Extremsport

Extremsport

In ein BDSM-Forum wurde eine These aufgestellt:
„BDSM ist durch Ethik und Moral domestizierte physische und psychische Aggression/Grausamkeit.“

Ich will jetzt nicht eine Abhandlung bespickt von medizinische Begriffe niederschreiben oder eine Dissertation über die menschlicher Psyche tippen, eine Differenzierung ist aber angebracht.

Wenn man BDSM betrachtet gibt es zwei Sichtweise.
Aussenstehende nehmen das Sichtbare wahr und das ist nunmal bei BDSM leicht als aggressiv, brutal und grausam zu erkennen. Die Eingeweihte wissen aber das dies alles nur Mittel zum Zweck ist. Es geht nur darum Freude zu haben, im sinne von Freude geben und nehmen.

Ok, soweit so gut, das beantwortet aber nicht die Frage: ist es Aggression und Grausamkeit eingeschränkt durch eine Hülle von Ethik und Moral?
Wenn Domestizierung heisst sich gewisse Regeln und Grenzen unterzuordnen dann sind wir alle irgendwie Opfer der allgemeine Domestizierung. Schliesslich haben wir alle gewisse Regeln zu befolgen und Grenze zu respektieren, von soziale Konventionen bis zu ethische Grenzen.
BDSM ist keine Ausnahme, auch wir haben Grenzen die durch ethische und moralische Werte bestimmt werden, nur die Messlatten haben bei uns andere Massen.
Unsere Definition von Ethik und unsere Moralwerte weichen ab von denen der Gesellschaft und es wird immer problematisch sein diese zu vergleichen.

Ok aber was ist nun mit der Aggressionen?
Ausschlaggebend ist die Motivation. Wieso mag ich Dom zu sein? Was ist der Reiz an Sadismus? Sicher nicht das ich meine Aggressionen freilaufen kann…
Es geht nicht um egozentrische Selbstempfindungen sondern um die Interaktion mit der Sub.
Nicht das Schlagen oder Schmerzen zufügen an sich bereitet Freude sondern die Reaktion der Sub darauf. Es ist kein „Ich“ zentriert Handlung sondern ein weiterleiten von Emotionen zwischen Dom und Sub und zwar in beide Richtungen.

Mit BDSM leben wir ein alternative Modell aus, manche aus antikonformistische Gründen andere ganz einfach weil sie es geniessen.
Wenn andere sich ein Adrenalin-Kick holen indem sie von eine Brücke springen, lassen sich manche Masochisten die Haut durchbohren, an der Decke hängen und geniessen ein Endorphin Rausch. Wieso ist es mutig Bungee zu betreiben aber pervers SM zu praktizieren?
Schlussendlich streben wir nur nach Gefühlen und Emotionen die man sonst nicht so einfach bekommt und das ist für die Allgemeinheit strikte zu extrem.
Wir sind die Extremsportler der Sex und wie bei alles was extrem ist, werden wir manche „ach du Scheisse“ Reaktionen ernten und auf Ablehnung stossen. Das gehört dazu.

Weiblicher Masochismus ist Kollaboration 2

Weiblicher Masochismus ist Kollaboration (2)

Es ist schon eine Weile her seit ich Weiblicher Masochismus ist Kollaboration! publiziert habe.
Ich habe sehr viele Kommentare, neben die sichtbare auch eine Menge E-Mails.
Ich will jetzt nicht alle zitieren aber die meisten e-mail waren nicht gerade schmeichelnd…
Ich bin betitelt und beschimpft worden, ich habe aber eine dicke Haut 🙂
Da es nicht viel bringen wird wenn ich etwas dazu äussere (ich bin ja männlich und dominant) habe ich eine weibliche und unterwürfige Aussage ausgesucht:

Der Wunsch nach Unterwerfung ist keine Absage an die eigene Freiheit oder die Emanzipationsidee. Genau sowenig ist er als Bestätigung des Patriarchats zu verstehen oder als Einwilligung in die perverse Misshandlung von Frauen.

Aus „Lust an der Unterwerfung – Frauen bekennen sich zum Masochismus“, Sina-Aline Geissler.
ISBN 3-453-05233-1,

Weiblicher Masochismus ist Kollaboration!

Weiblicher Masochismus ist Kollaboration!

Das hat mal die prominente Feministin Alice Schwarzer gesagt.
Eine Frau die sich unterwirft entspricht doch alle altgebackene Rollen-Klischees, das sie es noch freiwillig macht, ist Hochverrat der feministische und emanzipatorische Bewegung!
Und da kommt noch ein Hollywood streifen und verharmlost das ganze noch…
Ich weiss nicht woran sich Frau Schwarzer am meisten gestört fühlt: das die Frauen sich unterwerfen oder das sie es freiwillig machen?

Frau Schwarzer,
Sie haben sehr viel für die Frauen-Emanzipation getan, sie sehen aber aus ihre Perspektive ein verzerrtes Bild.
Vergleichen sie nicht die weibliche Unterwürfigkeit bei SM mit Patriarchat oder die traditionelle Rollenverteilung denn sie haben nichts gemeinsam.
Emanzipation entsteht doch gerade erst durch die Möglichkeit, frei und ohne ethischen Druck, ohne ein Rollenverhalten zu entsprechen und frei von jegliche gesellschaftliche Doppelmoral, die eigene Vorlieben zu wählen. Egal ob es dabei um Blümchensex, Homosexualität oder SM geht.
Um das geht doch bei der Emanzipation: frei wählen zu dürfen.

männer

Männer sind kompliziert

Für’s Bett, zum lieben oder zum zeigen? Was nun Männer?

Ihr denkt Frauen sind kompliziert?
Männer sind es auch, vor allem wenn es um Beziehungen und Partnerschaften angeht. Manche Männer stehen auf dicke Ärsche, würden die Frau Ihren Begierde aber nie öffentlich zeigen. Andersrum manche gehen mit Bimbos aus, würden aber nie eine ernsthafte Beziehung mit so ein Püppchen eingehen.
Wie viele getrauen sich nicht die Partnerin den eigene Eltern zu präsentieren weil sie einfach nur eine geile Schnitte ist? Gut für’s Bett aber nicht salonfähig. Warum ist es schlimm eine dicke Freundin zu haben?

Es ist doch erstaunlich was unsere Freunde, die Gesellschaft und moralische Werte in uns bewirken.
Diese “ich liebe es aber das geht gar nicht” Gedankengut der das Leben so kompliziert macht.
Wie viele leben eingezwängt in eine Rolle die eigentlich nur ein künstlicher Konstrukt ist, gemacht um gefallen oder angepasst zu erscheinen?
Es muss echt frustrierend sein, sein wahres ich ständig hinter Gutbürgerlichkeit oder Machismus zu verbergen…

Das was euch gefällt ist nicht gut genug für euere Freunde? Ist es nicht eher umgekehrt?
Was ist euch wichtiger, zufrieden zu sein oder eure Eltern zufrieden zu stellen?

Männer, steht zu was euch gefällt!

moral

Vertreter der Moral

Wer sich in SM-Kreisen bewegt hat es sicher schon mindestens einmal gehört: wir leben andere Moralwerte aus.
Frauen lassen sich schlagen mit ein Lächeln ins Gesicht, Männer unterwerfen sich mit Freude und die Gerte ist Gesetz.
Ja, wir entsprechen nicht der klassischen Familienmodell oder Partnerschaft…

Wenn ich mich aber umschaue, mit mühe finde ich diese hochgelobte Werte.
Die Scheidungsrate ist so hoch wie noch nie, Kinder schlagen ihren Eltern, die Eltern interessieren sich nicht für die Kinder, es wir Randaliert bei jeder Gelegenheit, Musik vom Internet runterladen wird härter bestraft als Pädophilie, alle Bürger sind potenzielle Kriminelle die überwacht werden sollen, …
Das schlimme dabei ist das alle nicken und mach brav mit.

Sind wir die einzige die überhaupt noch irgendwelche Werte vertreten?
Was ist denn so falsch Beziehungen auf Ehrlichkeit und blindes Vertrauen zu bauen, an Richtlinien zu bewahren, an Verfehlungen zu bestrafen?
In unsere Kreise werden die Moralwerte von fall zu fall anders definiert oder interpretiert aber wir halten uns daran.
Liegt es daran dass wir das freiwillig eingegangen sind oder ist es eher Charakterstärke?