switcher

Switcher

Ich steh morgens auf und ich bin dominant.

Ich bekomme eine Mitteilung von meine Kleine, die fragt “Darf ich masturbieren?” Ich beantworte “Ja aber nur mit Nippel-Klemmen.”, ich bin Sadist.
Es gibt unzählige Situationen im Alltag, sei es bei der Arbeit wie auch beim Einkaufen wo ich immer wieder ertappe meine dominante Ader sich breit zu machen.
Seit ich meine Neigungen entdeckt habe (ach du scheisse ist es schon lange her…) kreisen meine Gedanken um diese herum. Unbewusst, instinktiv.
So bin ich.
Für mich gab es nur die richtige zu finden um ihre Unterwürfigkeit zu geniessen und um sie liebevoll zu quälen.
Es gab für mich noch nie eine andere Option oder auch nur ein Hauch von Zweifel was meine Neigungen angeht.
Ich musste nicht experimentieren oder mich durchprobieren um meine Bestimmung zu finden, die war schon immer da.
Als ich mich in (damals noch untergründige) BDSM Kreise bewegte gab es klare Rollen: Top oder Bottom, Punkt.
Ja, man munkelte das es angeblich auch Switcher existierten aber man wusste es nicht so genau…
Die wurden diskriminiert, nicht wahrgenommen, einfach ignoriert.
Switcher? Uhm… wie jetzt? Die wechseln die Rolle?… Für mich (und nicht nur für mich) ziemlich unvorstellbar.

Vielleicht scheint es mir nur aber heute fühle ich mich als “nicht Switcher” in der Minderheit.
Ist das eine neue mode, eine Zeiterscheinung oder wo kommen die alle her?
Ich kann mir gut vorstellen das vor Jahre, als folge der damalige Zeitgeist, eine menge Switcher sich für die eine oder andere Seite entschieden haben. Auch wenn es nur dabei ging eine mögliche Diskriminierung umzugehen.
Ein paar Switcher erzählten neulich “Sie seien am experimentieren.” Das brachte mich zum grübeln…
Was den am experimentieren? Eine Neigung hat man oder nicht. Die wachsen nicht über Nacht und die kann man auch nicht anlernen. Vielleicht bin ich ein Einzelfall aber ich wusste sofort was mir gefällt und was mich anmachte. Das einzige was experimentieren musste war das “wie” aber sicher nicht das “was”.
Oder gibt es ein bedarf nach Flexibilität? “Ich nehme mir was kommt” und/oder “Ich lasse mich nehmen wie es kommt” ?
Offenbar nicht.

Ich habe im Forum bei der IG-BDSM ein paar Fragen gestellt und ich bin sehr dankbar das die Switcher sich mühe genommen haben mir die zu beantworten.
Ich bin zum Schluss gekommen das die vier Hauptneigungen (Dominanz, Sadismus, Unterwürfigkeit und Masochismus) in verschiedene Anteile vorhanden sind.
Die verschiedene Neigungen wollen gefuttert werden und solange das ausbalanciert geschieht ist alles im loht. Ich nenne es “Natürliche Zustand”.
Wird aber eine Neigung vernachlässigt oder gar die falsche befriedigt kommt es zu ein Unwohlgefühl. Die Balance ist gestört.
Ich masse mich nicht an diese Wechselspiel der Neigungen vollständig zu verstehen aber ich kann es nachvollziehen.
Ich wurde aber auch mit Fragen und Aussagen konfrontiert die mir gezeigt haben das auch seitens Switcher ein Missverständnis herrscht.
Sätze wie “ein guter Dom kann sich nur aus ein Sub entwickeln” kann ich echt nicht unterschreiben…
“Nur wer weiss wie es sich anfühlt kann auch richtig austeilen” war die Erklärung dafür.
Das mag für Switcher funktionieren aber nicht bei mir.
Ich probiere neue Spielzeuge und Utensilien meistens vorher selber an mir aus, nicht weil ich es geil finde sondern weil ich will wissen wie es sich anfühlt.
Als “kein bisschen Bottom” muss ich mich aber hauptsächlich auf meine Beobachtungsgabe und auf mein analytisches Denken verlassen um zu eruieren wie es meine Sub geht. Ich weiss vielleicht nicht wie es sich anfühlt, ich weiss aber wie sie darauf reagiert.

Ich habe meine Vorurteile gegenüber Switcher abgearbeitet, jeder das seine.


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strafe

Die Strafe (Teil-1)

Mitten in ein Nachmittag bohrt sich ein Gedanke ein Weg bis zu dein Bewusstsein. Der springt und klatscht die Hände um deine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Du vergisst für ein Augenblick deine Umwelt und schaust hin. Uh? Was ist das? Der Gedanke swingt ein Schild und darauf steht, in rote und fette Farbe geschrieben: “Heute Abend wirst du bestraft!”

Schluck…
Die Geilheit die du noch am Morgen genossen hast ist weg. Der Kopfkino Angestellte wechselt gerade die Plakate für die Abendvorstellung: erotische Romanze weg, Horrorfilm und Drama an. Ups…
Du weisst das du die Strafe verdient hast aber muss es ausgerechnet heute sein? Wieso nicht übermorgen oder in zwei Wochen?
Dann wird dir klar das es doch sein muss, um dich wach zu rütteln, um dich vor Augen führen das es nicht immer so weiter gehen kann.
Schluck…

Du schaust auf die Uhr. Scheisse, ich muss mich sputen, in 10 Minuten kommt er!
Bereitest alles vor wie er es befohlen hat und kniest beschämend nackt nieder. Und du wartest.
Die Stille um dich herum lässt dich deine Gedanken hören: Wird es weh tun? Blöde Frage… Klar wird es weh tun! Der liebt mich aber…
Ein leise knarren lässt dich zucken. Er ist da…
Schluck…

Es vergeht eine gefühlte halbe Ewigkeit bis er vor dir steht.
Habe ich alles richtig gemacht? Wird er zufrieden sein? Sind meine Hände richtig positioniert auf meine Knie?
Ein “Wie geht es dir?” reisst dich wieder ins jetzt.
Was sage ich jetzt? Das ich am liebsten dich umarmen will? Um gnade bitten?…
“Gut”, Schluck…

Er setzt sich neben dir und verkündet die Strafe samt Begründung: 6 Schläge mit der flache Hand und 7 mit dem Rohrstock.
Du hörst mit und doch nicht, ein Schrei bleibt stecken: Oh Gott…
Er fesselt dich fest und bückt dich mit dem Oberkörper auf Bett. Dein Motorikzentrum läuft wild hin und her mit Drehlicht und Sirene.
Du willst weg aber es geht nicht…
Der erste Schlag ist schallend und brennend und raubt dir das Atem!
Schluck…


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