verbrannte erde

Verbrannte Erde

Ich hatte eine unbekümmerte Jugend, so unbekümmert wie eine Teenagerjugend sein kann.
In eine ländliche Gegend scheint die weite Welt ein Ort irgendwo hinter den Bergen zu sein.
Es mag klischeehaft klingen aber es war schon ein Stuck heile Welt. Schlimme Sachen waren nur beim Tagesschau zu sehen.
Aber als Teenager hat man es nicht leicht. Kaum ist ein bisschen Verstand vorhanden wird es untereinander gewirbelt durch unbeständige Hormonwallungen…
Ich hab auch, wie jeder andere in mein Alter, irgendwann entdeckt das Mädchen nicht nur doof sind sondern auch geil.  Das eine führt zum andere…
Natürlich war das erste mal etwas ganz besonderes (wenn ich heute daran denke, wohl nicht so ganz). Von einer Gelegenheit zur nächste…
Eine ganz besondere traf ich an ein Samstag nachmittag.

Ich hatte morgens noch an mein Motorrad herumgeschraubt.
Mit 17 Motorradfahren ist nicht erlaubt aber in ein Tal herrschen andere Gesetze als sonst irgendwo. Abgesehen davon, die lokale Polizei hatte ein Lada Niva als Dienstfahrzeug, also nur geeignet als Schneckenverfolger oder als Schattenspender in Sommer…
Samstag Nachmittag war wie üblich Baden angesagt. Die ganze Jugend traf sich am Fluss um abhängen und natürlich flirten. Schnell was essen und die Sachen packen,  Fluss ich komme!
Die übliche Verdächtige waren schon da aber ich ging weiter auf dem schmale Wanderweg und hielt Ausschau nach ein geeignete Platz. Mein bester Freund kam mir entgegen und warnte mir vor: er habe Sonja und Katja überreden können mit uns zu baden und sonnen.
Wow, Sonja? Echt?
Sonja war für uns Jungs eine unerreichbare blonde Göttin aus eine gut situierte Familie.
Nicht nur das sie bildhübsch war, sie war auch selten zu treffen da sie in eine Privatschule untergebracht war. Manche hatten ihr Glück bei ihr versucht aber wie kann man ein Mädchen beeindrucken die schon alles hat? Wir verkehrten definitiv in verschiedene Welten.
Das hat mich aber nicht daran gehindert nächtelang davon zu Träumen…
Ich hab ein allgemeine Gruss in die Runde geworfen und mein Badetuch ausgebreitet.
Die zwei Mädchen haben kurz zurückgegrüsst und sich weiter unterhalten über Mode oder was weiss ich. Ich machte mir keine Illusionen.
Naja, wir hatten wenigsten ‚was für die Augen.
Mein Freund fragte mich ob mein Motorrad wieder in Ordnung sei.
„Yep, der Vergaser war voll verdreckt, jetzt lauft aber alles wieder rund.“
Daraufhin drehte sich Sonja zu mir „Du hast ein Motorrad? Kannst du mir das Fahren beibringen?“
Ich musste kurz schlucken. Sie spricht mit mir.
„Hm… du weisst aber schon das ich illegal fahre?…
Sie lächelte (Oh Gott ist sie hübsch) „Ist mir egal!“
Ich lächelte zurück „Wie Bonnie und Clyde? Nee, lass mal gut sein…“
„Ach bitte…“ und legte ein Hundeblick auf „Ich bin eine gute Schülerin und ich lerne schnell…“
Wie konnte ich nein sagen? Und hallo, das ist Sonja!
„Ok, aber nur auf Industriestrasse, keine öffentliche Strassen…“
Der Satz war noch nicht ganz fertig als sie sich zu mir lehnte und mir ein Kuss auf der Wange druckte. „Danke! Heute Abend?“
Ich war durch den Wind: ich habe ein Date mit Sonja. „Ja ok, gegen 18 Uhr?“
Sie nickte strahlend und ich war ihr verfallen.
Mein Freund schaute mich an als wäre ich ein Alien, eine Mischung von Respekt und Neid. Hauptsächlich Neid.
Die Sonne erschien heller an diesen Nachmittag.

Ich war zu früh, das wollte ich auf keinen Fall verpassen oder vermiesen.
Keine Ahnung wie oft ich meine Uhr angeschaut habe, um 18:05 dachte ich schon ich wäre verarscht worden. Aber da kam sie: enge stretching Jeans, T-Shirt und ein breites Grinsen.
Ich konnte es immer noch nicht ganz fassen das ich ein Date mit dieser blonder Venus hatte.
Wir haben uns begrüsst, sie war schon ganz aufgeregt und liebäugelte mit meine Suzuki. Ich musste mich konzentrieren um nicht zu sabbern. Ich hab ihr ein Motorrad-Crashkurs gegeben und dann war es so weit.
Ich hab das Motorrad angelassen und sie hat platz genommen. Ich bin hinter ihr aufgestiegen und dann ging es los: Kupplung ziehen, Gangschalter runterdrücken, ein bisschen Gas geben und die Kupplung langsam los lassen. Nach drei mal Motor abwürgen hat sie es geschafft und wir ratterten los auf der Industriestrasse.
Wir hatten kein Helm an und ihr blondes und wohlriechende Haar flatterte in mein Gesicht.
Am ende der Strasse hat sie angehalten und wir sind abgestiegen. Ich sah das sie zitterte, vollgepumpt mit Adrenalin.
„Du bist ein Naturtalent“ sagte ich und sie umarmte mich, ihre Brüste an mich gepresst und ihr Herzschlag deutlich spürbar.
„Halte mich fest… Wie schnell war ich?“ Ich musste lachen, wir sind im ersten Gang gefahren…
„Nicht so schnell, das kommt aber noch. Wollen wir weiter machen?“
„Ich muss mich erst beruhigen…“ und sie küsste mich, leidenschaftlich.
Wow! Ich hab meine Beherrschung schnell vergessen und uns wurde klar: fertig mit Fahrstunden…
Wir sind am andere Ende der Industriezone gefahren (diesmal ich am lenken) und wir haben es uns auf einer Wiese am Waldrand bequem gemacht. Sehr bequem…
Fummeln, Küssen und noch mehr fummeln.
In Schutz der Dämmerung haben wir Sex auf der Wiese gehabt. Oh mann, ich habe Sex mit Sonja!
Das war der Anfang unsere Beziehung die genau 4 Wochen und 2 Tage dauerte.

Von da an haben wir uns regelmässig getroffen, heimlich.
Ihre Eltern wussten offenbar nicht wie gerissen sie war und ich war eh unter ihr stand.
Wir hatten Fahrstunden und heimliche Sex in eine verlassene Scheune. Wir waren sehr leidenschaftlich und wild, hormongesteuert und konnten uns nicht satt von einander haben. Ein nachmittag in der Scheune hat Sonja ein paar alte Seile entdeckt und wollte das ich sie an einer der Balken fessle. „Du bist verrückt aber ich liebe dich“ hab ich gesagt und hab sie mit gespreizte Arme, wie am Kreuz, am Holzbalken festgebunden. Ich werde diese Augenblick nie vergessen! Sonja nackt, gefesselt, wehrlos, Geilheit strahlend und wunderschön vor mir.
Sie schaute mich an und sagte „ich bin deine…“.
Das hat bei mir wie ein Schalter umgelegt und ich habe augenblicklich erkannt das ich mehr wollte. Ich hab sie gefesselt genommen, immer härter und sie hat mich dabei noch angespornt „mehr!…“
Als ich fertig war habe ich die roten Flecken auf ihre Haut gesehen, dort wo ich sie angepackt hatte. Ich entschuldigte mich bei ihr, ich war völlig verwirrt… Was habe ich gemacht? Ich löste schnell die Seile und sie hat sich sofort an mein Hals geworfen „Du musst dich nicht entschuldigen. Ich mag es wenn du Rau zu mir bist…“
Ein dominante Sadist und eine unterwürfige Masochistin hatten sich getroffen.
Wir haben unsere Spiele immer wieder gesteigert, Schläge kamen hinzu, Züchtigungen. Jedes mal wenn ich das Gefühlt hatte ich müsste mich bremsen hat sie mich wieder angespornt.
Es war so geil, viel besser als alles was ich bisher erlebt hatte!

Das ganze nahm ein unerwartete ende an ein Montag Abend.
Meine Ferien waren vorbei und wir trafen uns während der Woche abends in der Scheune.
Es war wie immer geil und wild und mit ein leidenschaftliche Kuss haben wir uns verabschiedet.
Ich war zu Hause, frisch geduscht und plünderte unser Kühlschrank als es bei uns an der Tür klingelte. Meine Mutter machte auf und ich hörte wie sich ein mann als Polizist vorstellte und nach mich fragte.
Meine Mutter rief nach mir „was hast du wieder mit dem Motorrad angestellt?“
Als ich zur Tür kam sah ich die zwei Polizisten vor mir „…sie sind verhaftet wegen Körperverletzung…“ und schon wurde ich in Handschellen abgeführt! Mein Vater bekam eine Kopie der Verhaftung in die Hand gedruckt und konnte nur zuschauen als die Polizisten mich wegführten. Ich dachte zuerst an eine diese fiese Scherze die wir unter Freunden machten aber das war doch eine Dimension zu gross…
Erst auf der Polizeiposten konnte ich anhand der Fragen die mir gestellt wurden erkennen was passiert war.
Sonja wurde von ihre Mutter im Badezimmer nach dem duschen überrascht und die rote Striemen an ihren Körper waren immer noch gut sichtbar…
Scheisse, wie soll ich das erklären? Soll ich überhaupt probieren das zu erklären?
Ich hab nach ein Anwalt gefragt, wie man in den Krimis immer sieht und sagte nichts mehr.
Ich stamme aus eine Arbeiterfamilie und Geld war immer zu knapp, der Pflichtanwalt den ich bekam war sehr jung, frisch aus der Uni. Ich hab ihm die ganze Geschichte erzählt und sein Gesicht wechselte dabei ein paar mal die Farbe. Er stotterte ein paar Fragen und es war ihm sichtbar unwohl. Offenbar war er nicht auf sowas vorbereitet…
Er versuchte bei Sonjas Familie zu schlichten und sie dazu bewegen die Anklage zurückzuziehen, vergeblich.
Ich wurde in Untersuchungshaft gestellt und wurde am Tag danach vor dem Untersuchungsrichter gezerrt.
Der Anwalt hatte mich empfohlen bei Fakten und Wahrheit zu bleiben und meine antworten „nicht zu blumig“ zu gestalten. Der etwa 60 Jährigem Jugendrichter war definitiv nicht von meine Schilderung angetan, blumig hin oder her… Er schaute zu mir angewidert, wie wenn er eine riesen grosse Kakerlake vor ihm wäre.
Am Abend der zweite Tag im Haft wurde ich freigestellt. Meine Eltern und der Anwalt holten mich ab.
Es wurde mir erklärt das die Anklage zurückgezogen wurde aber nur gegen eine Verfügung: ich durfte Sonja nicht mehr sehen, mindestens 100m Abstand.
Ich hatte ein Wechselbad der Gefühle: ich war froh wieder draussen zu sein, ich war tief bestürzt Sonja zu verlieren, und wie soll ich das jetzt meine Eltern erklären?…
Was soll ich überhaupt erklären?

In ein Dorf mit 350 Einwohner bleiben solche Neuigkeiten nicht lange verborgen. Kurz, ich war der Schläger, noch schlimmer: ein Mädchen Schläger! Es kam mir vor als hätte ich die Pest, jeder vermied mich, wechselte die Strassenseite, auch meine angebliche Freunde.
Nur mein bester Freund hielt zu mir. Über ihn erfuhr ich das Sonja in ein Internat gesteckt wurde. Eigentlich niemand sollte wissen in welche aber über Sonjas Freundin hatte er die Adresse bekommen. Ich wollte sie suchen aber er erinnerte mich an der Verfügung: 100m Abstand. Zähne zusammenbeissen und durch…
Ich habe über mein Freund noch ein paar Briefe an Sonja geschickt, bekam aber nie eine Antwort. Entweder wurde die Post durchgesucht oder sie wollte nicht antworten…
Ich habe meine Ausbildung beendet, ging zur Armee und kurz darauf habe ich ein Job in Zürich gefunden. Ich habe mein Frust zuerst mit Alkohol und dann mit Drogen gestillt.
Als Wochenaufenthalter bin ich jeder Wochenende ins Tessin zurückgefahren und habe dabei erlebt wie mein Ruf mich voreilte. Es gab genug Leute die mich meideten, es gab aber auch solche die explizit nach dem „Badboy“ suchten. So kam es zu ein paar Episoden auf die ich nicht stolz bin…
Ich war frustriert, ich hatte immer noch das erlebte mit Sonja im kopf und ich wurde mein Ruf gerecht. Ich habe zwei junge Frauen kennengelernt, und vor allem sie lernten mich kennen… Innert kürzeste Zeit sind die davon gerannt. Ich habe übertrieben. Im Frust, im rebellische modus, damals keine Ahnung über SSC, ich hab einfach ausgelebt was ich für richtig hielt.
Das hat aber nicht geholfen, im Gegenteil, ich war der einzige Perverse weit und breit und ohne die einzige die mich verstanden und mich geliebt hat.

Ich hab darauf beschlossen ein Strich zu ziehen und meine Vergangenheit hinter mir zu lassen.
In Zürich niemand weiss über meine Schandtaten, ich kann neu anfangen. Fertig mit Alkohol Exzesse, fertig mit Drogen. Ich hab mein Domizil gewechselt und nur sehr selten meine Eltern und Geschwister besucht.
Auf der Arbeit habe ich eine süsse Frau kennengelernt, wir haben uns auf anhieb, trotz mein schlechtes Deutsch, gut verstanden. Wir waren in eine ähnliche Situation: ich wollte meine Vergangenheit hinter mir lassen, sie wollte eine vor kurzem gescheiterte Beziehung vergessen.
Keine wollte über vergangenes reden und wir konzentrierten uns auf das jetzt.
Das funktionierte so gut das wir nach kurze Zeit eine gemeinsame Wohnung genommen haben.
Die Jahren vergingen und mein Abstand zur Tessin hat auch Gras über meine Vorgeschichte wachsen lassen. Die sympathische und offene Art meiner Freundin hat nicht unwesentlich dazu beigetragen das die meisten mich wieder als „normal“ akzeptierten.
Ich hab sie geheiratet 🙂

Ich war zufrieden. Ich hatte eine tolle Frau, ein guter Job, meine Familie stand zu mir, ich hatte eine Handvoll guter Freunde.
Ein Abend war ich mit Freunde unterwegs und ungeplant (und auch schon ein bisschen angetrunken) sind wir im Labyrinth in Zürich gelandet (Ein Alternativ Club, heute hauptsächlich Gay). Was wir nicht wussten war das es ein Fetisch Abend war…
Ich war anfangs amüsiert von den komische Gestalten im Laden aber eine Szene hat das geweckt was ich nun Jahrelang in mich hineingefressen hatte.
Ein Mann ist an mir vorbei mit einer Frau an der Leine, wie eine Hündin. Er hat sie bis zur nächste Wand geführt, sie stand auf, er drückte sie ziemlich grob zur Wand und während er ihr die Hände über den Kopf hielt, hat er sie geküsst. Ich habe ein steifen bekommen.
Plötzlich meldete sich etwas das schon lange darauf gewartet hatte wieder geweckt zu werden.
Ich habe über Tage hinweg ein innere Kampf geführt. Ich musste mit mir selber im Klare kommen… Erinnerungen wurden wach, von Geilheit und Angst. Aber nicht mehr so unkontrolliert. Es klingt nach Klischee aber ich war reifer, gelassener. Es wurde mir klar das es ein Teil von mir ist den ich versucht habe zu vergessen, der war aber wieder da.
Ich stand vor ein Dilemma: wie soll ich das meine Frau erklären? Soll ich das überhaupt?
Ich wollte sie nicht belügen und ich wollte auch kein Doppelleben führen. Ich wollte aber mich selber auch nicht belügen…
Aufs Risiko hin sie zu verlieren, habe ich ihr das erklärt, inklusive meine Vergangenheit.
Die Reaktion war heftig… „Ich hab ein Perverse geheiratet!“
Es hat Wochen und ausgiebige und heftige Diskussionen gedauert bis sie sich wieder beruhigt hatte. Sie kann das nicht… Sie kann mich mittlerweile verstehen aber sie ist es nicht.
Wir haben es probiert, uns gemeinsam langsam herangetastet aber sie hat definitiv nicht die Neigung dafür. Ich liebe sie trotzdem und sie musste erkennen das ich kein bisschen anders bin, abgesehen von meine andere Seite, meine Neigung.
Es war ein lange Prozess bis wir gemeinsam zur eine Lösung gekommen sind.
Ich darf meine Neigungen ausleben, sie will aber nichts davon wissen. Also sie weisst das ich es auslebe, sie weisst aber auch das ich sie nie dafür verlassen würde.
Manche mögen es für unmöglich halten aber es funktioniert.
Es ist nicht immer einfach, weder für mich, noch für eine Sub, ich kann aber mittlerweile gut damit umgehen.

Jahren sind vergangen und ich habe meine Neigungen neu entdecken müssen. Diesmal mit Ruhe und bedacht. Ich hatte in der Zwischenzeit Beziehungen mit drei Subs gehabt.
Rein SM und ich habe es voll genossen. Es war anders als mit Sonja, nicht so intim aber, ohne kalt wirken zu wollen, ich konnte mich voll und ganz auf mich konzentrieren, auf meine Gefühle und Empfindungen. Die drei mussten aus verschiedene Gründe die SM-Beziehung beenden: von Karriere zur Mutterschaft.
Ich hab viel dazu gelernt, wie ich bin, was ich will, wie ich das will. Das wichtigste war das ich genug Zeit hatte um zu beobachten. Ich lernte „das lesen“, wie man aus unscheinbare Gesten und kleine Details das Gemüt der Sub interpretieren kann.
Als ich meine Neigung entdeckt habe war ich definitiv zu jung und naiv um alles zu begreifen und um es zu steuern…
Heute schaue ich zurück und kann nur innerlich mein Kopf schütteln.
Ich bereue nichts, ich hatte lediglich ein paar Sachen anders gemacht. Ok, auf die zwei Episoden nach Sonja bin ich echt nicht stolz darauf.
Wenn ich aber zurückdenke, ich glaube es musste so sein. Ich musste soweit (und zu weit) gehen um zu merken das dies nicht der richtige Weg war. Ich brauchte abstand um mit mir selber klar zu kommen.

Ich hab Sonja vor etwa 6 Jahren zufälligerweise getroffen.
Sie ist verheiratet und Mutter von zwei süsse Mädchen.
Sie hat ihren Dom gefunden und geheiratet und sie ist jetzt eine zufriedene Ehesub.
Nach all den Jahren hab ich erfahren das es damals ihr Vorschlag war, im Internat zu gehen und der Kontakt abzubrechen. Nur so konnte sie ihre Eltern überzeugen die Anklage zurückzuziehen. Was macht man nicht alles aus Liebe…
Sie hat keine meiner Briefe je bekommen.

Im Tessin einige erinnern sich noch an was damals war. Ich laufe aber mit erhobenen Haupt an den vorbei und tue so als würde ich sie nicht kennen. Nicht selten streift mich ein Gedanken dabei: wie langweilig ist dein Sexleben eigentlich?…

Und wie passt die Kleine in diese Geschichte?
Sie ist eine Offenbarung gewesen. Die erste devote aber nicht masochistische Sub die ich je kennengelernt habe. Ich musste erkennen das ich meine dominante Seite immer unterschätzt hatte. Ich habe mich immer als stolze Sadist gesehen, der Dominanz nur als weg dahin brauchte. Mit ihr war es aber anders, obwohl sie nicht masochistisch war, stimmte die Chemie. Freundschaft wuchs, gegenseitige Respekt etablierte sich und ich lernte meine Dominanz zu geniessen. Wir sind uns sehr nah gekommen, intim und sie hat ihre masochistische Seite entdeckt aber nicht wie die andere… Es ist kein egoistischer „Lass mich den Schmerz geniessen“ sondern ein altruistische „Tue mir weh wenn es dir gefällt“.
Es ist eine neue Art meine Neigungen zu erleben und vor allem sie zu erleben wie sie gefallen will.
Sie ist das vierblättrige Klee unter der Subs und manchmal frage ich mich wie sie auf meine Spur von verbrannte Erde überhaupt zurecht kommt…

switcher

Switcher

Ich steh morgens auf und ich bin dominant.

Ich bekomme eine Mitteilung von meine Kleine, die fragt “Darf ich masturbieren?” Ich beantworte “Ja aber nur mit Nippel-Klemmen.”, ich bin Sadist.
Es gibt unzählige Situationen im Alltag, sei es bei der Arbeit wie auch beim Einkaufen wo ich immer wieder ertappe meine dominante Ader sich breit zu machen.
Seit ich meine Neigungen entdeckt habe (ach du scheisse ist es schon lange her…) kreisen meine Gedanken um diese herum. Unbewusst, instinktiv.
So bin ich.
Für mich gab es nur die richtige zu finden um ihre Unterwürfigkeit zu geniessen und um sie liebevoll zu quälen.
Es gab für mich noch nie eine andere Option oder auch nur ein Hauch von Zweifel was meine Neigungen angeht.
Ich musste nicht experimentieren oder mich durchprobieren um meine Bestimmung zu finden, die war schon immer da.
Als ich mich in (damals noch untergründige) BDSM Kreise bewegte gab es klare Rollen: Top oder Bottom, Punkt.
Ja, man munkelte das es angeblich auch Switcher existierten aber man wusste es nicht so genau…
Die wurden diskriminiert, nicht wahrgenommen, einfach ignoriert.
Switcher? Uhm… wie jetzt? Die wechseln die Rolle?… Für mich (und nicht nur für mich) ziemlich unvorstellbar.

Vielleicht scheint es mir nur aber heute fühle ich mich als “nicht Switcher” in der Minderheit.
Ist das eine neue mode, eine Zeiterscheinung oder wo kommen die alle her?
Ich kann mir gut vorstellen das vor Jahre, als folge der damalige Zeitgeist, eine menge Switcher sich für die eine oder andere Seite entschieden haben. Auch wenn es nur dabei ging eine mögliche Diskriminierung umzugehen.
Ein paar Switcher erzählten neulich “Sie seien am experimentieren.” Das brachte mich zum grübeln…
Was den am experimentieren? Eine Neigung hat man oder nicht. Die wachsen nicht über Nacht und die kann man auch nicht anlernen. Vielleicht bin ich ein Einzelfall aber ich wusste sofort was mir gefällt und was mich anmachte. Das einzige was experimentieren musste war das “wie” aber sicher nicht das “was”.
Oder gibt es ein bedarf nach Flexibilität? “Ich nehme mir was kommt” und/oder “Ich lasse mich nehmen wie es kommt” ?
Offenbar nicht.

Ich habe im Forum bei der IG-BDSM ein paar Fragen gestellt und ich bin sehr dankbar das die Switcher sich mühe genommen haben mir die zu beantworten.
Ich bin zum Schluss gekommen das die vier Hauptneigungen (Dominanz, Sadismus, Unterwürfigkeit und Masochismus) in verschiedene Anteile vorhanden sind.
Die verschiedene Neigungen wollen gefuttert werden und solange das ausbalanciert geschieht ist alles im loht. Ich nenne es “Natürliche Zustand”.
Wird aber eine Neigung vernachlässigt oder gar die falsche befriedigt kommt es zu ein Unwohlgefühl. Die Balance ist gestört.
Ich masse mich nicht an diese Wechselspiel der Neigungen vollständig zu verstehen aber ich kann es nachvollziehen.
Ich wurde aber auch mit Fragen und Aussagen konfrontiert die mir gezeigt haben das auch seitens Switcher ein Missverständnis herrscht.
Sätze wie “ein guter Dom kann sich nur aus ein Sub entwickeln” kann ich echt nicht unterschreiben…
“Nur wer weiss wie es sich anfühlt kann auch richtig austeilen” war die Erklärung dafür.
Das mag für Switcher funktionieren aber nicht bei mir.
Ich probiere neue Spielzeuge und Utensilien meistens vorher selber an mir aus, nicht weil ich es geil finde sondern weil ich will wissen wie es sich anfühlt.
Als “kein bisschen Bottom” muss ich mich aber hauptsächlich auf meine Beobachtungsgabe und auf mein analytisches Denken verlassen um zu eruieren wie es meine Sub geht. Ich weiss vielleicht nicht wie es sich anfühlt, ich weiss aber wie sie darauf reagiert.

Ich habe meine Vorurteile gegenüber Switcher abgearbeitet, jeder das seine.

zeit

Wie die Zeit vergeht

“Früher war es einfacher…”

Solche und ähnliche Sprüche hört man oft von der ältere Generation.
Als ich es zuletzt gehört habe musste ich daran denken. Ist das wirklich so?
Kommt natürlich darauf an was für ein Thema angesprochen wird…
Nehmen wir mal SM (das wurde aus Tausende von mögliche Themen, durch ein Zufallsgenerator ausgewählt).

Als ich meine Neigungen wahrgenommen habe gab es noch kein Internet.
Die Jüngsten von euch denken jetzt an Dinosaurier oder an Mittelalterliche Schlachten aber ja, es gab eine Zeit ohne Internet, ob ihr es glaubt oder nicht :-)
Man traf sich an Bars, Sommerfeste mit mittelmässige lokale Cover-Bands, Skiferien, …
Nach der anfängliche Flirts ging es ums Eingemachte: die Telefonnummer. Kein Handy sondern Festanschluss mit Wählscheibe.
Ein Date war effektiv einfacher zu bekommen als heute: es gab schlicht und einfach nicht so viele Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben und jemand zu treffen war eine willkommene Abwechslung  :-)
Aus der SM Sichtpunkt war es aber reine Glücksache die richtige zu finden…
Keine Platform mit hunderte Profile, keine Zeitschrift mit Inserate. Die richtige zu finden erforderte Beobachtungsgabe und analytisches Denken. So habe ich gelernt die Subs “zu lesen”.

Ich lebte noch bei meine Eltern, also keine Chance bei mir zuhause auch nur ansatzweise an SM zu denken!
Zwar hatten wir ein Clublokal aber das Risiko von jemand dort überrascht zu werden war echt zu gross…
Also ab in verlassene Scheune, im Wald oder in der Garagebox die zu ein Ferienhaus gehörte.
Das war definitiv nicht einfach.
Zudem kam das es kein gutbestückte Sex-Shop gab also man musste improvisieren. Der Querbalken eine Scheune war das Andreas-Kreuz, der abgeschnittene Zweig oder eine Holzlatte diente als Schlaginstrument.
Seilen gab es in Überschuss und meine Mutter vermisste ab und zu die gute alten holzige Wäscheklammern :-)
Das improvisieren ist mir geblieben, ich brauch heute noch kein extra Raum dafür und es ist immer noch erstaunlich was man mit Möbelstücke und Haushaltutensilien alles anstellen kann.

Was mich aber am meisten erstaunt ist die Tatsache das es damals gar keine Empörung gab gegenüber SM.
Es gab keine Diskussionen darüber, kein “das sind doch alle Perverse”, SM war schlicht nicht existent.
Als durch nicht so glückliche Umstände ich geoutet wurde, ich wurde als Schläger und Brutalo angestellt aber nicht als Perverser.
Als Kehrseite war es aber auch nicht möglich das Thema SM auch nur anzudeuten. Es gab einfach kein Verständnis dafür.

Heute blicke ich mit gemischte Gefühle zurück.
Früher war es spontaner und es hatte ein Beigeschmack von Revolution und Antikonformismus.
Wir waren die befreiten, losgelöst von der Ketten der Moral, Religion und Anstand.
Damals wie heute sind wir aber die Un- oder Missverstandene, wir machen Dingen die “sich nicht gehören”.
Ich fühle mich aber immer noch wohl dabei :-)