Sonne, Mond und Sterne

Sonne Mond und Sterne

Macht zu haben, über jemand verfügen, bedingungslose Unterwerfung erleben.
Gott sein für seine Sub, alles dreht sich um die eine Stelle: der Dom.
Manche reiben sich bereits die Hände und ein Sabbertropfen hat sich auch schon im Mundwinkel gebildet…
Diese Ansicht könnte von Claudius Ptolemäus stammen, er war überzeugt die Erde sei das Mittelpunkt des Universums.
Zur damalige Zeit auch verständlich: aus der Erde betrachtet, drehen sich scheinbar alle Himmelskörper um unser blaue Planet.

Das ist ganz sicher nicht das erste mal das ich diese Thema aufgreife und ich befürchte es wird auch nicht das letzte mal sein.
Es geht wie immer um die philosophische Frage „Was bin ich und was mache ich hier?“, um Ego, um Weltansichten und um Perspektiven.

Nichts ist so wie es scheint.
Auch wenn manche das Gefühl haben ein Dom hat die absolute Macht über seine Sub, dem ist nicht so. Für Aussenstehende ist das Machtverhältnis ganz klar: Er befiehlt und sie gehorcht. Er ist ein tolle Hecht der alles im Griff hat. Er hat die Macht.
Die Frage ist nur: was macht ein Dom so mächtig? Sein Charisma? Sein Können? Oder seine Persönlichkeit? Weit daneben…
Es ist nicht eine Macht der er hat, es ist eine Macht die er bekommt.
Kultur, Sprache und Moral bieten wenige Möglichkeiten so ein Verhältnis eindeutig zu definieren. Wir selber verfallen in vorgefertigte Muster um sowas zu beschreiben. Wenn eine Sub sagt „Mach mit mir was du willst“ meint sie „Ich lasse dir mit mir machen was du willst und ich auch möchte“.
Bei D/S wird oft von Machtgefälle gesprochen, was an sich auch richtig ist. Wichtig ist aber zu verstehen das diese Gefälle erste durch eine Machtverschiebung entsteht, es ist eine Übergabe. Was Dom machen darf ist was Sub ihm erlaubt zu machen.
Natürlich ist es keine klassische Übergabe, die Sub wird nicht explizit bei Spiel beginn sagen „So, jetzt darfst du“ oder „Jetzt kannst du übernehmen“.
Es passiert mehr oder wenig stillschweigend, was aber nicht bedeutet das keine Kommunikation stattfindet.

Nichts ist selbstverständlich.
Diese Machtverschiebung will gepflegt werden, es ist kein Selbstläufer der einmal in Bewegung gesetzt, einfach so weiter funktioniert.
Es ist ein Spannung die nur zurecht herhaltet wird durch eine Bindung zwischen Dom und Sub. Erst durch diese Interaktion kann sich ein Machtverhältnis einstellen. „Was will ich?“ ist sicher die erste Frage die ein Dom sich stellen muss, die sollte aber unmittelbar von „Was will sie?“ gefolgt sein.
Auch eine Sub hat Wünsche und sie wird der eigene Dom umso mehr angetan sein wenn er diese erfüllen kann. Die Macht die euch Dom angeboten wird, will verdient werden. Kommunikation ist das wichtigste instrument zwischen Dom und Sub. Zu wissen wie der Gegenüber tickt, was er fühlt, denkt und sich wünscht ist unabdingbar.

Es hat 1400 Jahre gedauert bis Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Galileo Galilei die Sonne in Mittelpunkt unsere Planetensystem setzten.
Ich hoffe es wird nicht so lange dauern bis die egozentrische Dom Ansichten der Vergangenheit gehören werden…

Dom und Sub sind wie Erde und Mond, in ein kreisende Tanz verbunden um die SM-Sonne herum, vor eine Kulisse von funkelnde Sternen.

Kontrolle

Kontrolle

Ich bin ein passionierter Motorradfahrer und ich freue mich schon jetzt auf die neue Saison.
Nein, ich habe keine Harley… Ich habe eine Honda CBR 1000 RR Repsol die ich gerne in die Kurven jage und mit dem ich gerne meine Limiten teste.
Auf der Strasse fahre ich mit Vernunft, auf der Strecke lasse ich aber die Sau raus 🙂
Jedes Jahr versuche ich mindestens einmal auf eine Rennstrecke zu fahren.
Es ist echt geil das Motorrad durch die Strecke zu lenken, die Ideallinie zu finden und mein können auf die probe zu stellen. Jedes mal ist eine neue Herausforderung an die ich mich anpassen muss. Streckenverlauf, Wetter, Temperatur, mein Gemüt, alles spielt eine Rolle und ich muss mein Fahrverhalten entsprechend anpassen. Es ist immer ein kribbeln wenn ich den Motor anlasse und aus der Box ausfahre. Die erste Runde schaue ich mir die Strecke genau an, die Details sind wichtig: wo gibt es Dellen, wo ist es rutschig, wie sind die Kurven geneigt, …
Bei der zweite Runde bringe ich die Räder auf Temperatur um mehr Grip zu haben.
Dann geht’s los: Hahne auf und Motor jaulen lassen, die Gänge hochschalten, mein Fokus auf die Kurve die sich naht. Von 320 auf 100 km/h abbremsen, Gewichts verlagern, die Kurve sanft nehmen, Knie schleifen lassen und Gas dosieren um ohne Schwung zu verlieren aus der Kurve zu kommen. Ich verschalte mich, aber ich lerne daraus um bei der nächste Runde das gleiche Fehler nicht zu wiederholen. Runde um Runde werde ich schneller und besser weil ich jetzt nicht mehr die Strecke erkunde sondern ich fühle sie. Die Kontrolle zu behalten und Spass zu haben ist das wichtigste.

Wieso erzähle ich euch das?
Ich sehe Parallele zu meine andere Passion: SM.
Man trifft jemand den man nicht kennt und will damit etwas erleben der weit über das übliche geht. Nur Gas geben wäre fatal…
Man erkundet, beobachtet und zuhört um sich die wichtige Details zu merken. Man tastet sich an sie heran, bringt sie und sich auf Temperatur. Dann geht der Spass los, man sucht die Grenzen, schaltet hoch und jagt sie auf 320 ohne zu vergessen die schwierige Passage die folgt, fangt sie auf 100 auf und bringt sie heil nach Hause. Man macht Fehler aber man lernt daraus.
Spiel um Spiel wird es besser, man verfeinert sich, man achtet mehr auf die Finessen.
Es ist ein stetiges abstimmen um das bestmögliche zu erreichen.
Die Kontrolle zu behalten und Spass zu haben ist das wichtigste.