Eine BDSM Webseite wie die anderen

Eine BDSM Webseite wie die anderen

Eine weitere BDSM Webseite in ein Meer aus Tausend anderen. So hat alles angefangen, vor knapp zweieinhalb Jahre.
Heute habe ich zum ersten mal mein Google-Ranking gecheckt: Bei der Suche „BDSM Blog“ landet mein Seite auf Platz 2 in der Schweiz und Platz 7 jeweils in Deutschland und Österreich…
Ich hätte nie im Leben gedacht soweit zu kommen.

Unabhängig davon wie Google die verschiedene Webseiten analysiert und bewertet, ich weiss wie es dazu gekommen ist: Ich hab es euch zu verdanken!
Ihr seid diejenige die „Gefällt mir“ klickt, ihr teilt meine Beiträge auf euere Seiten, ihr seid die die mich immer wieder motivieren.
Danke dafür!

Ich hab schon ein paar mal in diese zweieinhalb Jahre daran gezweifelt, hatte Schreibblockaden, ich wollte auch schon damit aufhören.
Und doch geht es weiter. Weil ich noch nicht alles gesagt habe, weil BDSM an sich noch viel zu erzählen hat und vor allem weil ich eine treue Leserschaft habe. All die Kommentare und Mitteilungen die ich immer wieder bekomme sind mein Treibstoff.
Ich hab ganz tolle Leute durch meine Webseite kennengelernt, solche die man für gewöhnlich nicht bei einer Party trifft.
Es wurden so viele Themen angesprochen: von Dominanz, Sub, Bestrafung, Bondage, ein bisschen Sex und eine ganze Menge Gefühle.
Ich bin auch dadurch auf die eine oder andere BDSM Webseite gestossen, solche die mich inspirieren, wie The Training of O oder Kariswelt.
Andere motivieren mich auf eine andere Weise, es sind die „Möchtegern-Doms“ dieser Welt, das Unkraut der BDSM…
Vielleicht durch mein Alter entwickle ich Beschützer-Instinkte für die Anfänger, die noch ziemlich naiv und unerfahren sich durch das BDSM Universum tasten. Vielleicht möchte ich auch nur mein Karma verbessern, obwohl ich bezweifle das es etwas nützen wird 😉
Ich bin auf jeden fall froh wenn ich durch eine meine Beiträge jemand helfen kann.

Nochmal danke ihr Perverslinge, und sagt es ruhig weiter 🙂

Richtig oder Falsch?

Richtig oder Falsch?

Anfänger Subs stellen sich oft die Frage „wie kann ich es richtig machen?“ , denn sie möchten es ja auch richtig machen.
Sie verschwenden unheimlich viel Hirnschmalz beim überlegen wie sie was machen sollten, anstatt es einfach zu machen…

Mein Rat für alle Anfänger-Subs: macht es einfach, egal was, egal wie.*
Ein erfahrene Dom wird schon genug Geduld haben um euch zu zeigen wie er was will und/oder erwartet.
Lasst euch führen, euch auf neue Erlebnisse mitnehmen und euer Spass teilen.
Am Anfang ist besser wenn ihr euch konzentriert auf was ihr fühlt, auf euere Geilheit. Euer Dom weiss was ihm gefällt und er wird schon auf seine Kosten kommen.
Wichtig ist die Kommunikation danach. Was hat euch gefallen, was nicht, wie hat sich es angefühlt?
Ich weiss, die devote Neigung kann dazwischen funken mit „ich will ihm doch gefallen“. Lasst euch nicht täuschen, er wird seine Dominanz geniessen.
Für das „gefallen“ müsst ihr euch erst besser kennen. Diese Interaktion „von unten“ setzt voraus das ihr wisst das es gut ankommt.

Und was wenn der Dom auch ein Anfänger ist?
Dann ist die Kommunikation umso wichtiger. Ihr seid beide auf eine Erkundungsreise und nur der Austausch wird euch voranbringen.

Vergesst das „richtig oder falsch“, verschwendet nicht zu viel Zeit bei der Frage „gefällt ihm das“. Er wird euch das schon mitteilen.

 

* Ich setzte voraus das wir hier von Verantwortungsvolle Doms reden, jene die sich ums Wohlergehen der Sub kümmern.

Ich befehle!

Ich befehle!

Eine D/S Beziehung ist eigentlich ganz einfach: ich befehle und du folgst.
Was aber wenn sie nicht folgt? Will sie eine Bestrafung provozieren? Will sie mich testen? Oder war mein Befehl nicht durchführbar?
Wohl nicht so einfach…
Doch, es ist einfach wenn man als Dom nicht vergisst das D/S keine Einbahn ist.
Es geht, wie bei jeder andere Beziehungsform um Kommunikation, und die muss nicht mal Verbal sein.
Es wird immer von „Sub Lesen“ gesprochen, aber es gibt ein andere Wort dafür der in unsere Kreise vermieden und totgeschwiegen wird: einfühlsam.
Bei alle Begriffe die ein Dominante beschreiben, kommt „einfühlsam“ sehr selten vor, sollte aber Pflicht sein.
Ein Dom der nicht einfühlsam ist, kann nicht nachvollziehen was in eine Sub vorgeht, er ist blind und taub.
Es ist Voraussetzung für ein Dom diese Eigenschaft zu haben, alles andere ist Missbrauch.

Die Versuchung ist gross in eine egozentrische Denkweise zu fallen und die Sub als Objekt zu betrachten und entsprechend zu benutzen.
Ein Objekt hat aber keine Seele, keine Gefühle und verliert keine Gedanken an das was mit ihm geschieht.
Bei aller Strenge und bei noch so ausgeprägter Dominanz, ein Dom sollte nie vergessen das grösste Geschenk zu würdigen: die entgegengebrachte Unterwerfung.
Es ist nicht selbstverständlich das eine Sub sich euch unterwirft, umso weniger das euch Respekt gebührt wen ihr kein Respekt anbietet.

Achtet auf wer sich euch zu Füsse wirft, das ist ein Befehl!

wrap your body around my soul

Wrap your body around my soul

Im Jahr 1981 veröffentlichte Rainbow das Album „Difficult to cure“.
Ein tolles Werk mit viel ehrlichen Rock, unter anderem der Song „Midtown Tunnel Vision“.
Im Text ist eine Stelle die ich schon immer faszinierend fand:
„Wrap your body around my soul“
Eine sinnbildliche Darstellung die man nicht besser hätte schreiben können.
„Wickle dein Körper um meine Seele“ ist mir sehr sympathisch in Zusammenhang mit BDSM.
Es kann natürlich auf verschiedene weise interpretiert werden aber ich sehe darin die Essenz eine D/S Beziehung: ihr willenlose Körper der meine dominante Seele umkreist und umwickelt.

dom und solche die es versuchen

Dom und solche die es versuchen

Ich werde häufig gefragt wie man Dom wird.
Die Frage an sich ist nichtig, denn Dominant wird man nicht, man ist es.
Es hört sich hart an aber so ist es.
Zugegeben, es ist noch kein Dom vom Himmel gefallen und jeder muss seine Lehrjahre absolvieren. Die richtige Frage ist eher „wie werde ich ein guter Dom?“
Ich will ja nicht der Professor aushängen, ich kann aber auf meine Erfahrungen zurückgreifen.  Das Beitragstitel ist provokativ und ich will zuerst auf die „die es versuchen“ eingehen.

Hedonistische Dominante: solche die aus pure Eigennutz dominieren.
Das sind solche die sich nicht vor ein One-Night-Stand scheuen, die für den Moment leben.
Das sind keine richtige Doms, sie tun nur so um für eine Nacht eine Sex-Sklavin zu haben.
Die interessieren sich nicht für die Gefühle andere, sie suchen einfach die eigene Befriedigung.

Egomane Dominante: die Welt hat nur auf sie gewartet…
Sie sehen sich selber als überlegene Schöpfung und erwarten das alle andere hinknien.
Die Ansprachen „Sir“, „Meister“ oder „Lord“ sind schon bei der erste Begegnung ein muss, alles andere wäre respektlos. Nicht sie müssen dirigieren, alle andere haben sich zu fügen.

Kompensation Dominante: so können sie jemand sein.
Im alltäglichen Leben müssen sie spuren aber dann schlüpfen sie in eine Rolle wo sie das Sagen haben. Es geht nur um Machtgefühle und Erniedrigung und die spielen es voll aus.
Wiederreden werden nicht akzeptiert und die Strafen sind drakonisch.

Gewalt Dominante: nur so können sie sich behaupten.
Gedanken spielen eine untergeordnete Rolle, Muskeln und Schläge machen es schon…
Sie sind bei der Evolution irgendwo zwischen Gorilla und Orang-Utan stehen geblieben.

Alle vier Sorten verstehen Dominanz als eine Einbahnstrasse. Sie vertreten eine vollkommen egoistische Weltansicht wo kein Platz ist für Empathie.

Was ist „richtige“ Dominanz?
Gehen wir ein schritt zurück, ich spreche von eine Beziehung, eine Interaktion und die darf niemals einseitig sein. Es ist ein geben und ein nehmen, ein Austausch der vor allem auf eine Emotionale- und Empfindungsebene stattfindet. Das auffangen nach ein Spiel ist genau so wichtig wie das fordern währenddessen.
Wie bei jeder Beziehung es bedarf Vertrauen und eine emotionale Bindung damit es richtig funktionieren kann. Das kann man nicht in einer Nacht aufbauen…
Ein gute Dom interessiert sich für seine Gespielin, er sorgt sich um ihr Wohlbefinden, sie ist schliesslich sein grösste Geschenk. Ein Geschenk weil man Unterwerfung nicht erzwingen kann, man bekommt sie.
Dominanz kann nicht reduziert werden auf Befehle erteilen, es ist viel subtiler und intellektueller. Ein gute Dom ist ein gute Zuhörer und ein Beobachter.
Er wird sich zeit nehmen um zu erfahren wie sie „tickt“, was sie mag und was nicht.
Dominanz heisst nicht ein Gedanke durchzuziehen, es ist die Kunst ein fremde Gedankenfluss zu lenken und zu steuern. Nicht Gedanken manipulieren sondern führen.
Ein gute Dom wird nicht seine Sub über die Grenzen schubsen, er wird sie dahin begleiten und gemeinsam überschreiten.