Ich denke, also bin ich.

Ich denke, also bin ich.

Ein Feedback-Email aus mein Blog hat mich glücklich aber auch nachdenklich gemacht.Der Verfasser bezeichnet mich als „SM Philosoph“. Das finde ich schön obwohl ich das definitiv nicht vor hatte. Mein hinterfragen gehört aber zu mein Naturell 🙂

Nein, ich bin kein SM Philosoph. Wenn ich aber ein interessante Thema finde, will ich auch unter die Oberfläche blicken. Philosophie finde ich interessant solange es nicht auf’s extremste gedehnt wird. Descartes „ich denke, also bin ich“ ist für mich eine der wichtigste Erkenntnisse der Menschheit. Das wir ein Bewusstsein haben und in der Lage sind uns selber wahrzunehmen ist entscheidend und macht uns Homo-Sapiens etwas ganz besonders. Das sollten wir aber auch umsetzen…

Bei BDSM geht es um vertrauen, das liest man oft und das stimmt.
Vertrauen kommt aber nicht von irgendwo her…
Richtiges Vertrauen kann nur entstehen wenn man sein gegenüber kennt und die Gedankengängen verstehen kann, verstehen wie jemand „tickt“.
Hinterfragen, analysieren und verstehen ist was uns unsere Umgebung und unsere Mitmenschen offenbart und erst eine vernünftige Interaktion erlaubt.
Das ist aber nur eine der Vertrauenswege, der andere wird oft totgeschwiegen: Selbstvertrauen. Sich selber zu erforschen ist der erste Schritt in dieser Richtung. Erst wenn ich mich kenne, kann ich meine Umwelt auch richtig lesen. Oft vergessen wir die zwei wichtigste Fragen: wer bin ich und was will ich?
Keine einfache Fragen, ich weiss. Es sind aber wichtige Fragen die man sich regelmässig stellen sollte denn im Anlehnung an „wer sich nicht beherrschen kann, kann auch kein andere beherrschen“ kann man auch ableiten „wer sich nicht kennt, kann auch kein andere jemals richtig kennen“.

Ich hinterfrage gerne und ich betrachte sehr selten etwas für selbstverständlich. Schon das Wort „selbstverständlich“ irritiert mich denn nichts versteht sich vom allein sondern will erst verstanden werden. Es ist also kein Wunder das „Weil das so ist“ eine mein meist gehasste Antworten ist. So was für eine pauschale und dumme Antwort…
Nichts ist „einfach so“, alles hat eine Begründung oder Berechtigung. Mir ist auch selten etwas „egal“, wenn ich mich so äussere heisst es interessiert mich nicht. Eigentlich nichts sollte und dürfte jemals „egal sein“.

Also denkt daran und seid 🙂

Was ist wenn...

Was ist wenn…

Du hast irgendwann ein Gefühl bekommen, ein unbekannte Gefühl.
Es hat Zeit gedauert bis dir klar wurde was es ist: du bist unterwürfig.
Der Gedanke gefesselt und ausgeliefert zu sein erregt dich und macht dir angst.
Das ist normal.
Du hast dich schlau gemacht und im Internet recherchiert. Du bist verwirrt.
Du hast an deine mentale Gesundheit bezweifelt und dann entdeckt es gibt noch viele andere die das gleiche erleben.
Du packst all dein Mut zusammen und gehst auf ein Treffen. Scheu und vorsichtig hörst du dir an was die andere erzählen und für’s erste mal fühlst du dich bestätigt.
Dann kommt die erste schlechte Erfahrung, ein Dämpfer für deine noch junge Neigung.
Du merkst aber das nicht alle egoistische Vollpfosten sind.
Du hast Fragen, tausende davon.

Was ist wenn ich bei ein Befehl lache?
Wie komme ich aus ein Spiel wenn ich das Safeword vergessen habe?
Wie kann ich ihm erklären das ich Anal nicht mag, ohne ihn zu brüskieren?
Was ist wenn er mich nicht mag?

Es ist nicht immer einfach all diese Fragen zu beantworten, vielleicht auch weil ich gewisse Dinge als selbstverständlich sehe. Es ist aber irgendwie erfrischend wenn jemand „Warum?“ fragt, wenn hinterfragt wird und sich Gedanken macht über Sachen die schon lange für gegeben betrachte.
Nun, im allgemein ist wie in die Ferien zu fahren.
Ihr kennt euch kaum aber beide wollen ans Meer. Das ist ein schöne Gedanken und ein gemeinsame Ziel. Aber wie tickt der andere? Was ist wenn er/sie ein Langweiler? Vielleicht ist er ein Psycho… Menschenverstand Jungs und Mädels! Spricht miteinander, lernt euch kennen.
Wenn man sich wenigstens ein bisschen kennt kann man schon merken ob es passen wird oder nicht. Während der Reise hat man auch noch Zeit um ein paar Themen zu diskutieren.
Und dann ist man da. Strand, Sonne, das leben ist schön. Es gibt aber so viel Sehenswürdigkeiten… Welche zuerst, wie schnell? Kein stress! Die laufen nicht davon…
Ihr wollt doch euere Ferien geniessen. Das A und O ist Aussprache, es macht kein Sinn ein Turm zu besuchen wenn eine Höhenangst hat… Legt eine Pause am euch schon bekannten Strand ein. Und lacht darüber wenn es euch danach ist, es sind doch Ferien 🙂