Ein Jahr danach

Ein Jahr danach

Ich bin kein Fan von Retrospektiven, „ein Jahr danach“ solle auch keine sein. Und überhaupt ist schon länger als Jahr her als Sarah meine Bühne betreten hat und mich als Dirigent genommen hat.
Ich könnte jetzt wie ein Lehrer und ihr Noten geben. Das wäre aber nur ein punktuelles Betrachten und würde kein Gesamtbild hergeben.


Aller Anfang ist schwer

Ich weiss noch wie es angefangen hat, mit sehr viele Fragen die entweder sehr leise oder unausgesprochen blieben. Eine schüchterne und unsichere Sarah die im Raum stand und nicht wusste wo sie ihre Hände hintun sollte.
Das war einmal…
Die Sarah die ich heute begegne ist eine Selbstsichere devote Masochistin. Eine die keine Sorgen mehr hat über das was ich mit ihr machen werde, sonder mich mit ein breites Grinsen begrüsst. Die Schüchternheit war schon reizend, muss ich zugeben. Diese „ich freue mich auf dich“ Grinsen ist aber nicht zu übertreffen, auch wenn es von Zeit zu Zeit frech sein kann… Das ist aber ok, ein bisschen Frechheit ist erfrischend, oder rot glühend, je nach Sichtpunkt 😉
Auch eine Sub darf mal zynisch oder sarkastisch sein, vorausgesetzt sie (er)kennt und nicht überschreitet die magische Grenze wo es plötzlich respektlos wird. Schliesslich dreht sich doch alles um Vertrauen und Respekt und solange keine diese Kreise verlässt ist alles im lot.


Die Reise geht weiter

Es war und bleibt eine schöne Reise für uns beide, obwohl sie anfangs Bedenken hatte mir würde es schnell langweilig. Weil sie neu dazu gestossen ist und ich schon viel mehr Erfahrung habe… Eine Vorstellung die mir nicht neu ist und das ich immer wieder widerlegen muss. Es gibt kein „oh, das kenne ich schon“ für mich, weil auch wenn ich etwas schon früher ausprobiert habe, das Resultat und die Reaktion immer anders ausfallen.
Im Gegenteil es ist sehr spannend zu beobachten wie die von mir erwartete Reaktion doch nicht zutrifft. Es hat sogar zu Missverständnisse geführt. Ich sagte mal „du überrascht mich immer wieder“ und sie dachte ich wollte sie nur anspornen. Das ist tatsächlich oft überraschend wie sie auf meine „Aufmerksamkeiten“ reagiert. Auf eine positive Art.


Die Grenzen sind fliessend

Es ist auch spannend wie sich die Grenzen ein Jahr danach verschoben haben. Ich weiss noch heute wie sie das erste mal ein Versuch von mir (Ich werde nicht sagen was, ein Gentleman geniesst und schweigt) mit ein „ich glaube es geht gar nicht“ quittierte. Heute kann sie nicht genug davon bekommen 🙂
Was ich aber eindeutig merke ist wie sie mir heute blind vertraut. Das ist die Quelle des Grinsen, dieses „ich weiss es wird mir gefallen, egal wie schmerzhaft es ist“ (ja, ja, Masochistin eben…), gemischt mit „und ich weiss du wirst auf mich achten“. Früher war da oft ein kurzes Zögern, weil das Köpf sich doch noch eine Meinung bilden musste. Ein Jahr danach ist kein Zögern mehr da. Intuitiv und vor allem bewusst weisst sie das ich ihre Grenzen respektiere, die besprochene und die die erst im Spiel zum Vorschein kommen.


Der Weg bleibt das Ziel

Ich freue mich auf alles was noch kommen wird auf diese gemeinsame Reise. Am Anfang dachte sie ich wüsste bescheid wohin diese Reise geht, das ich sie gezielt führen würde. Mittlerweile weiss sie aber das es gar kein Ziel gibt, ich denke sie ist sogar froh darüber. Es ist eine Entdeckungsreise die nur zu zweit funktioniert. Es wäre eine Schande Sarah nach irgendwelche Vorstellungen biegen zu wollen. Ich mag sie so wie sie ist, ich lasse sie sich entfalten.
Was wird noch kommen? Ich weiss es nicht aber jedesmal wenn sie kniend auf mich wartet und voller Vorfreude grinst, weiss ich das der weg weiter geht.


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Wie weit ist zu weit?

Wie weit ist zu weit?

Wie weit ist zu weit?
Ich habe vor kurzem ein relativ alte Artikel in Vice gelesen und dabei ist mir fast schlecht geworden. Es geht um „Ich bin über Tinder in die BDSM-Szene gerutscht – und habe da total versagt“ vom 16. September 2015.
Die Helena Bühnemann beschreibt ihre Begegnung mit ein Dom den sie über Tinder gefunden hat und (mit recht) verloren.
Ich würde Tinder nicht mal aus Verzweiflung benutzen aber offenbar ist Oberflächlichkeit kein Problem für die Generation-Y.
Oberflächlichkeit ist definitiv ein Problem wenn es im einen Satz mit BDSM erwähnt wird…
Vielleicht ist die Helena extrem Naiv oder gutgläubig, ich hoffe sie hat daraus gelernt.

Es ist unser erstes Treffen. Er steht auf, stellt sich hinter mich und legt mir ein schwarzes Lederhalsband mit silbernem Ring an.

Sexy oder? Ein Halsband zu bekommen ist nicht alltäglich, beim erste treffen schon gar nicht und vor allem nicht wenn es in aller Öffentlichkeit bei ein Italiener am Münchner Goetheplatz geschieht. Nennt mich altmodisch und Traditionalist aber, abgesehen davon das ich niemals beim erste Treffen in ein Restaurant ein Halsband rauszucken würde, ausserhalb einen Spiel ein Halsband zu tragen bedeutet „Ich bin sein Eigentum“.
Ein ziemlich gewagte Schritt für das erste Treffen aber wenn sie darauf besteht…

Tut sie nicht. Sie ein Neuling oder wie sie sich selber beschreibt „ein unbeschriebenes Blatt“. Sie hat angefangen ihre Gelüste und Fantasien in der Theorie zu erforschen, auf reizende dan.net/2017/01/24/gedanken/">Gedanken Antworten zu suchen.
Natürlich herrscht am Anfang Verwirrung und BDSM ist sicher eher durch Klischees als durch Tatsachen definiert.

Ich bekomme ein Kribbeln im Bauch, wenn ich mir vorstelle, gewohnte moralische Prinzipien für eine Zeit hinter mir zu lassen und einen Raum zu betreten, in dem zwar Respekt herrscht, aber eben auch krasse Hierarchie und blanke Brutalität.

Blanke Brutalität? Da lauft ‚was falsches…
Brutalität hat nichts bei BDSM zu suchen, das kann sie aber nicht wissen.
Noch nicht…
Immerhin hat sie mit ihren (noch) virtuelle Dom zwei Monaten lang Mitteilungen ausgetauscht. Das finde ich doch vernünftig.
Unvernünftig ist entgegen was dieser Dom macht:

Nach ein paar Nachrichten fordert er mich auf, ihn „Herr“ zu nennen.

Jede erfahrene Sub würde spätestens nach solch eine Aufforderung die Reissleine ziehen!
Sie hat aber keine Erfahrung und beugt sich…

Ich schreibe meinem Dom, dass ich ihn treffen will. Er lädt mich sofort auf eine Party ein.

Ich kann nicht oft genug sagen das ein erste Treffen unter Läute stattfinden sollte, damit meine ich aber keine BDSM-Party…
Ich höre ein Echo in mein Kopf als ich das lese: „wie weit ist zu weit?“…

Als gute Gentleman bezahlt er das Essen. Er führt sie danach Shoppen, denn sie braucht doch etwas passend für die Party. Eine Korsage, ein Latexrock und 14 cm High-Heels.

Das macht 347,70 Euro“, sagt die Brünette. Er zückt vier Hundert-Euro-Scheine aus seinem Portemonnaie, nimmt die Tüte in die eine Hand, fasst mit der anderen nach meiner und wir verlassen den Laden. „So Kleines, jetzt fahren wir ins Hotel.

Wie grosszügig von ihm. Oh warte, hatte er „Hotel“ gesagt?
Wo ist die Reissleine schon wieder?…
Im Hotelzimmer macht sie ein Fehler (das haben Neulinge an sich) und wird gleich mit eine Ohrfeige bestraft. Ein strenger Herr eben…

Aus mir unerfindlichen Gründen muss ich grinsen. Meine Wange pocht, aber ich platze vor Neugierde auf das, was jetzt kommt. Er setzt sich vor mich aufs Sofa, reißt meine Brüste aus dem tiefen Ausschnitt meines Kleides und fängt an, sie zu schlagen. Er kneift meine Brustwarzen. Es tut furchtbar weh. Mir schießen die Tränen in die Augen und ich lege meine Stirn in Falten.

Das kann ich gut nachvollziehen, ihre Devotie und masochistische Neigung erleben grade was sie bis jetzt nur davon phantasiert hat, die Theorie weicht und lässt erlebtes rein.

Seine Stimme wird sanft: „Hey Kleines, guck nicht so sorgenvoll. Es ist alles in deinem Köpfchen. Nur in deinem Köpfchen. Lächle, genieß es.“ Mir ist schleierhaft, wie das gehen soll, aber ich hatte versprochen, alles zu geben.

Geniess es? Echt jetzt? Wie wäre es zu fragen wie es sich anfühlt oder was ihr durch den Kopf geht? Schliesslich ist ihr erstes mal.
Und Helena, Stolz hin und Versprechen her, willst du wirklich alles geben oder gar zu viel erlauben?
Es kommen noch Nippelklemmen und ein Rohrstock zum Einsatz, nicht gerade ein sanften Anfang…
Nach eine heftige Portion Spanking hat sie genug: „Ich kann nicht mehr, Herr.“
Seine Antwort darauf ist wieder sehr aussagekräftig: „Jetzt schon?“
Denk an die Reissleine Helena…
Immerhin lässt er von ihr und es wird gekuschelt.

Nach ein paar Stunden ist die Party an der Reihe.
Hier werden alle Klischees erfüllt: ein Keller, Fetisch-Outfits, Gyno-Raum, Klassenzimmer, Latex, Leder und alle dazugehörige Fetische.
Beim Klassenzimmer bleiben sie stehen

Er zieht meinen Rock hoch und schlägt zu mit ein Lineal. Zack. Au. Zack. Aua. Zack. Auuuuuu. „Wie laut kann ich eigentlich schreien, Herr?“ „So laut du willst. Je lauter du schreist, desto mehr Zuschauer haben wir.“ Das möchte ich vermeiden. Und leide nun stumm.

Zuschauer ist alles was ein Neuling will, natürlich. Sie kommt zwar noch nicht mit der eigene Gedanken klar aber Zuschauer ist sicher ihr erster Wunsch!
Wie weit ist zu weit?…

Er guckt sich im Raum um. „Und, fühlst du dich dazugehörig?“ Ich antworte: „Ich fühle mich wohl, aber nicht dazugehörig.“ Dann sieht er mir direkt in die Augen: „Noch nicht dazugehörig, Kleines.“

Er tut wirklich alles damit es auch so bleiben wird!
Reichlich spät beginnt sie zu erkennen das alles unter Sparte „Too much“ geht. Viel zu viel, viel zu schnell, viel zu hart, einfach zu viel.

Alle BDSMler, mit denen ich mich unterhalten habe, sprachen von einer Art Erweckungserlebnis. Einem Aha-Moment, in dem plötzlich alles klar war. In dem ihre Vorliebe plötzlich einen Namen hatte. Diese Welt fasziniert mich, aber ich habe dieses Erlebnis einfach nicht.

Sie hat ein andere Aha-Moment als sie zusieht wie ein Dom ihre gefesselte Sub mit eine Peitsche harsch bearbeitet. Wie sie selber beschreibt „Die beiden sind vollkommen beieinander“ und das ist auch richtig so. Sie wird aber einfach überwältigt von der Härte der Peitschenhiebe und von der Schreie der Sub. Schwierig mental zu kombinieren das dies gewollt und freiwillig geschieht, das dies nichts mit Brutalität zu tun hat.

Ich sage meinem Dom, dass ich nach Hause will.

Ja Helena, das ist dein gutes Recht. Schade das jemand so wenig Empathie zu Tage bringen kann wie dein „Dom“. Schade das du an so jemand geraten bist. Die Antwort auf ihre Aufforderung ist zwar richtig aber absolut zu spät:

Ist dir das zu heftig? Kleines, er macht das, weil sie’s will und weil sie’s verträgt.

Ist ja recht und gut aber man hätte sie auch sanfter anpacken und heranführen können…
Sie hat verständlicherweise mehr als genug und will nur noch weg.

Er bringt sie nach hause und vor ihre Türe beweist er einmal mehr das er seine Berufung voll verfehlt hat:

Ach, und Kleines: Trag heute Nacht dein Halsband.

Sie gibt ihm eine Kuss auf die Wange, geht die letzten Meter auf ihre Mörderschuhen, betretet die Wohnung und zieht sie aus.
Sie macht das was jeder Sub in solch eine Situation machen würde:
Sie legt das Halsband ab.

Wirklich schade das es so enden muss, noch tragischer das es überhaupt so anfangen soll.
Wie weit ist zu weit?
Ich hoffe jeder der Helenas Geschichte liest kann sich in sie hineinversetzen und einigermassen nachvollziehen was sie durchmachen musste.

Bild und Ausschnitte sind aus dem original Vice Artikel
Ich bin über Tinder in die BDSM-Szene gerutscht – und habe da total versagt


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Oh-Stern

Oh-Stern!

Und? Freut sich euere Häsin schon auf das kommende Oh-Stern?
Ja, ja, das ist kein Tippfehler sondern extra so geschrieben.
Wer weiss schon heut zu tage wofür überhaupt Ostern da ist?
Das sind doch Feiertage die etwas mit Schokolade, Eier und Hasen zu tun haben…
Eben, das dachte ich mir schon, daher überspringe ich das Religiös belehrende Teil und geh direkt zur skurrile Realität.

Oh-Stern ist ein hochoffizielle BDSM-Feiertag, das wurde vor langer Zeit (am 18. April 2019) beschlossen und niedergeschrieben.
Die Tradition will das an diesen Tagen die Subs sich nur hoppelnd bewegen dürfen und das jeder Missachtung durch ein kräftige Schlag auf dem Arsch (das runde Körperteil der traditionell mit ein flauschiges Pommel-Plug geschmückt ist) bestraft wird. Das entlockt meistens ein „Oh“ und die Sub für ein kurzen Augenblick sieht Sternen. Daher heisst es Oh-Stern.
Gemäss der Brauchtum, geht die als Häsin verkleidete Sub auf Eiersuche und liebkost dieser mit Mund und Zunge wenn sie sie gefunden hat.
Die Überlieferung ist nicht eindeutig dabei ob der Dom seine Eier sofort anbieten soll oder ob die Häsin dafür zuerst betteln muss…
Da Doms von Natur aus gerne geben, wird die Häsin mit eine symbolische Karotte für das Eierlecken belohnt.

Der aufmerksame Leser fragt sich jetzt wo die Schokolade bleibt.
Nun, die wird traditionell als Dessert nach dem Eierlikör serviert.

Frohe Oh-Stern!


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Wie ist es Dom zu sein?

Wie ist es Dom zu sein?

Wie ist es Dom zu sein?

Diese Frage wurde mir gestern per E-Mail zugeschickt. Abgesehen davon das der Typ der mir diese E-Mail geschickt hat zu der Sparte Menschen gehört die ich am liebsten ausrotten würde*, die Frage hat mich beschäftigt.

Super. Dom zu sein ist super. Ich kann ausleben was mir gefällt und ich geniesse es.
Am Anfang war es berauschend weil… Ja wieso eigentlich?
Ich denke am Anfang ist es so berauschend weil es ist was neues, befreiend und befremdend zu gleich. Es ist wie wenn man lernt Fahrrad fahren. Jemand hält das Fahrrad, du trampelst los und am ende der Strasse merkst du das gar keine das Fahrrad mehr hält.
Das ist dieses „Wow! Das war ich, ich alleine!“
Am Anfang ist ein Machtgefühl, ein egoistische „Ich kann das“.
Wie naiv ist diese Denkweise… Du kannst ein scheiss! Du hast nur Glück gehabt jemand zu treffen der das gestattet, der dir die Hand gereicht hat und dich herausgefordert hat. Bis du merkst das es nicht physisches ist.
Das ist die Ernüchterung: es ist etwas viel tiefgründiger und complex und du hast noch kein Schimmer wie die Reaktionen zustande kommen.

Wie ist es ein Dom zu sein?

Dom zu sein ist langweilig… Du brauchst Geduld, um herauszufinden was dich anmacht, was dich innerlich grinsen lässt, bis du erkennst das nicht was du machst sondern wie sie darauf reagiert dein Schalter umlegt.
Egoismus lässt nach und Empathie klopft an…
Das ist eine neue Dimension der Lust, ein zweite Wow-Effekt, du versuchst das aus ihr heraus zu kitzeln, wobei das kitzeln durchaus grausam sein darf…
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn du merkst (hoffentlich) das dein Kopf entgegen der verbreitete Meinung, doch mehr Blut benötigt als dein bestes Stück. Es braucht kein Psychologiestudium, eher Beobachtungsgabe und Verstand zu begreifen welche Reaktion du geil findest und wie du sie hervorrufen kannst.

Wie ist es Dom zu sein?

Dom zu sein ist geil denn du hast den „Trick“ gelernt und du kannst gut damit umgehen. Manchmal denkst du nach und du ertappst dich manipulativ zu wirken, es ist aber keine bösartige Version davon.
Du geniesst es immer wieder aufs neue sie erröten zu lassen, ihr die Sprache zu verschlagen und die Konsequenzen davon. Du weisst sie macht das weil sie dich lächeln sehen will, weil ihr gefällt was dir gefällt.
Was ist denn der Trick? Es hat lange gedauert bis du bemerkt hast das Respekt ist alles was es braucht. Gegenseite Respekt für die Person, die Bedürfnisse und die Sehnsüchte. Es ist diese Respekt der die Tore des Vertrauens öffnet und all die ursprüngliche Gefühle raus lässt, ohne Angst zu haben dadurch verurteilt zu werden.

* Die Frage war spöttisch und definitiv nicht freundlich. Jemand der definitiv nicht begriffen hat, und wohl nie verstehen wird, was eine BDSM Beziehung ausmacht.


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Was schenke ich ihm?

Was schenke ich ihm?

Weihnacht naht und manche Subs sind schon verzweifelt am suchen: was schenke ich ihm?

Ich könnte jetzt eine elegante Überleitung hier stehen lassen und Werbung für mein Shop machen, das wäre aber ein bisschen zu dreist…

Ich muss an dieser Stelle eher eine Lanze für all die Subs da draussen brechen: Ihr seid uns jeder Tag ein Geschenk!
Wir Doms sind nicht immer einfach, nett, lieb und aufmerksam und doch begegnet ihr uns immer wieder mit ein lustvolles Grinsen und bietet euch genussvoll an. Das ist keinesfalls selbstverständlich.
Neben euer Demut und Devotion, ist diese tiefsitzende Wille das uns Doms mit Stolz erfüllt und das kann man nicht schenken.

Die eher richtige Frage ist also nicht „was schenke ich ihm?“ sondern „wie schenke ich mich ihm“. Macht doch etwas was er nicht erwartet oder gerade etwas was er erwarten würde aber noch nicht bekommen hat.
Ein Dom zu überraschen oder ihm eine Freude zu bereiten ist, wie ich schon in „Die mitdenkende Sub“ geschrieben habe, nie falsch.


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Vertrauen

Vertrauen ist gut, sich hingeben ist besser…

BDSM basiert auf Vertrauen, das ist nicht schwierig zu verstehen. Es ist aber kein gewöhnlicher Vertrauen, es ist etwas tiefer als das was man sonst kennt. Es ist kein „ich vertraue dich“ sondern ein „ich vertraue dich vollkommen“. Das macht ein ziemlich grosses Unterschied. Es ist nicht dasselbe wenn die Sub einfach darauf vertraut das es alles ok ist,  gefesselt wird und sich fragt „was wird wohl kommen?“ oder wenn sie tief entspannt, voll darauf vertrauen kann, das egal was passiert, ihr Dom Sorge tragen wird.

Ich habe es bereits im „Nackt“ beschrieben: es ist so eine Vertrauensbeziehung wo man keine Geheimnisse mehr hat, die Seele nach aussen trägt und alles von sich preisgibt. Das ist die Voraussetzung für eine Sub damit sie sich „fallen lassen“ kann, jegliche Bedenken und Gedanken loslassen.
Ohne daran denken zu müssen, weisst sie das, instinktiv und das ist ein qualitativer Quantensprung. Befreit von alle störende und blockierende Gedanken kann sie sich endlich auf das Wesentlicher konzentrieren: das hier und jetzt.

Als Dom merkt man wenn bei der Sub soweit ist. Es sind kleine Details die es verraten: sie guckt nicht mehr nach was kommt, sie wartet ruhig danach. Sie denkt nicht mehr daran was wohl kommen wird, sie grinst und lässt es geschehen. Die Neugierde wird durch Vorfreude ersetzt.
Es ist plötzlich ein andere art zu Spielen, viel entspannter und natürlich.

Es ist aber nicht etwas der erzwungen werden kann, es ist etwas das beide aufbauen und gemeinsam wachsen lassen müssen. Die Investition lohnt sich aber auf jeden fall und jeder das solch ein tiefes Vertrauen erlebt kann mir sicher nur zustimmen.

Bertolt Brecht sagte mal: „Vertrauen wird dadurch erschöpft, dass es in Anspruch genommen wird.“
Gibt eine schönere Art Vertrauen zu geben und in Anspruch zu nehmen als während ein sinnlich und versaute Spiel?

 


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Nicht vergessen!

Nicht vergessen!

Subs fragen sich oft „was kann ich tun um meinen Dom meine Devotion zu zeigen?“
Sie wollen ja gefallen und das schätzen wir Doms auch ungemein.
Es muss nicht immer etwas kompliziert und aufwendig sein, auch ein „Sir, vergessen sie nicht Schirm und Schlüsselbund“ kann sehr erfrischend sein.
Und wenn es dabei nicht gesprochen wird, wird es umso spannender…


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Zerbrechlich

Zerbrechlich

 

Lieber Dom

Ich bin sehr gerne deine Sub und ich bin über deine Aufmerksamkeit sehr dankbar.
Ich weiss das ich dir wichtig bin und du bist mir genau so wichtig. Unsere Neigungen ergänzen sich perfekt.
Du erstaunst mich immer wieder wenn du aus dem nichts, meine unausgesprochene Gedanken aufschnappst und in Taten umsetzt.
Ich liebe diese Intimität die zwischen uns herrscht und ich mag es wenn du mit mir zufrieden bist. Eigentlich möchte ich immer diese Grinsen auf deine Lippen sehen und noch so gerne biete ich mich dir an, damit du Freude an und mit mir hast. Deine Berührungen, egal ob sanft oder hart, gehen mir durch Mark und Bein.
Ich weiss das auch der härteste Schlag und die schmerzhafteste Klemme ein Zeichen der Zuneigung sind und mein Körper und meine Seele sehnen sich danach.
Du hast mir geholfen meine Schwächen zu überwinden und du hast meine Stärken stets gefordert. Du hast mich provoziert, damit ich aus meine Unsicherheit rauskomme, du umarmst mich wenn ich weine und gibst mir ein Sicherheitsgefühl wie sonst niemand. Du warst auf meine Seite wenn ich an mir gezweifelt habe und du hast immer an mir geglaubt, auch wenn ich an deine Aufgaben miserabel gescheitert bin. Du hast aus mir eine stolze Sub gemacht die mit erhobene Kopf durch die Menge schreien würde „Ich bin seine!“

Doch diese starke Sub ist auch sehr zerbrechlich.
Ich brauche dich um mich Stolz zu fühlen, ich muss deine Führung spüren um zu sein.

Mit devoten und unterwürfigen Grüssen

Deine Sub


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Sonne, Mond und Sterne

Sonne Mond und Sterne

Macht zu haben, über jemand verfügen, bedingungslose Unterwerfung erleben.
Gott sein für seine Sub, alles dreht sich um die eine Stelle: der Dom.
Manche reiben sich bereits die Hände und ein Sabbertropfen hat sich auch schon im Mundwinkel gebildet…
Diese Ansicht könnte von Claudius Ptolemäus stammen, er war überzeugt die Erde sei das Mittelpunkt des Universums.
Zur damalige Zeit auch verständlich: aus der Erde betrachtet, drehen sich scheinbar alle Himmelskörper um unser blaue Planet.

Das ist ganz sicher nicht das erste mal das ich diese Thema aufgreife und ich befürchte es wird auch nicht das letzte mal sein.
Es geht wie immer um die philosophische Frage „Was bin ich und was mache ich hier?“, um Ego, um Weltansichten und um Perspektiven.

Nichts ist so wie es scheint.
Auch wenn manche das Gefühl haben ein Dom hat die absolute Macht über seine Sub, dem ist nicht so. Für Aussenstehende ist das Machtverhältnis ganz klar: Er befiehlt und sie gehorcht. Er ist ein tolle Hecht der alles im Griff hat. Er hat die Macht.
Die Frage ist nur: was macht ein Dom so mächtig? Sein Charisma? Sein Können? Oder seine Persönlichkeit? Weit daneben…
Es ist nicht eine Macht der er hat, es ist eine Macht die er bekommt.
Kultur, Sprache und Moral bieten wenige Möglichkeiten so ein Verhältnis eindeutig zu definieren. Wir selber verfallen in vorgefertigte Muster um sowas zu beschreiben. Wenn eine Sub sagt „Mach mit mir was du willst“ meint sie „Ich lasse dir mit mir machen was du willst und ich auch möchte“.
Bei D/S wird oft von Machtgefälle gesprochen, was an sich auch richtig ist. Wichtig ist aber zu verstehen das diese Gefälle erste durch eine Machtverschiebung entsteht, es ist eine Übergabe. Was Dom machen darf ist was Sub ihm erlaubt zu machen.
Natürlich ist es keine klassische Übergabe, die Sub wird nicht explizit bei Spiel beginn sagen „So, jetzt darfst du“ oder „Jetzt kannst du übernehmen“.
Es passiert mehr oder wenig stillschweigend, was aber nicht bedeutet das keine Kommunikation stattfindet.

Nichts ist selbstverständlich.
Diese Machtverschiebung will gepflegt werden, es ist kein Selbstläufer der einmal in Bewegung gesetzt, einfach so weiter funktioniert.
Es ist ein Spannung die nur zurecht herhaltet wird durch eine Bindung zwischen Dom und Sub. Erst durch diese Interaktion kann sich ein Machtverhältnis einstellen. „Was will ich?“ ist sicher die erste Frage die ein Dom sich stellen muss, die sollte aber unmittelbar von „Was will sie?“ gefolgt sein.
Auch eine Sub hat Wünsche und sie wird der eigene Dom umso mehr angetan sein wenn er diese erfüllen kann. Die Macht die euch Dom angeboten wird, will verdient werden. Kommunikation ist das wichtigste instrument zwischen Dom und Sub. Zu wissen wie der Gegenüber tickt, was er fühlt, denkt und sich wünscht ist unabdingbar.

Es hat 1400 Jahre gedauert bis Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Galileo Galilei die Sonne in Mittelpunkt unsere Planetensystem setzten.
Ich hoffe es wird nicht so lange dauern bis die egozentrische Dom Ansichten der Vergangenheit gehören werden…

Dom und Sub sind wie Erde und Mond, in ein kreisende Tanz verbunden um die SM-Sonne herum, vor eine Kulisse von funkelnde Sternen.


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die mitdenkende sub 3

Die mitdenkende Sub 3

Was? Schon wieder „die mitdenkende Sub“?
Ja, wenn etwas noch nicht perfekt sitzt habe ich keine Ruhe also feile ich noch herum.

Es erstaunt mich immer wieder das etwas was ich ziemlich banal finde so ein Echo hat.
Ich danke euch dafür, jegliche Feedback ist willkommen.
Die zwei „Mitdenkende Sub“ Beiträge haben es definitiv in sich und das freut mich, ich habe offenbar ein Nerv getroffen.

Die SM-Welt wird wohl immer in zwei getrennte Lager sein: die „ich befehle, du führst aus“ und die „Oh schön, du wartest und bietest mir die Gerte an“.
Ich habe es aber immer aus der Dom Perspektive betrachtet und wie ihr bereit wisst, ich mag es wenn eine Sub mitdenkt.
Wie denkt aber eine Sub?
Gut, einerseits eine Sub wird sich, bewusst oder nicht, der Wünsche ihren Dom anpassen. Sie lernt wie er tickt und was er erwartet und setzt es dem entsprechend um.
Anderseits kann eine Sub auch von sich aus, und ohne explizite Dom-Wünsche, die Initiative ergreifen.
Und was ist der Unterschied? Was macht aus eine passive Sub eine die mitdenkt?
Die magische Zutat ist Devotion.
Eine devote Sub will gefallen, will ihren Dom aktiv Freude bereiten. Sie wird sich entsinnen um herauszufinden wie sie besser werden kann und die Belohnung ist ein zufriedene Dom. Darum wird sie mitdenken, vorgreifen und bereit sein, bevor ihr Dom etwas sagt oder andeutet.

Also die mitdenkende Sub ist eine devote Sub.


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Richtig oder Falsch?

Richtig oder Falsch?

Anfänger Subs stellen sich oft die Frage „wie kann ich es richtig machen?“ , denn sie möchten es ja auch richtig machen.
Sie verschwenden unheimlich viel Hirnschmalz beim überlegen wie sie was machen sollten, anstatt es einfach zu machen…

Mein Rat für alle Anfänger-Subs: macht es einfach, egal was, egal wie.*
Ein erfahrene Dom wird schon genug Geduld haben um euch zu zeigen wie er was will und/oder erwartet.
Lasst euch führen, euch auf neue Erlebnisse mitnehmen und euer Spass teilen.
Am Anfang ist besser wenn ihr euch konzentriert auf was ihr fühlt, auf euere Geilheit. Euer Dom weiss was ihm gefällt und er wird schon auf seine Kosten kommen.
Wichtig ist die Kommunikation danach. Was hat euch gefallen, was nicht, wie hat sich es angefühlt?
Ich weiss, die devote Neigung kann dazwischen funken mit „ich will ihm doch gefallen“. Lasst euch nicht täuschen, er wird seine Dominanz geniessen.
Für das „gefallen“ müsst ihr euch erst besser kennen. Diese Interaktion „von unten“ setzt voraus das ihr wisst das es gut ankommt.

Und was wenn der Dom auch ein Anfänger ist?
Dann ist die Kommunikation umso wichtiger. Ihr seid beide auf eine Erkundungsreise und nur der Austausch wird euch voranbringen.

Vergesst das „richtig oder falsch“, verschwendet nicht zu viel Zeit bei der Frage „gefällt ihm das“. Er wird euch das schon mitteilen.

 

* Ich setzte voraus das wir hier von Verantwortungsvolle Doms reden, jene die sich ums Wohlergehen der Sub kümmern.


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Ich befehle!

Ich befehle!

Eine D/S Beziehung ist eigentlich ganz einfach: ich befehle und du folgst.
Was aber wenn sie nicht folgt? Will sie eine Bestrafung provozieren? Will sie mich testen? Oder war mein Befehl nicht durchführbar?
Wohl nicht so einfach…
Doch, es ist einfach wenn man als Dom nicht vergisst das D/S keine Einbahn ist.
Es geht, wie bei jeder andere Beziehungsform um Kommunikation, und die muss nicht mal Verbal sein.
Es wird immer von „Sub Lesen“ gesprochen, aber es gibt ein andere Wort dafür der in unsere Kreise vermieden und totgeschwiegen wird: einfühlsam.
Bei alle Begriffe die ein Dominante beschreiben, kommt „einfühlsam“ sehr selten vor, sollte aber Pflicht sein.
Ein Dom der nicht einfühlsam ist, kann nicht nachvollziehen was in eine Sub vorgeht, er ist blind und taub.
Es ist Voraussetzung für ein Dom diese Eigenschaft zu haben, alles andere ist Missbrauch.

Die Versuchung ist gross in eine egozentrische Denkweise zu fallen und die Sub als Objekt zu betrachten und entsprechend zu benutzen.
Ein Objekt hat aber keine Seele, keine Gefühle und verliert keine dan.net/2017/01/24/gedanken/">Gedanken an das was mit ihm geschieht.
Bei aller Strenge und bei noch so ausgeprägter Dominanz, ein Dom sollte nie vergessen das grösste Geschenk zu würdigen: die entgegengebrachte Unterwerfung.
Es ist nicht selbstverständlich das eine Sub sich euch unterwirft, umso weniger das euch Respekt gebührt wen ihr kein Respekt anbietet.

Achtet auf wer sich euch zu Füsse wirft, das ist ein Befehl!


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Das geht doch nicht!...

Das geht doch nicht!…

„Würdest du eine Schwarze Sklavin annehmen?“ stellte jemand als Frage in ein SM Forum.
Kurz darauf die erste Antwort: „Keine Ahnung, wieso nicht? Hautfarbe spielt für mich keine Rolle.“
Die Reaktion darauf war für mich sehr überraschend wie auch befremdend: „Spinnst du? Geht gar nicht! Du bist weiss…“
„Ja, ich bin ein weisse, und? Ist sie rassistisch? Was soll das ganze? “ konterte der zweite, offenbar entnervt.
„Denk an die Sklaverei, das geht doch nicht…“
Ich war kurz sprachlos… Wie bitte?
Es ist also nicht eine frage von Hautfarbe sondern von geschichtliche Ethik?

Sicher Abraham Lincoln, wäre er Dom gewesen, hätte solche bedenken gehabt. Wir sind aber nicht mehr im Jahr 1850 und ich hoffe keine von uns Dom auf die Idee kommt nach Afrika zu fliegen um Frauen in Ketten abzuschleppen…
Gibt es bestimmte Kombinationen die aus ethische Gründe taboo sind? Selbstverständlich gibt es die, es sind aber solche womit sich das Strafbuch befasst.
Es ist mir absolut bewusst das es die Sklaverei gegeben hat (und immer noch gibt’s) aber das sollte auf keinen fall mit SM zusammengebracht werden.
Das eine hat und muss mit dem andere nichts zu tun haben. Es geht doch um zwei Menschen die bewusst und aus eigene Wille ein gemeinsame Weg einschlagen.
Wenn überhaupt die Sklaverei ein Thema sein sollte, dann für die dunkelhäutige Frau die entscheidet sich einen Dom zu unterwerfen, und glaubt mir wenn es so wäre würde sie sich sicher nicht ein weisser Dom suchen.
Ich finde es zwar schön das ihr taktvoll sein wollt aber habt ihr echt keine andere Sorgen?

Liebe Subs, egal was für eine Herkunft, Hautfarbe, Glauben und Erziehung ihr habt, bleibt euch selber treu.
Wer sich um solche Merkmale kümmert, weiss nicht zu schätzen was in euch steckt: Persönlichkeit, Charakter, Erfahrung, Motivation, …

Extra dazu ein paar passende Bilder von Frauen die garantiert nicht auf eine Baumwolle Plantage arbeiten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

PS:
während ich diese Post am schreiben war, wurden die betreffende Forum-Einträge gelöscht da es auch noch etliche rassistische Bemerkungen geäussert wurden.
Gut so. Das geht doch wirklich nicht!


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Die zehn Dom Gebote 2

Die zehn Dom Gebote 2

Vor knapp einen Jahr hatte Die zehn Dom Gebote eine ziemliche Resonanz und ich danke euch für alle Kommentare.
Ich bin wieder darauf gestolpert und beim durchlesen habe ich bemerkt das ich es damals ziemlich knapp geschrieben habe.
Ich wäre nicht ich, wenn ich das so stehen lassen würde, also hier eine revidierte Version:

Sei ehrlich:
Ein unehrliche Dom ist das schlimmste was es gibt.

Deine Sub vertraut und glaubt an deine Ehrlichkeit. 
Wenn du unehrlich bist kannst du kein Respekt erwarten und du schwächst deine Position.

Definiere ihre Rolle:
Lege nicht einfach los, überlege genau: was macht aus ihr deine Sub? Sie muss wissen was von ihr erwartet wird.

Benutze Rituale und Abläufe, wie vor dir knien, um eine Kontinuität einzubringen. 

Sei dabei:
Eine Sub wird nicht immer gleich unterwürfig sein, sondern mal mehr und mal weniger.

Erwarte nicht das sie sich jederzeit vor deine Füsse wirft. Damit sie ihre Unterwürfigkeit ausleben kann, braucht es deine Dominanz.

Achte auf sie:
Sie ist dein grösstes Gut, jemand der dir Freude bereiten will wie sonst keine.

Achte auf ihr wohl, körperlich und geistlich. 
Dazu gehört auch ihre Grenzen zu respektieren und ein „Stop“ ohne wenn und aber folge zu leisten. 

Stecke erreichbare Ziele:
Sie will es richtig machen und zu deine Dienste sein. Unrealistische Ziele werden sie daran zweifeln lassen ob sie es jemals richtig machen wird. Sabotiere nicht ihr Enthusiasmus und Wille mit unerreichbare Ziele.

Erlaube Fehler:
Die perfekte Sub gibt es nicht, sie wird Fehler machen und das gehört dazu.

Auch wenn sie mit Herz und Seele dabei ist, sie wird ab und zu scheitern.
Helfe ihr die Fehler zu erkennen und zeige ihr wie sie sich verbessern kann.
Sie will es für dich machen, sei also ein gute Lehrer.

Bestrafe sie:
Fehler zu machen ist menschlich. Fehler aus Missmut, Trotz, Faulheit oder Unaufmerksamkeit zu begehen müssen aber bestraft werden. 

Sag ihr klar und deutlich warum sie bestraft wird damit sie solche Fehler in Zukunft vermeiden kann.

Sag ja:
Sag ja wenn sie nach eine erfolgreich erledigte Aufgabe etwas verlangt. Sag ja wenn sie ein oft wiederholte Fehler plötzlich weglässt. Sag ja wenn sie mit ihren Wille und Hartnäckigkeit voran kommt. Sag ja weil manchmal ist auch für sie schön ein „ja“ zu bekommen.

Sag nein:
Nicht nein zu sagen ist schlimmer als nicht ja zu sagen. Sie muss wissen wo die grenzen sind und vor allem sie will dich verstehen.

Sag nein damit sie merkt das du entscheidest.

Fordere sie:
Je mehr sie lernt, desto besser wird sie ihre Rolle einnehmen. Rituale und Abläufe geben ihr Sicherheit aber eine Überraschung, eine Abweichung in ein Ablauf werden sie fordern und sie wird dadurch noch besser.

Belohne sie:
Wenn sie etwas gut macht lass sie spüren das du stolz auf sie bist. Deine Freude ist ihre Freude.

Sei ein Freigeist:
Lass dich nicht von andere vorschreiben was und wie du als Dom agieren sollst.

Es gibt keine Rezepte und auch keine Bibel dafür. Mach was dir und ihr passt.
Erforsche deine und ihre Lust, frei von Vorurteile und von Zwänge.

 

Die aufmerksame unter euch haben durchgezählt und bemerkt das es nun zwölf Punkte sind.
Es bleiben die zehn Dom Gebote, im sinne von in Stein gemeisselt, ganz egal wieviele es tatsächlich sind.


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Kalendersprüche

Kalendersprüche

Wer SM noch nie ausprobiert hat, kann SM auch nicht verstehen.
Ein guter Dom muss zuerst die Sub-Seite erleben. Das sind nur einige „SM-Weisheiten“ die ich oft höre (heimlich warte ich auf ein altmodische SM-Kalender mit entsprechende Kalenderprüche…).

Was ist aber dran an solche hartnäckige pauschale Aussagen?
Ich war doch auch mal „Vanilla“ bevor es mit SM los ging. Was habe ich damals über SM gedacht?
Und habe ich meine Dom-Karriere“ ruiniert indem ich mir nie mein Arsch habe versohlen lassen?

SM ist sicher nicht ein beliebte Grillparty Thema, eher wird es wie Homosexualität durch den Kakao gezogen.
„Sonst hole ich mal die Peitsche“ ist eine häufig verwendete Redewendung um Druck auszuüben die aber selten wortwörtlich verstanden wird, und fast immer mit irgend ein Lachen quittiert wird. Nichts desto trotz jeder stellt sich etwas dabei vor. Für die meiste wird es wohl eine karikaturartige Figur die eine Peitsche knallend schwingt.
Für einige andere wird es aber der eigene Kopfkino ankurbeln, obwohl die noch nie ernsthaft ein einzige dan.net/2017/01/24/gedanken/">Gedanken an SM verloren haben.
Die Neigung klopft leise an und wird dabei bestimmen welcher Rolle der- oder diejenige in der Kopfstreifen spielt…
Also in wesentliche ist SM schon zu diesen frühe Zeitpunk klar: es geht um Macht und in welcher Rolle man spielen würde.
Ich denke also, jemand der an der Schwelle zur SM steht hat schon eine ziemlich klare Vorstellung in welcher Richtung seine Gedanken sich bewegen werden.
Für mich ist der Kalenderspruch falsch und sollte eher lauten „wer keine Neigung hat wird es schwer haben SM zu verstehen“.

Und was ist mit den Dom die angeblich als Sub-Azubi die Gesellenprüfung ablegen sollen?
Nun ja, wer mich kennt (oder hier folgt) weiss das ich nie unterwürfig war und auch das ich Switcher nicht ein besondere Stellenwert zuteile.
Nichts gegen das Switchen an sich, wer das mag soll sein Plausch haben. Ich denke aber das durch das Switchen die Feinheiten der Machtgefälle zerstört werden.
Bei klar und beständig definierte Rollen wird das Machtverhältnis kultiviert und gepflegt in eine Art und Weise die sonst nicht möglich wäre.
Ich verstehe aber wenn die Argumentation dahin zielt das man somit die andere Seite verstehen kann. Ich verstehe es, ist aber nicht für jeder der einzige Weg als Dom.
Meine Meinung nach, ein guter Dom ist eine der eine Sub lesen kann, der weiss die Reaktionen richtig zu interpretieren, der genug Empathie hat um zu verstehen was im Kopf und Körper der Sub vorgeht. Im weiteste Sinne ich erlebe die andere Seite bei jeder Begegnung mit eine unterwürfige oder devote, und das ohne die Seite zu wechseln.
Es gibt natürlich aber auch stumpfsinnige Dom Exemplare. Ob aber eine Seitenwechsel der erwünschte Erfolg mit sich bringt, mag ich in solch ein fall zu bezweifeln…


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Zum hinknien

Zum hinknien

Vertraue nie ein Dom der sagt „Schatz, ich habe eine neue Idee betreffend unser Wohnzimmertisch. Du wirst dafür hinknien!…“


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Philosophie

Philosophie

Als Weihnachtsgeschenk habe ich eine Magen-Darm Grippe bekommen und in Fieber delirium hatte ich eine Vision: die Philosophie der drei Stufen der BDSM-Erleuchtung.
Nein, nein, keine sorge mir geht es wieder gut und ich werde keine Sekte begründen (obwohl…).

Was macht aus ein Dom ein guter Dom war wohl die Frage die sich mein Unterbewusstsein heimlich in den Fieber Meander gestellt hat.
Ist es die Technik, die Finesse oder die Empathie? Ja, ja und ja sind die jeweilige Antworten.
In mein Delirium sah ich konzentrische Kugeln und mir wurde es klar: es sind Stufen.

Können (alles hat ein Anfang)
Das ist wohl der erste Schritt, vom denken zum machen. Seine Fantasien in der Tat zu verwirklichen, eine Sub zu finden und zu verführen, die geile Visionen in Realität umzuwandeln.
Das hört sich einfacher an als es ist und jeder ist sicher schon in Ablauf-Stopper eingetappt:
Die Sub ist endlich schön gefesselt wie ein Salami aber moment mal… was nun?
Es braucht Übung und ein bisschen Fantasie um es fliessend zu machen und irgendwann kann man es. Es ist aber bis jetzt ziemlich Dom Egozentrisch und obwohl der Geilheit-Faktor gegeben ist, etwas fehlt…

Kennen (der goldene Schnitt)
Mit der Zeit merkt man wie die Sub reagiert und der Dom wird versuchen gewisse Reaktionen gezielt hervorzurufen. Er wird an ihre Ängste, Sehnsüchte und Wünsche herumkitzeln. Das Spiel wird zur Kopfsache und raffinierter. Die Werkzeuge wechseln von der Peitsche hin zu Gedanken, das Kopfkino wird zelebriert. Es ist plötzlich eine Qualität die man nicht mehr missen will. Doch es geht noch weiter…

Fühlen (die Art zu schweigen)
Wenn anstatt ein Gestöhne nur ein leichtes Zittern reicht, wenn ein einzige Blick ganze Sätze ersetzt dann ist die innerste Kugel meiner Vision erreicht. Wenn eine einzige Berührung das Spiel im gang setzt und Dom und Sub auf der gleiche Welle der Geilheit tanzen ist das ziel erreicht. Nicht ein Ziel in spielerischen Sinn, natürlich sind da keine Grenzen gesetzt, ein Ziel in der Art der Beziehung. Von hier an ist die Summe der Gefühlen von Dom und Sub die das Spiel vorantreiben.

Das kling philosophisch und das ist es auch. BDSM ist keine Lebensweise sondern viel mehr eine Denkweise. In diesem Sinne, denkt ihr ruhig weiter.


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Die Reise ins Nirgendwo

Die Reise ins Nirgendwo

Die Reise ins Nirgendwo
Ich denke nicht das BDSM der einzige richtige Weg ist seine Sexualität auszuleben. Es ist eine davon und zugegeben ich finde es dufte.
Ich wurde schon oft gefragt wie ich zu BDSM kam. Ich kann keine einfache Antwort geben.
Ich bin mir sogar nicht sicher ob ich überhaupt dazu kam, ob es nicht schon immer da war.
Man kann aber die Frage auch als Neugierde über mein Werdegang verstehen. Die Frage ist auch einfacher zu beantworten 🙂
BDSM ist eine Reise. Man lernt sich kennen, man entdeckt sich neu. Ich musste nicht meditieren oder ein indische Guru danach fragen, ich musste nur meine eigene Reaktionen und Emotionen beobachten die langsam und stetig sich durch den Verdunkelungsschleier ein Weg bahnten. Manche mögen nicht wenn man BDSM als „dunkle Seite“ bezeichnet, ich finde es aber passend denn bevor wir es bewusst raus lassen, liegt es im Dunkel und gut abgeschottet. Es ist also eine dunkle Seite die nur darauf wartet ans Tageslicht zu kommen. Und wenn die da ist, ist sie alles andere als dunkel, es ist ein Meer an bunten Farben die nur auf die passende Leinwand warten. Ich habe extra ein Kunstvergleich herbeigezogen denn es geht um Kunst und Kreativität. Plötzlich merkt man wozu die „Gabe“ gut ist und man will die neu entdeckten Eigenschaften auch einsetzen um noch mehr zu erfahren.
Paradoxerweise diese Selbstentdeckungsreise kann nur mit ein (oder mehrere) Partner erfolgen, in meinen Fall sind es weibliche Subs. Die sind auch auf eine Selbstentdeckungsreise, auf eine andere Art aber die verfolgen ein Traum. Ich bin der Fährmann der Träume, ich schippere Subs durch ein Fluss und muss ständig auf meine Erfahrung und auf die Hinweise die ich bekomme achten um die Fähre erfolgreich durch die Gewässer zu leiten, hin zu ihre Träume.
Ich muss hier der Mythos widerlegen: Subs werden nicht nach der wünsche der Dom geformt, die Formen sich selber. Während ein Dom auf seine Reise Fähigkeiten entdeckt und verfeinert, eine Sub entdeckt Sehnsüchte und teilt der Dom mit wie er sie stillen kann.
Ein guter Dom formt also nicht seine Sub, er extrahiert die wahre Persönlichkeit, er befördert das beste heraus. Subs legen die Skizze der eigene Traumgeschichte den Dom vor, seine Aufgabe ist ein Drehbuch herauszuarbeiten und Regie zu führen. Erfolgreich wird es aber nur wenn beide gut kommunizieren.
Ein zweite Mythos ist jetzt auch fällig: bei BDSM geht es um Peitschen und Leder.
Nein, es geht um Kopf, um Verführung und Umgarnung. Es ist ein ständiger Gedankenfick.
Subs wollen verführt werden aber nicht wie man es sonst kennt, sie wollen sich ein Dom anvertrauen der sich nicht nur an ihren nackten Körper erfreut sondern an ihren nackten Gedanken. Jemand der versteht diese intime Sehnsüchte und weiss richtig damit umzugehen.
Peitschen, Leder und Seilen sind nur Schmuck, sind Requisiten um ein Bühnenbild zu kreieren, um eine Ambiente herbei zu zaubern.
Ein Gedankenfick kann aber nur funktionieren wenn die Gedanken in der gleiche Liga spielen.
Der dritte Mythos ist: ich befehle und sie führt aus. So einfach ist es nicht und abgesehen davon, es wäre extrem öde und langweilig…
Ich suche die Herausforderung, ich möchte eine ebenbürtige Partnerin die mit Verstand vor mir kniet und sich mich anbietet. Jemand dem ich die Hand anbiete und zu eine Reise ins Nirgendwo verführen kann.


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