Die Reise ins Nirgendwo

Die Reise ins Nirgendwo

Die Reise ins Nirgendwo
Ich denke nicht das BDSM der einzige richtige Weg ist seine Sexualität auszuleben. Es ist eine davon und zugegeben ich finde es dufte.
Ich wurde schon oft gefragt wie ich zu BDSM kam. Ich kann keine einfache Antwort geben.
Ich bin mir sogar nicht sicher ob ich überhaupt dazu kam, ob es nicht schon immer da war.
Man kann aber die Frage auch als Neugierde über mein Werdegang verstehen. Die Frage ist auch einfacher zu beantworten 🙂
BDSM ist eine Reise. Man lernt sich kennen, man entdeckt sich neu. Ich musste nicht meditieren oder ein indische Guru danach fragen, ich musste nur meine eigene Reaktionen und Emotionen beobachten die langsam und stetig sich durch den Verdunkelungsschleier ein Weg bahnten. Manche mögen nicht wenn man BDSM als „dunkle Seite“ bezeichnet, ich finde es aber passend denn bevor wir es bewusst raus lassen, liegt es im Dunkel und gut abgeschottet. Es ist also eine dunkle Seite die nur darauf wartet ans Tageslicht zu kommen. Und wenn die da ist, ist sie alles andere als dunkel, es ist ein Meer an bunten Farben die nur auf die passende Leinwand warten. Ich habe extra ein Kunstvergleich herbeigezogen denn es geht um Kunst und Kreativität. Plötzlich merkt man wozu die „Gabe“ gut ist und man will die neu entdeckten Eigenschaften auch einsetzen um noch mehr zu erfahren.
Paradoxerweise diese Selbstentdeckungsreise kann nur mit ein (oder mehrere) Partner erfolgen, in meinen Fall sind es weibliche Subs. Die sind auch auf eine Selbstentdeckungsreise, auf eine andere Art aber die verfolgen ein Traum. Ich bin der Fährmann der Träume, ich schippere Subs durch ein Fluss und muss ständig auf meine Erfahrung und auf die Hinweise die ich bekomme achten um die Fähre erfolgreich durch die Gewässer zu leiten, hin zu ihre Träume.
Ich muss hier der Mythos widerlegen: Subs werden nicht nach der wünsche der Dom geformt, die Formen sich selber. Während ein Dom auf seine Reise Fähigkeiten entdeckt und verfeinert, eine Sub entdeckt Sehnsüchte und teilt der Dom mit wie er sie stillen kann.
Ein guter Dom formt also nicht seine Sub, er extrahiert die wahre Persönlichkeit, er befördert das beste heraus. Subs legen die Skizze der eigene Traumgeschichte den Dom vor, seine Aufgabe ist ein Drehbuch herauszuarbeiten und Regie zu führen. Erfolgreich wird es aber nur wenn beide gut kommunizieren.
Ein zweite Mythos ist jetzt auch fällig: bei BDSM geht es um Peitschen und Leder.
Nein, es geht um Kopf, um Verführung und Umgarnung. Es ist ein ständiger Gedankenfick.
Subs wollen verführt werden aber nicht wie man es sonst kennt, sie wollen sich ein Dom anvertrauen der sich nicht nur an ihren nackten Körper erfreut sondern an ihren nackten Gedanken. Jemand der versteht diese intime Sehnsüchte und weiss richtig damit umzugehen.
Peitschen, Leder und Seilen sind nur Schmuck, sind Requisiten um ein Bühnenbild zu kreieren, um eine Ambiente herbei zu zaubern.
Ein Gedankenfick kann aber nur funktionieren wenn die Gedanken in der gleiche Liga spielen.
Der dritte Mythos ist: ich befehle und sie führt aus. So einfach ist es nicht und abgesehen davon, es wäre extrem öde und langweilig…
Ich suche die Herausforderung, ich möchte eine ebenbürtige Partnerin die mit Verstand vor mir kniet und sich mich anbietet. Jemand dem ich die Hand anbiete und zu eine Reise ins Nirgendwo verführen kann.