ICD-10-GM F65.5

Krank (ICD-10-GM F65.5)

Wir sind alle krank.
Das sagt die WHO (Welt Gesundheits Organisation) in ihr „International Classification of Deseases“. Also bitte, es kommt nicht von irgendwo her, das sind doch Studierte.
Eine Schande das Dänemark und Schweden dies nicht glauben…
Das ich, wie viele andere auch, mich umsorglich um eine andere Person kümmere, ihre innigste Gedanken achte und jeder noch so kleine Geste registriere ist doch krank.
Und das diejenige alles noch freiwillig mitmacht bezeichnet eindeutig ihre eigene Krankheit.
Wie kann man nur daran denken das dies alles gesund sein kann?
Soviel Achtung zu schenken und sogar alle Aktivitäten nach ein einfaches Wortlaut zu stoppen zeigt doch ohne Zweifel wie skrupellos und dreist diese Krankheit uns gefügig macht.
Unterschwellig und schleichend macht uns der SM-Bazillus emphatisch, ohne das wir etwas dagegen tun können. Es wird verzweifelt ein Mittel gesucht das uns endlich wieder zum alltägliche Egoismus führen kann, bis heute aber vergeblich.
Sein innere preiszugeben, seine Gefühlen ungefiltert zu teilen könnte sogar noch ansteckend sein. So viel Ehrlichkeit und Direktheit könnte verheerender Folgen für ganze Landstriche.
Was besonders hinterlistig and diese Pandemie ist das sie meistens hinter geschlossene Türe stattfindet. Nichtahnende Bürger wohnen vielleicht schon seit Jahren Seite an Seite mit ein infizierte Paar ohne es zu wissen. Im öffentlichen Leben sind diese Kranke nicht zu unterscheiden und somit sind Kontakte unvermeidlich.
Zahlreiche Studien wurden geführt um Ursprung und Verlauf diese Krankheit zu dokumentieren.

Nun genug Sarkasmus…

Wir sind alle krank, wenn wir nur im entfernteste solch ein Mist Achtung schenken!

Monolog

Monolog

Hallo, ich bin’s nur.
Ja ich weiss, ich bin eine von „denen“… Ist das ein Problem?
Krank? Nein, nein, mir geht es gut, danke der Nachfrage.
Wie bitte? Also entschuldigen Sie mal… Was ich im Bett mache ist doch Privatsache!
Sie wollen doch auch nicht ihr Sexleben preisgeben…
Ja klar habe ich eine Peitsche bei mir zuhause.
Mögen Sie Bier? Dann haben Sie sicher ein paar Flaschen im Kühlschrank.
Sehen Sie? Wenn sie was mögen, haben sie es auch bei Ihnen zuhause…
Manche mögen Bier, andere die Peitsche, so einfach ist das.
Nee, die sind auch nicht krank. Es scheint mir das sie sich sehr um die Gesundheit andere sorgen. Sind Sie Arzt?…
Pervers? Wissen Sie was pervers ist? Vor der Glotze „der Bachelor“ anzuschauen ist pervers…
Ja, ich frage mich auch wo diese Gesellschaft hin geht, ich glaube aber kaum das meine Peitsche daran schuld ist.
Ich wünsche Ihnen auch ein schönen Abend.

Männer, was ist los?

Ich hab Privatefemdom Blog “Die Dreier-Regel und andere Fragezeichen” gelesen.
Kurz davor hat mir eine Freundin ähnliches berichtet und ich frage mich langsam was mit der Männer los ist…
Ich gehöre ja auch zu der Spezies aber (glücklicherweise) bin ich nicht von dieser Krankheit betroffen.
Es muss ein ganz schlimme Virus sein der die Gehirnmasse schrumpfen und dafür anderes aufschwellen lässt…

Wie meine Freundin sagte “…wie geile Teenager…” stürzen sich solche Männer (darf man die so nennen?) auf Frauen ohne wenn und aber. Zugegeben es gibt ja Frauen die ein Vergewaltigung-Fetisch haben, die schätze ich aber als Minderheit.
Wenn man noch das Ganze mit der ominöse Drei-Date-Regel entschuldigt dann wird es grotesk!

Zuviel Pornos gekuckt und der Bezug zur Realität verloren?
Auf dem Niveau von Bravo-Leser stecken geblieben?
Entweder sind diese Herren überzeugt das alle Frauen Schlampen sind oder die waren aufs Klo als Gott das Einfühlungsvermögen verteilte…
Erschiesst mich bitte wenn ich so wird!

Ich sag ja nicht das man ein Psychologie Doktor Titel benötigt aber ein bisschen Empathie (Für die Bravo-Leser: sich im andere hineinversetzten können) ist ja nicht so schwer.
Und kommt mir bitte nicht mit “du unterwirfst und demütigst Frauen” denn es gibt ein kleine aber feine Unterschied: bei mir machen es die Frauen aus freien Stücken!
Die Hand unter ein Rock zu schieben, obwohl ein bestimmte “Nein” ausgesprochen wird, ist respektlos, feige und primitiv!

Eine Frage der Image

Trotz Romane und Filme die das Thema ansprechen, BDSM wird immer noch von der breiten Masse verteufelt und angeprangert. Warum so ein schlechte Image?

Wir haben Vorlieben die nicht alle teilen aber das passiert zwischen erwachsene Personen, auf freiwillige Basis und hinter geschlossene Türen.
Wieso wird also auf uns mit der Finger gezeigt?

Meine Meinung nach gibt es zwei hauptsächliche Gründe dafür:
A) Die Gesellschaft tendiert dazu anders denkende zu verurteilen. Das scheint seit Anbeginn der Zeit so zu sein.
B) Man weiss nicht genau was bei uns zuhause abgeht, also es wird fantasiert.

Das führt zu sehr Paradoxe Situationen im Alltag…
Neulich bei der Arbeit, während der Mittagspause, wurde das Thema “Fifty shades of Grey” angeschnitten.
Nicht ich habe damit angefangen aber ich wurde schnell nach meiner Meinung gefragt.
Da ich das Film nicht gesehen habe, habe ich relativiert dass ein Hollywood Streifen kaum die Realität entsprechen kann.
Im laufe der Diskussion sind alle mögliche Kommentare durch den Raum geflogen: von “das sind doch alle Perverse” bis zu “wie krank muss man sein…”.

Ich habe innerlich gegrinst, wenn die nur wussten…
Ich habe aber eine einfache Frage gestellt die zur Unruhe gesorgt hat: “Wie fickt denn ihr zuhause?”
Die Reaktion auf diese Frage liess nicht lange auf sich warten: “Das geht niemanden etwas an was ich zuhause mache!”
Daraufhin hackte ich nach “Und wieso geht uns was an was BDSM Anhänger wohl machen?”
Die Runde wurde schon wesentlich ruhiger…
Ich legte nach: “Wer von euch kennt jemand der BDSM praktiziert?” Alle verneinten.
“Wie viele unsere Arbeitskollegen könnten wohl mit BDSM zu tun haben?”
Nur eine antwortete mit “Keine”, zwei haben gewitzelt über eine der Chefs.
“Ich nehme an das keine von uns würde je erkennen ob sein Tischnachbarn eine ist…” sagte ich.
“Wenn jemand SM praktiziert, wird er oder sie es kaum herum posaunen und es interessiert mich auch nicht was die in den eigene vier Wänden veranstalten…” Die Runde nickte zu.
Dann habe ich auf ein Kollege gezeigt “Vielleicht bist du eine!” er lächelte nervös “aber das ändert nichts daran das wir uns sehr gut verstehen”, die Erleichterung war sichtbar.
“Vielleicht sind wir die einzige hier die es nicht machen… Ich weiss es nicht…” Erstaunte Gesichter…
“…und auch wenn eine von uns so tickt, was macht das für ein Unterschied?…”

Ich habe wohl nicht alle überzeugen können aber die Diskussion wandte sich plötzlich anderweitig.

Also, wenn du das nächste mal in eine Menschenmenge bist, schau um dich herum. Wie viele Dom, Sub, Sadisten und Masochisten wirst du um dich haben?
Und viel wichtiger: macht diese Tatsache aus denen schlechtere Menschen?
Ich denke nicht. Und ich bin mittendrin :-)

Fifty Shades of Dan

Ein Phänomen, eine Sensation, ein Publikumsmagnet. Das hat die Presse über den Film geschrieben.

Ich habe den Film nicht gesehen, dafür alle drei Bücher gelesen.
Ich sehe schon manche der Kopf schütteln: “Du hast Fifty shades of Grey gelesen?!?!”
Ja, habe ich. Ich wollte wissen was das ganze Hype sollte.

Nun, mein Fazit:
FSoG kann man nicht in eine vorgefertigte Schublade stecken, es ist viel komplexer als man auf dem ersten Blicke denken kann.
Es ist ein Schundroman, ganz klar. Junge Naïve verliebt sich in Stinkreiche gut aussehende Man.
Dummerweise er steht auf “die harte Tour” und sie hat keine Ahnung auf was sie sich einlässt.
Soweit so gut.

BDSM
Na ja, was soll ich sagen? Ja, er peitsch sie aus. Ja, er bindet sie ans Bett. Aber alles hat ein schales Beigeschmack…
Da wird tief in der Klischees-Schublade gegriffen um etwas ähnlich wie BDSM der Leserinnen schmackhaft zu machen.
Es entsteht damit eine Mischung zwischen BDSM-für-Dummies aus dem Sex-Shop, Emmanuelle (der Film) und ein Soft-Porno.
Jeder der sich auch nur minim mit BDSM befasst wird einfach lächeln darüber.

Krank
Mr. Grey wird in der Geschichte als krank bezeichnet. Er wurde in seine Jugend misshandelt und als Resultat davon ist er ein Sadist und ein Kontroll-Freak geworden. Er geht sogar zum Therapeut.
Hier wird ganz klar BDSM als Krankheit verkauft, was absolut nicht der Fall ist!
Zugegeben, auch unter SMler gibt es krankhafte Persönlichkeiten aber das ist nicht die Regel.

Frauen
Warum fliegen aber Frauen scharenweise auf solch ein Roman ab ?
Wer ein bisschen recherchiert, wird merken das die Autorin E. L. James (Erika Mitchell als Sterbliche) hat ganze Arbeit geleistet.
Ursprünglich war die Geschichte ein Twilight-Abschnitt und wurde online publiziert. Das Internet macht’s möglich, es gab zahlreiche Feedbacks und die Autorin hat nach und nach die Geschichte anhand der Rückmeldungen geändert.
FSoG wurde also “designed” um Frauen zu gefallen.

Medien
Da BDSM immer noch, mehr oder weniger, Untergründig ist, wurde es von den Medien aufgegriffen.
Die Bücher (und Film) wurden hochgelobt, als pervers betitelt, verboten, verteufelt. Doch schlechte Werbung ist immer noch Werbung und so wurde es zum Selbstläufer.

Insider
Die BDSM Anhänger streiten sich jetzt noch darüber ob der Film (und die Bücher) gut oder schlecht sind für der Image.
Die Aussage das SM eine Krankheit ist, kommt gar nicht gut an. Dafür ist aber SM in aller Munde.
Ich bezweifle das es mehr Leute dazu bewegen wird SM zu praktizieren: die Neigung hat man oder nicht.
Ob es für der allgemein Image von SM gut ist, ist abzuwarten.

Ich begrüsse das die Öffentlichkeit über SM diskutiert. Schade nur das ein billig Roman und die Verfilmung davon braucht um solch eine Diskussion anzukurbeln…