halbwegs geschafft

Halbwegs geschafft

Die ersten drei Podcast Folgen von Inside-SM sind in die weite Welt rausgeschickt worden, es ist halbwegs geschafft…

Als die Idee entstand, muss ich ehrlich zugestehen, ich hatte keine Ahnung was alles dazu nötig ist um sowas auf die Beine zu stellen.
Ich hatte vor Jahren für ein renommierte Profi-Audio Hersteller gearbeitet und da hatte ich unter anderem mit Aufnahmestudios zu tun. Das hat mich fasziniert was alles hinter der Kulissen von eine CD- oder Live-Produktion abgeht. Nicht nur die Technik sondern auch die Magie wie man Töne aus der Luft einfangen kann, ohne dabei die Details und die Nuancen zerstören.

„Das ist doch nur ein Podcast“ werden manche sagen.
Richtig, das ist nur ein Podcast und keine Aufnahme der Berliner Philharmonie. Nichts desto trotz ich wollte kein „dahergerotzte“ Podcast machen. Ich habe schon Monaten vorher verschiedene Podcast angehört und meine ehrliche Meinung dazu ist das die meisten wirklich eine schlechte Qualität aufweisen. Das hat man davon wenn man mit ein PC und ein 20€ Mikrophon aufnimmt. Der Technik-Freak und Perfektionist in mir bekommt Pickeln davon…

Also habe ich mir im Verlies (Das ist mein Gewölbekeller den ich gerade als „Spielwiese“ umbaue) eine Podcast Ecke eingerichtet:
Ein Tisch
Ein Zoom Livetrak L8
Zwei Rode NT1-A Mikrophone samt Schwenkarm, Spinne und Pop-Filter
Ein paar JBL Control One Lautsprecher
Ein Class-D Verstärker
Eine menge Kabeln
Basotec Matten als Schallabsorber

Bin sehr zufrieden mit der Setup und die Qualität der Aufnahmen ist hervorragend! Bei 24bit und 48kHz Abtastrate ist alles kristallklar.
Leider…
Man hört eben alles, vom Wassertropfen bei Regen bis zur Kirchenglocken.
Ja, auch bei der drei ersten Folgen, wenn man ganz genau hinhört sind Geräusche im Hintergrund wahrnehmbar, zwar sehr leise aber doch da.
Das werde ich aber noch hinbekommen 😉
Hab eine ganze Menge Probe-Aufnahmen gemacht um herauszufinden wie das Mikro am besten platziert ist, Pegel abgestimmt, Filter eingestellt, Nachhall justiert, …
Dann war ich soweit, ist halbwegs geschafft, „Ich kann jetzt aufnehmen“ hab ich Stolz gedacht.

Was nehme ich denn auf? Uhm, so Folgen an 10 bis 15 Minuten Länge wäre gut. Nicht zu lang das es ein langweilige Monolog wird, nicht zu Kurz um nichtsaussagend zu sein. Themen bei BDSM gibt es genug, möglicherweise Interviews noch dazu. Hört sich nach ein Plan an.
Das ist aber kein Blog, wo man ein Text schreibt und locker 25 mal korrigieren und abändern kann… Es ist eine Audioaufnahme und das schneiden danach ist zwar möglich und machbar aber zeitaufwändig.
Um es in Zahlen zu fassen:
Für eine Folge von 15 Minuten werden etwa 25 Minuten aufgenommen.
Die extra 10 Minuten beinhalten gefühlte 23’549 Einatem-Geräusche, 5 Versprechen, 2’347 mal „ähm“, 6 mal Husten, 2 mal das falsche Mikro aufgenommen und 728 Pausen die zu lang sind…
Das alles wird mühsam nachbearbeitet und ausgeschnitten, dafür sind etwa 30 bis 45 Minuten pro Folge zu rechnen.
Die Folge ist denn Fertig und im entsprechende MP3 Format, mit Cover, Beschreibung, Tags und Nummerierung wird die an 14 verschiedene Podcast Platformen verteilt. Warum so viele? Keine Ahnung, ich hab einfach alles genommen was zur verfügung steht…

Also zusammengefasst habe ich für diese erste drei Folgen (inklusive Aufbau, Einstellungen, Probe, …) etwa jeden zweiten Abend im Februar aufgewendet. Klar, jetzt dauert das ganze nicht mehr so lange wie auch schon und mit der Zeit und Übung wird es einfacher.
In den zwei Tage seit Veröffentlichung wurde auf die drei Folgen 188 mal auf dem Blog zugegriffen, 68 mal via Twitter, 35 mal via Facebook und etwa 50 mal durch die verschiedene Podcast-Provider. Das macht nach Adam Riese 341 Aufrufe.
Ich war auf alle mögliche Reaktionen bereit: „Das ist scheisse“, „Lerne erst richtig Deutsch“, „Das geht am Thema vorbei“, „So kannst du nicht argumentieren“, …

Wollt ihr wissen was ich für Kommentare und Feedback effektiv bekommen habe?
4 Gefällt-Mir und 2 Kommentare (eine davon auf Twitter).
Echt jetzt?
Ein einzige Kommentar auf Twitter? Wo sonst jeder sein Senf dazu gibt?
Gut, immerhin habe ich bis jetzt auch kein negative Feedback bekommen.
Ich bin zufrieden, ist doch halbwegs geschafft…