generation brav

Generation Brav

Ich war Samstag bei Freunden zum Grill eingeladen. Ihr kennt das, es wird diskutiert über alles und allen. Eine bunte Mischung von Räubergeschichten und kommentierte Aktualität, gespickt von Tratsch, Neid und Eifersucht… Neben mir plötzlich die Diskussion erhitzt sich und ich höre zu. Es ging um ein Vorfall in eine Badeanstalt wo junge Ausländer weibliche Badegäste belästigt haben. Die ländliche Schweiz ist rassistisch und es folgten prompt „Raus“ Parolen und etliche Beschimpfungen. Ich konnte nicht schweigend da sitzen…
„Wo waren denn die Männer?“ habe ich dazwischen gefragt.
Fragende Blicke… „Welche Männer?…“
„Frauen wurden von eine Gruppe Jugendliche belästigt aber wo waren die Ehemänner, Partner, männliche Badegäste?“
Wieder fragende Blicke… „Keine Ahnung…“
Ich hab weiter gemacht: „Was haben denn all die Männer gemacht? Getwittert? Pokemon Go gespielt? Mit dem Smartphone Videos aufgezeichnet? Wieso sind die nicht dazwischen gegangen?“ Die Frauen am Tisch nicken zustimmend.
Das scheint die Norm zu sein. Was in Köln am Neujahr passiert ist wohl das eklatanteste Beispiel dafür. Tausende waren dabei und die wenige haben sich eingesetzt, dafür wurden dutzende von Handy-Videos der Polizei zugespielt. Toll.
Ein Freund kopfschüttelnd äussert ein Satz: „Das ist die Generation Brav. Nichts unternehmen aber sofort Smartphone aus der Tasche zucken…“
Generation Brav, ach so… Ich hätte Weicheier gesagt. Feiglinge geht auch. Oder wie heisst das Gegenteil von Zivilcourage?

Ich bin jedenfalls froh noch zu der Generation zu gehören die für Respekt und Selbstachtung ein Feilchen locker im kauf nehmen. Ach ja, und getwittert wird erst danach!