Kalendersprüche

Kalendersprüche

Wer SM noch nie ausprobiert hat, kann SM auch nicht verstehen.
Ein guter Dom muss zuerst die Sub-Seite erleben. Das sind nur einige „SM-Weisheiten“ die ich oft höre (heimlich warte ich auf ein altmodische SM-Kalender mit entsprechende Kalenderprüche…).

Was ist aber dran an solche hartnäckige pauschale Aussagen?
Ich war doch auch mal „Vanilla“ bevor es mit SM los ging. Was habe ich damals über SM gedacht?
Und habe ich meine Dom-Karriere“ ruiniert indem ich mir nie mein Arsch habe versohlen lassen?

SM ist sicher nicht ein beliebte Grillparty Thema, eher wird es wie Homosexualität durch den Kakao gezogen.
„Sonst hole ich mal die Peitsche“ ist eine häufig verwendete Redewendung um Druck auszuüben die aber selten wortwörtlich verstanden wird, und fast immer mit irgend ein Lachen quittiert wird. Nichts desto trotz jeder stellt sich etwas dabei vor. Für die meiste wird es wohl eine karikaturartige Figur die eine Peitsche knallend schwingt.
Für einige andere wird es aber der eigene Kopfkino ankurbeln, obwohl die noch nie ernsthaft ein einzige Gedanken an SM verloren haben.
Die Neigung klopft leise an und wird dabei bestimmen welcher Rolle der- oder diejenige in der Kopfstreifen spielt…
Also in wesentliche ist SM schon zu diesen frühe Zeitpunk klar: es geht um Macht und in welcher Rolle man spielen würde.
Ich denke also, jemand der an der Schwelle zur SM steht hat schon eine ziemlich klare Vorstellung in welcher Richtung seine Gedanken sich bewegen werden.
Für mich ist der Kalenderspruch falsch und sollte eher lauten „wer keine Neigung hat wird es schwer haben SM zu verstehen“.

Und was ist mit den Dom die angeblich als Sub-Azubi die Gesellenprüfung ablegen sollen?
Nun ja, wer mich kennt (oder hier folgt) weiss das ich nie unterwürfig war und auch das ich Switcher nicht ein besondere Stellenwert zuteile.
Nichts gegen das Switchen an sich, wer das mag soll sein Plausch haben. Ich denke aber das durch das Switchen die Feinheiten der Machtgefälle zerstört werden.
Bei klar und beständig definierte Rollen wird das Machtverhältnis kultiviert und gepflegt in eine Art und Weise die sonst nicht möglich wäre.
Ich verstehe aber wenn die Argumentation dahin zielt das man somit die andere Seite verstehen kann. Ich verstehe es, ist aber nicht für jeder der einzige Weg als Dom.
Meine Meinung nach, ein guter Dom ist eine der eine Sub lesen kann, der weiss die Reaktionen richtig zu interpretieren, der genug Empathie hat um zu verstehen was im Kopf und Körper der Sub vorgeht. Im weiteste Sinne ich erlebe die andere Seite bei jeder Begegnung mit eine unterwürfige oder devote, und das ohne die Seite zu wechseln.
Es gibt natürlich aber auch stumpfsinnige Dom Exemplare. Ob aber eine Seitenwechsel der erwünschte Erfolg mit sich bringt, mag ich in solch ein fall zu bezweifeln…


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I want you to notice when I'm not around

I want you to notice when I’m not around

Egal wie intensiv eure Begegnungen sind, präsent zu sein und sein Stempel aufzudrücken ist nicht massgebend.
In Erinnerung zu bleiben, in ihren Kopfkino herum zu geistern und Sehnsüchte zu erwecken ist viel wichtiger.

Wie Radiohead in Creep schön besingt: „I want you to notice when I’m not around“


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Dusche oder Bad?

Bist du ein Dusch- oder Bademensch?

Ich bin beides, nicht weil ich mich nicht entscheiden kann, sondern weil ich die zwei Vorgänge nicht vergleiche.
Duschen ist für mich der einfachsten Weg den ganzen Körper zu waschen.
Ich hüpfe unter den Wasserstrahl und in kürzeste Zeit bin ich sauber, und weiter geht’s.
Es ist einfach praktisch und schnell.

Ganz anders sieht es aus mit Baden…
Da nehme ich mir Zeit, ich geniesse es und, ich gebe es zu, ich zelebriere es.
Beim Baden geht es mir nicht primär um Sauberkeit sondern vor allem um Entspannung.
Nicht selten lasse ich Musik laufen und hab mein Lieblingsgetränk in Reichweite.
Ich geniesse es, und wer mein Blog verfolgt weiss auch, das es für mich auch eine Quelle der Inspiration ist. Es ist ein Moment der Ruhe, wo sich meine Gedanken frei entfalten können, wo das wackeln einer Kerzenflamme in ein Beitrag enden kann.
Lasst euch also inspirieren, füllt die Wanne, dämmt das Licht, und habt was euch erfreut griffbereit 😉


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Extremsport

Extremsport

In ein BDSM-Forum wurde eine These aufgestellt:
„BDSM ist durch Ethik und Moral domestizierte physische und psychische Aggression/Grausamkeit.“

Ich will jetzt nicht eine Abhandlung bespickt von medizinische Begriffe niederschreiben oder eine Dissertation über die menschlicher Psyche tippen, eine Differenzierung ist aber angebracht.

Wenn man BDSM betrachtet gibt es zwei Sichtweise.
Aussenstehende nehmen das Sichtbare wahr und das ist nunmal bei BDSM leicht als aggressiv, brutal und grausam zu erkennen. Die Eingeweihte wissen aber das dies alles nur Mittel zum Zweck ist. Es geht nur darum Freude zu haben, im sinne von Freude geben und nehmen.

Ok, soweit so gut, das beantwortet aber nicht die Frage: ist es Aggression und Grausamkeit eingeschränkt durch eine Hülle von Ethik und Moral?
Wenn Domestizierung heisst sich gewisse Regeln und Grenzen unterzuordnen dann sind wir alle irgendwie Opfer der allgemeine Domestizierung. Schliesslich haben wir alle gewisse Regeln zu befolgen und Grenze zu respektieren, von soziale Konventionen bis zu ethische Grenzen.
BDSM ist keine Ausnahme, auch wir haben Grenzen die durch ethische und moralische Werte bestimmt werden, nur die Messlatten haben bei uns andere Massen.
Unsere Definition von Ethik und unsere Moralwerte weichen ab von denen der Gesellschaft und es wird immer problematisch sein diese zu vergleichen.

Ok aber was ist nun mit der Aggressionen?
Ausschlaggebend ist die Motivation. Wieso mag ich Dom zu sein? Was ist der Reiz an Sadismus? Sicher nicht das ich meine Aggressionen freilaufen kann…
Es geht nicht um egozentrische Selbstempfindungen sondern um die Interaktion mit der Sub.
Nicht das Schlagen oder Schmerzen zufügen an sich bereitet Freude sondern die Reaktion der Sub darauf. Es ist kein „Ich“ zentriert Handlung sondern ein weiterleiten von Emotionen zwischen Dom und Sub und zwar in beide Richtungen.

Mit BDSM leben wir ein alternative Modell aus, manche aus antikonformistische Gründen andere ganz einfach weil sie es geniessen.
Wenn andere sich ein Adrenalin-Kick holen indem sie von eine Brücke springen, lassen sich manche Masochisten die Haut durchbohren, an der Decke hängen und geniessen ein Endorphin Rausch. Wieso ist es mutig Bungee zu betreiben aber pervers SM zu praktizieren?
Schlussendlich streben wir nur nach Gefühlen und Emotionen die man sonst nicht so einfach bekommt und das ist für die Allgemeinheit strikte zu extrem.
Wir sind die Extremsportler der Sex und wie bei alles was extrem ist, werden wir manche „ach du Scheisse“ Reaktionen ernten und auf Ablehnung stossen. Das gehört dazu.


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Tänzerin

Tänzerin

„Die Augen sind der Spiegel der Seele“

Ich habe gestern deine Seele gesehen, sie war nackt und sinnlich tanzend nach meinen Takt.


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Gedanken

Gedanken

Du.

Hier.

Jetzt.


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Porno

Porno

Beim Porno-Nagetier mit der X davor würden die Statistik für 2016 publiziert.
Ob das ein Spiegel unsere (weltweite) Gesellschaft ist mag ich zu bezweifeln aber es gibt durchaus interessante und beunruhigende Resultate…

Es wurde zum Beispiel gemessen wie lange die Leute auf der Webseite verweilten.
Der Durchschnitt ist 8 Min. wobei die Thailänder am längsten bleiben und dafür die Kolumbianer am schnellsten Seiten wechseln. Man kann jetzt spekulieren was die Gründen sind… Ist das Internet in Thailand langsam oder leiden die Kolumbianer an Ejaculatio Precox?
Es kann aber auch sein das die Sex-Touristen in Thailand das Bild verfälschen und das Kolumbien prüde ist.

Es wurde auch analysiert welches Land nach welche Nationalität sucht.
Während Amis, Süd-Koreaner, Thai, Philippinos und Chinesen auf Japanerinnen stehen, suchen Kenianer nach Somali und Nigerianer nach Ghanaische Schnitten. Afrikaner unter sich also.
Spannend auch das Afghanen auf Iranische Schönheiten stehen während Deutsche und Franzosen etwas gemeinsam haben: beide stehen auf Türkinnen.

Wenn man die Suchbegriffe anschaut gibt es ziemlich erwartete Resultate:
Die Japaner suchen nach Cosplay und die Engländer nach Dogging. Beunruhigend ist das Amerikaner und Spanier auf Müttern fixiert sind…

Genau so beunruhigend ist die Liste der meistgesuchte Namen:
Mia Khalifa, Sunny Leone, Lisa Ann, Brandi Love und Nina Hartley. Das sind alle Pornostars, also zu erwarten in solch eine Auflistung. Ob aber Kim Kardashian froh ist an sechste stelle zu landen?…

Es wird wohl schwierig sich ein Bild der weltweite Sexualität zu machen und so eine Webseite ist sicher nicht gerade repräsentativ. Es ist aber immer wieder tröstlich zu sehen das mein Bild der Sexualität nicht der Apex der Abartigkeit darstellt.
Dazu passend habe ich den Beitragsbild gewählt 😉


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Philosophie

Philosophie

Als Weihnachtsgeschenk habe ich eine Magen-Darm Grippe bekommen und in Fieber delirium hatte ich eine Vision: die Philosophie der drei Stufen der BDSM-Erleuchtung.
Nein, nein, keine sorge mir geht es wieder gut und ich werde keine Sekte begründen (obwohl…).

Was macht aus ein Dom ein guter Dom war wohl die Frage die sich mein Unterbewusstsein heimlich in den Fieber Meander gestellt hat.
Ist es die Technik, die Finesse oder die Empathie? Ja, ja und ja sind die jeweilige Antworten.
In mein Delirium sah ich konzentrische Kugeln und mir wurde es klar: es sind Stufen.

Können (alles hat ein Anfang)
Das ist wohl der erste Schritt, vom denken zum machen. Seine Fantasien in der Tat zu verwirklichen, eine Sub zu finden und zu verführen, die geile Visionen in Realität umzuwandeln.
Das hört sich einfacher an als es ist und jeder ist sicher schon in Ablauf-Stopper eingetappt:
Die Sub ist endlich schön gefesselt wie ein Salami aber moment mal… was nun?
Es braucht Übung und ein bisschen Fantasie um es fliessend zu machen und irgendwann kann man es. Es ist aber bis jetzt ziemlich Dom Egozentrisch und obwohl der Geilheit-Faktor gegeben ist, etwas fehlt…

Kennen (der goldene Schnitt)
Mit der Zeit merkt man wie die Sub reagiert und der Dom wird versuchen gewisse Reaktionen gezielt hervorzurufen. Er wird an ihre Ängste, Sehnsüchte und Wünsche herumkitzeln. Das Spiel wird zur Kopfsache und raffinierter. Die Werkzeuge wechseln von der Peitsche hin zu Gedanken, das Kopfkino wird zelebriert. Es ist plötzlich eine Qualität die man nicht mehr missen will. Doch es geht noch weiter…

Fühlen (die Art zu schweigen)
Wenn anstatt ein Gestöhne nur ein leichtes Zittern reicht, wenn ein einzige Blick ganze Sätze ersetzt dann ist die innerste Kugel meiner Vision erreicht. Wenn eine einzige Berührung das Spiel im gang setzt und Dom und Sub auf der gleiche Welle der Geilheit tanzen ist das ziel erreicht. Nicht ein Ziel in spielerischen Sinn, natürlich sind da keine Grenzen gesetzt, ein Ziel in der Art der Beziehung. Von hier an ist die Summe der Gefühlen von Dom und Sub die das Spiel vorantreiben.

Das kling philosophisch und das ist es auch. BDSM ist keine Lebensweise sondern viel mehr eine Denkweise. In diesem Sinne, denkt ihr ruhig weiter.


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we are all kink inside

We are all kink inside

Ich weiss nicht mehr in was für ein Lied diesen Satz vorkommt (*), ich weiss nur das ich am Steuer sass auf der Autobahn. Das hat aber ‚was und ich habe angefangen daran zu denken.
Sind wir alle im Grunde kleine oder weniger kleine Perversling?

Es ist immer wieder erstaunlich in die verschiedene Statistiken oder Umfrageresultate zu lesen, wieviele doch ein hang zu „Kink“ haben. Nicht wenige leben es aus, manche kenne ich persönlich. Was ist aber mit solche die „Nein“ angekreuzt haben? Schalten die um wenn in der Glotze ein Bett und Handschellen erscheinen? Wahrscheinlich nicht…
Ich merke selber wie oft ich im Alltag an erotisierende Situationen zustosse. Es sind hauptsächlich Banalitäten und meistens nicht absichtlich aber die jagen wie ein Blitz durch die Neuronen und wecken Instinkte und Gelüste. Ich bin aber ein Dom, ein Insider und sicher nicht Repräsentativ… Was geht aber vor bei Otto-Normal-Bürger wenn er plötzlich sein Fetisch vor Augen hat? Ist es denn Lust auf dem ersten Blick? Ich glaube schon.

Es ist biblisch, es ist die verbotene Frucht und vielleicht auch scheinbar unerreichbar.
Manche lassen durchblicken durch Unaufmerksamkeit das sie abgelenkt sind, andere grinsen unbewusst als den Kopfkino für ein Bruchteil eine Sekunden die Schranke der Bewusstsein passieren darf. Denn um das geht doch: das geht gar nicht!
Wirklich?
Ich wage nicht zu denken wieviele die den Kopf verdrehen wenn eine Frau ihr den Weg kreuzt, nicht durch die Schönheit der Frau sondern durch ein Kleidungsstück oder ihr Schuhwerk angezogen sind. Wieviele zuhause angekommen, ins Internet heimlich nach Stiefel suchen?
Es ist ein Wurm der sich langsam durch die Hirnwindungen bohrt und nach mehr verlangt.
Ein Geheimnis der kultiviert und mit Bilder und Texte gefuttert wird.
Und wieviele Partner staunen über besonders intensive Kontakte, „Oh, du bist aber Stürmisch heute…“ Ob es nicht durch ein gewisse Kopfkino zustande kommt?…

Wir leben inmitten Geilheitsunterdrücker, viel zu viele denken das gehört sich nicht weil sie vergessen haben wie es ist frei zu denken und frei zu sein.
We are all kink inside und das ist auch gut so.

 

* Wer das lied kennt, bitte melden 🙂


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Die Reise ins Nirgendwo

Die Reise ins Nirgendwo

Die Reise ins Nirgendwo
Ich denke nicht das BDSM der einzige richtige Weg ist seine Sexualität auszuleben. Es ist eine davon und zugegeben ich finde es dufte.
Ich wurde schon oft gefragt wie ich zu BDSM kam. Ich kann keine einfache Antwort geben.
Ich bin mir sogar nicht sicher ob ich überhaupt dazu kam, ob es nicht schon immer da war.
Man kann aber die Frage auch als Neugierde über mein Werdegang verstehen. Die Frage ist auch einfacher zu beantworten 🙂
BDSM ist eine Reise. Man lernt sich kennen, man entdeckt sich neu. Ich musste nicht meditieren oder ein indische Guru danach fragen, ich musste nur meine eigene Reaktionen und Emotionen beobachten die langsam und stetig sich durch den Verdunkelungsschleier ein Weg bahnten. Manche mögen nicht wenn man BDSM als „dunkle Seite“ bezeichnet, ich finde es aber passend denn bevor wir es bewusst raus lassen, liegt es im Dunkel und gut abgeschottet. Es ist also eine dunkle Seite die nur darauf wartet ans Tageslicht zu kommen. Und wenn die da ist, ist sie alles andere als dunkel, es ist ein Meer an bunten Farben die nur auf die passende Leinwand warten. Ich habe extra ein Kunstvergleich herbeigezogen denn es geht um Kunst und Kreativität. Plötzlich merkt man wozu die „Gabe“ gut ist und man will die neu entdeckten Eigenschaften auch einsetzen um noch mehr zu erfahren.
Paradoxerweise diese Selbstentdeckungsreise kann nur mit ein (oder mehrere) Partner erfolgen, in meinen Fall sind es weibliche Subs. Die sind auch auf eine Selbstentdeckungsreise, auf eine andere Art aber die verfolgen ein Traum. Ich bin der Fährmann der Träume, ich schippere Subs durch ein Fluss und muss ständig auf meine Erfahrung und auf die Hinweise die ich bekomme achten um die Fähre erfolgreich durch die Gewässer zu leiten, hin zu ihre Träume.
Ich muss hier der Mythos widerlegen: Subs werden nicht nach der wünsche der Dom geformt, die Formen sich selber. Während ein Dom auf seine Reise Fähigkeiten entdeckt und verfeinert, eine Sub entdeckt Sehnsüchte und teilt der Dom mit wie er sie stillen kann.
Ein guter Dom formt also nicht seine Sub, er extrahiert die wahre Persönlichkeit, er befördert das beste heraus. Subs legen die Skizze der eigene Traumgeschichte den Dom vor, seine Aufgabe ist ein Drehbuch herauszuarbeiten und Regie zu führen. Erfolgreich wird es aber nur wenn beide gut kommunizieren.
Ein zweite Mythos ist jetzt auch fällig: bei BDSM geht es um Peitschen und Leder.
Nein, es geht um Kopf, um Verführung und Umgarnung. Es ist ein ständiger Gedankenfick.
Subs wollen verführt werden aber nicht wie man es sonst kennt, sie wollen sich ein Dom anvertrauen der sich nicht nur an ihren nackten Körper erfreut sondern an ihren nackten Gedanken. Jemand der versteht diese intime Sehnsüchte und weiss richtig damit umzugehen.
Peitschen, Leder und Seilen sind nur Schmuck, sind Requisiten um ein Bühnenbild zu kreieren, um eine Ambiente herbei zu zaubern.
Ein Gedankenfick kann aber nur funktionieren wenn die Gedanken in der gleiche Liga spielen.
Der dritte Mythos ist: ich befehle und sie führt aus. So einfach ist es nicht und abgesehen davon, es wäre extrem öde und langweilig…
Ich suche die Herausforderung, ich möchte eine ebenbürtige Partnerin die mit Verstand vor mir kniet und sich mich anbietet. Jemand dem ich die Hand anbiete und zu eine Reise ins Nirgendwo verführen kann.


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Lederband

Lederband

Ein Halsband.
Für manche ist es DAS Symbol der Unterwerfung. Das Ehering der Sub.
Andere benutzen es im Spiel als Statement: jetzt geht’s los…
Einige tragen es öffentlich mit Stolz während andere erst zuhause es anschnallen, wartend.
Es kann „ich bin deine“ bedeuten oder aber ganz einfach „spiel mit mir“ aussagen.
Manche zittern wenn er es ausholt, andere knien hin dankend.
Es ist ein einfache Lederband und doch steckt so viel mehr dahinter…


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¿Por qué duende?

¿Por qué duende?

Nachdem ich in Duende erklärt habe wie sich ein BDSM Spiel anfühlt, bin ich überrollt worden von Fragen und Anfragen.
Es ist also an der Zeit ein paar Sachen klarzustellen…

BDSM ist nicht die Alternative zu Beziehungsprobleme:
Wer Probleme hat sollte sie lösen und nicht ausweichen!
Grundsätzlich, wer schon seine bestehende Beziehung nicht im Griff hat sollte auch keine neue suchen oder aufbauen.

BDSM ist kein Freipass zu schnellen Sex:
Es genügt nicht sich als dominant zu bezeichnen um aus eine Person ein Sex-Sklave zu machen. Nichts ist selbstverständlich, schon gar nicht bei SM!

BDSM ist kein Modeschmuck:
Man brüstet sich nicht vor den Freunde und Kollegen mit Sätze wie „Ach ihr seid so lasch… Ich ficke gefesselt und an der Decke aufgehängt!“
Wenn das der Kick ist, dann ist ein andere Fetisch im Spiel…

BDSM ist kein Ventil für aufgestaute Frustrationen:
Es geht nicht um Dampf abzulassen!
Frust ist die falsche Motivation dafür und sowieso ein schlechte Ratgeber.

Ein Dom oder Sub ist nicht automatisch Mr. oder Ms. Perfect:
Zur eine BDSM Beziehung gehört mehr als nur Schläge erteilen und/oder einstecken.
SM ist nie eine Entschuldigung für ein schlechte Charakter und ersetzt keinesfalls die sonst übliche „Chemie“!

BDSM ist kein Tabu-Brecher:
Moralgrenzen und Tabus sollten schon in voraus fallen, nicht erst durch ein Spiel.
Jeder sollte mit sich selber schon vorher im klar sein was geht und was nicht.

BDSM ist keine Einbahnstrasse:
Es ist ein geben und ein nehmen und das sollte zelebriert werden.
Alles andere ist verwerflich, unmoralisch, krank oder illegal!


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Duende

Duende

Was wir kenner des BDSM praktizieren ist nicht zu vergleichen mit Sex oder Liebe, nicht so wie es im allgemein definiert wird.
Diese erste Satz gefällt mir aber ich merke gerade in was für ein schwieriges Terrain ich mich jetzt hinein manövriert habe… Und wie komme ich jetzt raus? Ich probiere es…

Jeder von euch kennt der Unterschied zwischen Sex haben und liebe machen.
Sex kann sehr geil und intensiv sein, die Gefühle und Empfindungen die dabei entstehen sind aber nur ein schwaches Trost wenn die Liebe nicht involviert ist. Mit Liebe ist es ein Quantensprung, eine andere Qualität, eine höhere Sphäre.
Bei BDSM verhält sich ähnlich, es ist viel nackter, authentisch und unverfälscht als alles andere.
Man redet viel mehr aber mit Blicke, mit der Haut und mit der eigene Präsenz.
Die Seele ist tastbar, direkt unter der Haut und man spürt förmlich wie sie reagiert.
Was macht dieses Unterschied? Es ist schwierig das alles in ein Wort zu fassen.
Es gibt ein unübersetzbare spanisches Wort der das am ehestens fassen kann: Duende.
Duende beschreibt ein erweiterte emotionale Stand, frei von Vorurteile. Eine unbezwungene Authentizität. Es ist nicht Rational, Duende lässt dich lachen, weinen, schreien und ekstatisch kommen ohne aber ein erklärbare Grund.
Federico Garcia Lorca hat es mehrfach erwähnt und behauptet das Duende immer ein Schatten wirft, das es eine untrennbare dunkle Seite hat. Nur wenn man diese dunkle Seite akzeptiert und über den Schatten springt kommt man im Genuss diese erhöhten Zustand.
Das machen wir doch, wir springen über diesen Schatten vor jeder Spiel und lassen unsere Seelen tanzen.

PS: wichtig ist aber auch was BDSM NICHT ist –> ¿Por qué duende?


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ursprünglich

Ursprünglich

„Die Tanzenden wurden für verrückt gehalten von denjenigen,
die die Musik nicht hören konnten.“

Friedrich Wilhelm Nietzsche

Wir SM tanzende werden wirklich oft missverstanden aus dem einfache Grund das die meisten nicht nachvollziehen können was daran so interessant sein kann.
Wir sind aber zum Teil auch selber schuld an dieser Unwissenheit, wir kapseln uns ab von den „Vanillas“ und behaupten oft und gerne „die können es eh nicht verstehen.
Louis Armstrong antwortete mal auf die Frage einen Journalist
„Mann, wenn du fragen musst, was Jazz ist, dann wirst du es nie verstehen“, das wäre mir aber eine wirklich zu pauschale Antwort.
Zugegeben, es ist nicht einfach ein Aussenstehende zu aufklären was wir machen und vor allem WARUM wir es überhaupt machen.
Ich probiere es trotzdem.

Bei BDSM geht es um ursprüngliche Gefühle und Empfindungen, solche die wir alle im laufe der Zeit vergessen haben. Nicht willentlich und eher schleichend haben wir den Bezug zu echte Gefühle und Empfindungen abgelegt. Wir vermeiden Körperkontakt, wir wissen nicht mehr was eine anstrengende körperliche Tätigkeit bewirken kann, wir freuen uns bedeckt und leiden still.
Das hat sich durch Erziehung und Gesellschaft in uns eingeprägt, wir merken es nicht mal mehr.
Wir empfinden „light“, wie in Watte eingehüllt.

Doch es gibt auch Momente wo „echte“ Gefühle und Empfindungen uns überfluten.
Das passiert wenn wir es nicht planen, wenn es unerwartet kommt:
– knapp ein Autounfall entkommen, die Adrenalin fliesst durch die Venen: das ist Angst.
– ein geliebter Mensch nach langer Zeit wieder getroffen und die Tränen fliessen: das ist Freude.
– ein Schraubenzieher der sich in die Handfläche bohrt beim Basteln: das ist Schmerz.
Das sind einige nur Beispiele von Gefühle die uns in diesen Moment übermannen, wir verlieren kurz die Fassung, die Kontrolle und lassen es geschehen.

BDSM spielt gerade mit solche ursprüngliche Gefühle, appelliert ans „lass es geschehen“ Teil von unser Verstand. BDSM entfernt die Watte um uns herum damit wir wieder das fühlen können wofür unser Verstand, Unterbewusstsein und Körper ursprünglich gemacht wurde.
Wir sehnen uns nach Gefühle und Empfindungen die in unsere Gesellschaft verpönt sind.
Also seid intensiv, seid empfindsam und tanzt mit mir.


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farbblind

Farbblind

Wieso soll ich „Shades of Grey“ gut finden wenn BDSM so reich an farbliche Nuancen ist?
Wie soll man aber jemand der nur Graustufen erkennt erklären wie ein Regenbogen aussieht?

Ihr könnt an ein Regenbogen vorbei gehen ohne es zu merken, so torkelt weiter im Nebel, ihr Farbblinde!


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die witzigkeit des sein

Die Witzigkeit des Sein

„Ich bin dein Herr und Gebieter. Ich bestimme die Regeln und Sanktionen. Ich bin dein erster Gedanke beim Aufwachen und dein letzter beim Einschlafen.“
Das habe ich frei übersetzt aus eine englische Webseite. Der Dom erläutert auf fünf Seiten sein Gott-gleiche Status und wie er als Angelpunkt des Universum die Fäden zieht.

Ritualen und Dramatik sind ein Teil von BDSM seit eine Ewigkeit. Ritualen sind ein wichtiges Instrument um eine Kontinuität der Abläufe zu gewährleisten, um Automatismen zu erzeugen.
Dramatik hingegen ist ein Hilfsmittel bei der Machtverschiebung, es betont gewisse Handlungen und Worte.
Ein bisschen Theatralik ist ja auch ok wenn es Sachdienlich ist. Beim Machtgefälle kann man damit Akzente setzen.
Wer aber damit versucht die eigene Dom-Position damit zu gewährleisten oder sogar zu begründen, begeht ein schwere Fehler…
Man sollte sich als Dom nicht all zu ernst nehmen, gerade weil wenn man das versucht alle andere es nicht ernst nehmen werden. Ein lachender Dom ist kein Tabubruch und es schmälert keinesfalls seine Macht, vorausgesetzt ist eine vorhanden.

Liebe Kollegen, seid gelassener, witzig wenn es passt und ernst wenn nötig.


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Weisheiten 2

Weisheiten 2

Wenn ich auf die Frage „Du willst mit mir ins Bett?“ mit „Nein, nicht unbedingt…“ antworte, heisst nicht das ich kein Sex möchte 😉


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existentielle frage

Existentielle Frage

Wieso macht mich das Wort „Schlagsahne“ an?

Sachen gibt’s… 🙂


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