenn ich sage das ich Dom bin und das meine Kleine auf’s Wort folgt. Erstaunlicherweise, denn bei Katzen ist es einfacher…
Bis ein Mensch sich freiwillig unterordnet (und es ist nicht abwertend gemeint) braucht es definitiv mehr als ein paar Streicheleinheiten und ein bisschen spielen.
Die Interaktion ist wesentlich komplizierter und vielschichtiger und wer jetzt erwartet das ich mein Geheimrezept preisgebe, ist genau richtig:

Beachte und Achte

Ist das alles? Im Grunde ja.
Manche versuchen es mit selbstbewusstes Auftreten und ein bestimmte Ton, vergeblich.
Andere haben Internet Pseudo-Psychologie Bücher gelesen, solche wie „Wie kriege ich sie rum in 10 Minuten“, vergesst das…
Das erste Schritt, liebe Dom, ist das einfachste und schwierigste zugleich: hört zu.
Aber nicht wie ihr sonst macht, also nach 30 Sekunden auf Durchzug schalten…
Es mag sein das sie dich attraktiv und sexy findet aber wenn du ‚was falsches sagst… (und ja liebe Dom, das passiert öfter als du denkst…)
Ok, zuhören ist doch leicht, sagst du jetzt aber…
…ich meine richtig zuhören. Nicht oberflächlich mitnicken.
Hör die genau an was sie sagt und wie sie es sagt. Wenn du ein bisschen kombinieren kannst wird sich ein neues Bild der Frau die vor dir steht aufmachen. Unglaublich, nicht wahr?
Jetzt verstehst du plötzlich wie eine kleine Nuance im Ton, den gesprochene Wort ein anderen Sinn ergibt. Mit ein bisschen Übung wirst du auch erfahren wie sie denkt.
Doch nicht so einfach…
Du kannst dich aber auch zuerst mit Katzen befassen um deine Sinnen zu schärfen 🙂

Das zweite Schritt fällt manche schwer: respektiere sie.
Du hast gerade deine Katzen Übungen erfolgreich abgeschlossen und du weisst jetzt das sie unterwürfig ist. Nun, sie ist unterwürfig aber nicht dein Sex-Objekt!
Behandle sie entsprechend, gehe auf ihre Bedürfnisse ein.
Sie will eine starke Hand? Dann sei stark. Sehnt sie sich nach Dominanz? Markiere deine Präsenz.
Reisse sie nicht an dich, öffne deine Arme und lass sie auf dich zukommen.
Sei der Fels in der Brandung, ihr Refugium.
Ich weiss, Geduld ist eine mühsame Tugend… Eine die sich aber lohnt.
Was ist besser? Die Katze die zu dir kommt und auf dein Schoss liegt oder die die nach 10 Sekunden abspringt wenn du sie hebst?

Ich wünsche viel Erfolg, Geduld und nicht zuviel Katzenverschleiss 🙂