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Von Master Dan empfohlen:

Enttäuschung und Erleichterung macht sich gleichermassen breit, als er die Peitsche sinken lässt. Mein Puls rast, ich atme heftig und stossweise. Mit ein paar Finger testet er die Wirkung seiner Behandlung. Völlig empört sagt er: "Ist das zu fassen? Das macht dir wohl auch noch Spass? Ich gebe mir hier Mühe und du wirst schon wieder geil!" Wir lachen beide, ich richte mich auf. drehe mich zu ihm um und strahle ihn glücklich an.

Die Augen des Beschenkten von Eva D. Black kann ich nur empfehlen. Ein Bodenständige BDSM Roman aus der Sub Perspektive.

Sadomasochisten sind die letzten Romantiker

Sadomasochisten sind die letzten RomantikerEin Interview mit Matthias Grimme, alias Drachenmann in der Süddeutsche Zeitung, die ich euch nicht vorenthalten will:

Matthias Grimme fesselt Frauen und hängt sie an die Decke. Für den Hamburger und seine Partnerinnen symbolisiert Bondage eine ganz eigene Form von Zärtlichkeit. Ein Gespräch über Nähe, Hingabe und Vertrauen.

Matthias Grimme, Autor und Verleger sadomasochistischer Literatur, ist ein international bekannter Fesselkünstler und Experte auf dem Gebiet BSDM und Bondage. Der Hamburger, in der Szene bekannt unter dem Künstlernamen „Drachenmann“, lebt in einer Dreierbeziehung mit zwei Frauen: Andrea Grimme, mit der er seit 27 Jahren zusammen und seit 1999 verheiratet ist, und seine Bondage-Partnerin Nicole alias „Ropecat“, mit der er seit 17 Jahren bundesweit Workshops und japanisch inspirierte Shows veranstaltet. In unserer Serie „Reden wir über Liebe“ spricht der 65-Jährige darüber, warum Fesseln für ihn auch in Zeiten von #metoo kein Zeichen von Unterdrückung sind.

SZ: Polyamorie ist ja gerade angesagt. Andererseits: Ein Mann mit zwei Frauen – ist das nicht ziemlich patriarchalisch?

Matthias Grimme: Meine Frau Andrea hat einen Liebhaber, ab und zu auch Frauen. Nicole hatte bis vor Kurzem einen Geliebten. Mit der entsprechenden Orga kriegt man das ganz gut hin. Wir verstehen uns prima, waren gerade zu dritt im Urlaub. Wir wohnen jeder in einer eigenen Wohnung auf St. Pauli. Beide Frauen sind sehr besonders für mich. Alltag habe ich eher mit meiner Frau Andrea, wir telefonieren mehrmals am Tag, schon wegen der gemeinsamen Arbeit im Verlag.

Sie bezeichnen sich und Nicole als das „dienstälteste Bondage-Paar der Welt“. Wie findet Ihre Frau das?

Aus dem Rumgefessele hat sich zwischen Nicole und mir schon bald eine Partnerschaft entwickelt. Sie ist quasi meine zweite Frau. Andrea ist froh, dass ich jemanden habe, der danach genauso verrückt ist wie ich. Sie selbst findet Fesseln eher langweilig, steht mehr auf Schläge und andere Formen von Intensität. Ich mag das auch, wenn sie mich schlägt.

Polyamore Beziehungen benötigen – genau wie die Regeln des BDSM – Absprachen. Reden Sie denn auch mal über Liebe?

Mit Andrea spreche ich offen über Gefühle. Nicole und ich haben eine eigene Sprache für unsere Wertschätzung. Wenn sie sagt „Ich hasse dich“, weiß ich, ich habe alles richtig gemacht.

Worin besteht für Sie der Reiz am Fesseln und Schlagen?

Intensität. Vertrauen. Hingabe. Und eine ganz eigene Form von Zärtlichkeit. Dazu muss man sich aber gegenseitig klarmachen, wie man tickt. Ich hatte einmal ein Erlebnis mit einer Frau, die nicht aus der SM-Szene war. Ich kniff sie in die Brustwarze, sie rief: „Au, das tut weh!“ Als ich nicht gleich aufhörte, fragte sie mich, was das soll. Da habe ich geantwortet: „Du hast gesagt, dass es wehtut. Nicht, dass ich aufhören soll.“

Können Frauen das gut: Nein sagen?

Meine Frauen ja. Das verstehe ich unter Vertrauen, und zwar in beide Richtungen. Ich muss darauf vertrauen können, dass sie sagt: Ich fühle mich nicht mehr wohl – und sie muss mir vertrauen, dass ich sofort darauf reagiere. Grundsätzlich sagen die meisten zu selten, was sie wollen. Deshalb gibt es so viel schlechten und so wenig guten Sex. Auch mit Fesseln kann man ausdrücken, was man sich wünscht.

Consent, also Zustimmung, ist ein wichtiger Begriff in der BDSM-Szene. Trotzdem: Warum sieht man immer nur Frauen in Fesseln?

Es gibt sehr wenige weibliche Performerinnen, die den aktiven Part übernehmen – und zugleich sehr wenige Männer, die gut aussehen, wenn sie auf der Bühne gefesselt werden. Bis auf wenige Ausnahmen zumindest: Ich habe eine Zeit lang so einen zierlichen Katalanen gefesselt, die Leute haben es geliebt.

Ist Bondage in Zeiten von #metoo noch zeitgemäß?
Im Allgemeinen gelten Fesseln als Symbol für Unterdrückung. Ist Bondage in Zeiten von #metoo und Diskriminierung noch zeitgemäß?

Sadomasochisten sind die letzten Romantiker. Die Fesseln sind Ausdruck meiner Hände, eine Verlängerung, eine Berührung, ein Teil von mir. Für mich steht das Seil für Nähe und Halt, ein Ausdruck dafür, den geliebten Partner zu halten und zu wärmen. Die Leute sind ja meistens nackt, doch sie fangen erst an zu frieren, wenn man sie losmacht – wenn man sie loslässt. Meine Workshops heißen nicht umsonst „Von Seilen umarmt und gehalten“.

Das klingt jetzt ein bisschen nach Streichelzoo …

Meine Modelle sind keine Häschen, sondern immer starke Frauen, die sich selbst auch gerne als „Miststück“ bezeichnen – die spielen genauso gerne wie ich. Die kämpfen gerne, provozieren gerne, machen Unsinn, versuchen mich auszutricksen. Frauen, die im Alltag tough sein müssen und ihre Verantwortung beim Bondage komplett abgeben wollen, sind bei mir falsch. Mein Spiel findet auf Augenhöhe statt. Frauen finden das gut, weil sie wissen, dass der Grimme ihnen nichts nimmt von ihrer Dominanz. Ich muss niemanden kleinmachen, das habe ich nicht nötig. Nicole ist absolut gleichberechtigt. Und alles andere als hilflos.

Schlagen und fesseln – muss das immer sein oder geht es auch mal ohne?

Es ist ja nicht so, dass wir laufend am Vögeln sind. Klar haben wir auch mal ganz normalen, ein bisschen rauen Sex – ohne Fesseln und Haue. Und manchmal wollen wir auch einfach nur Rumkuscheln und Massieren. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.

Beim japanischen Bondage wird die Partnerin nicht nur gefesselt, sondern auch unter die Decke gehängt. Wie lange wollen Sie das noch durchziehen?

Ich möchte mit Nicole auf jeden Fall 25-jähriges Bühnenjubiläum feiern, das sind noch acht Jahre. Ich achte auf mich, auf genügend Bewegung. Kraft und Ausdauer ist für die Übungen unbedingt notwendig.

Sie erzählen auf der Bühne die Geschichte Ihrer Beziehung. Darin geht es oft darum, sich gegenseitig zu reizen. Sind Sie nicht auch mal müde oder schlecht gelaunt?

Doch, dann läuft das Ganze ruhiger ab. Wir beginnen in der Regel mit einer Standardfigur: Seile um die Taille, Seil ums Fußgelenk, Fuß hoch – schon hängt sie kopfüber. Wie wir dann weitermachen, hängt von der Stimmung ab. Wir haben von Romantik über brutale Sauereien bis Schmerzen alles im Programm. Wenn Nicole auf Krawall gebürstet ist, kann es auch mal derbe werden. Dann stützt sie sich mit dem Bein ab und kreiselt so, dass sie mich jagen kann. Oder sie klaut mir das Seil und hängt sich selbst hin. Sie kann eine Soloperformance machen. Das Ziel ist immer klar: „Denk daran, ich will Spaß haben!“

Es sieht beinahe fürsorglich aus, wenn Sie Nicole verschnüren. Zeigen Sie durch Fesseln Ihre Zuneigung?

Ja, dann bin ich ganz bei der Person. Und wenn ich grob werde, dann weil ich Intensität spüren will. Gutes Fesseln ist für mich Zen: mit Achtsamkeit, ohne irgendwohin zu wollen, die Dinge passieren lassen.

Was verstehen Sie unter Liebe?

Etwas wie unsere Dreierkonstellation. Sie funktioniert deshalb so gut, weil sich jeder darüber freut, wenn es dem anderen gutgeht. Egal, ob das ein gemütlicher Abend zu Hause ist oder weil ich mit Nicole schlafe oder Andrea einen Freund getroffen hat. Diese gegenseitige Freude, das hat für mich mit Liebe zu tun. Und Vertrauen. Ich kann mich darauf verlassen: Wenn etwas ist, habe ich meine beiden Frauen, die mich unterstützen. Und ich sie.

 

Quelle und Original-Artikel: http://www.sueddeutsche.de/leben/reden-wir-ueber-liebe-sadomasochisten-sind-die-letzten-romantiker-1.3849738

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