Skip to content

Dom und solche die es versuchen


Ich werde häufig gefragt wie man Dom wird.
Die Frage an sich ist nichtig, denn Dominant wird man nicht, man ist es.
Es hört sich hart an aber so ist es.
Zugegeben, es ist noch kein Dom vom Himmel gefallen und jeder muss seine Lehrjahre absolvieren. Die richtige Frage ist eher „wie werde ich ein guter Dom?“
Ich will ja nicht der Professor aushängen, ich kann aber auf meine Erfahrungen zurückgreifen.  Das Beitragstitel ist provokativ und ich will zuerst auf die „die es versuchen“ eingehen.

Hedonistische Dominante: solche die aus pure Eigennutz dominieren.
Das sind solche die sich nicht vor ein One-Night-Stand scheuen, die für den Moment leben.
Das sind keine richtige Doms, sie tun nur so um für eine Nacht eine Sex-Sklavin zu haben.
Die interessieren sich nicht für die Gefühle andere, sie suchen einfach die eigene Befriedigung.

Egomane Dominante: die Welt hat nur auf sie gewartet…
Sie sehen sich selber als überlegene Schöpfung und erwarten das alle andere hinknien.
Die Ansprachen „Sir“, „Meister“ oder „Lord“ sind schon bei der erste Begegnung ein muss, alles andere wäre respektlos. Nicht sie müssen dirigieren, alle andere haben sich zu fügen.

Kompensation Dominante: so können sie jemand sein.
Im alltäglichen Leben müssen sie spuren aber dann schlüpfen sie in eine Rolle wo sie das Sagen haben. Es geht nur um Machtgefühle und Erniedrigung und die spielen es voll aus.
Wiederreden werden nicht akzeptiert und die Strafen sind drakonisch.

Gewalt Dominante: nur so können sie sich behaupten.
Gedanken spielen eine untergeordnete Rolle, Muskeln und Schläge machen es schon…
Sie sind bei der Evolution irgendwo zwischen Gorilla und Orang-Utan stehen geblieben.

Alle vier Sorten verstehen Dominanz als eine Einbahnstrasse. Sie vertreten eine vollkommen egoistische Weltansicht wo kein Platz ist für Empathie.

Was ist „richtige“ Dominanz?
Gehen wir ein schritt zurück, ich spreche von eine Beziehung, eine Interaktion und die darf niemals einseitig sein. Es ist ein geben und ein nehmen, ein Austausch der vor allem auf eine Emotionale- und Empfindungsebene stattfindet. Das auffangen nach ein Spiel ist genau so wichtig wie das fordern währenddessen.
Wie bei jeder Beziehung es bedarf Vertrauen und eine emotionale Bindung damit es richtig funktionieren kann. Das kann man nicht in einer Nacht aufbauen…
Ein gute Dom interessiert sich für seine Gespielin, er sorgt sich um ihr Wohlbefinden, sie ist schliesslich sein grösste Geschenk. Ein Geschenk weil man Unterwerfung nicht erzwingen kann, man bekommt sie.
Dominanz kann nicht reduziert werden auf Befehle erteilen, es ist viel subtiler und intellektueller. Ein gute Dom ist ein gute Zuhörer und ein Beobachter.
Er wird sich zeit nehmen um zu erfahren wie sie „tickt“, was sie mag und was nicht.
Dominanz heisst nicht ein Gedanke durchzuziehen, es ist die Kunst ein fremde Gedankenfluss zu lenken und zu steuern. Nicht Gedanken manipulieren sondern führen.
Ein gute Dom wird nicht seine Sub über die Grenzen schubsen, er wird sie dahin begleiten und gemeinsam überschreiten.

6 Comments »

  1. Der Artikel gefällt mir ja recht gut, aber… zum einen mag ich persönlich das Wort DOM nicht (ich spreche generell lieber vom dominanten Mann), aber das ist Geschmacksache. Was mich persönlich aber ehrlich gesagt immer etwas stört oder sagen wir besser irritiert, ist die Tatsache, dass man diese ganze „Beziehung“ des Machtgefälles irgendwie immer nur über Sex oder „Spiele“ definiert. Für mich ist der dominante Mann ganz klar DER, welcher immer und zu jeder Zeit diese NATÜRLICHE dominante Ausstrahlung besitzt und die Führung hat. DIESEM Mann erweise ich GERN Respekt! ER braucht keine Peitsche rausholen, er sieht mich einfach an, er fasst mich einfach an und hat ganz automatisch die Kontrolle! Das Gefühl ist schwer zu beschreiben, aber Frau hat dann doch einfach den Wunsch sich quasi freudig vor die Füsse zu werfen und sich leiten zu lassen. Leider findet man solche Männer nur sehr selten… leider, leider. Wie du ganz richtig beschrieben hast, er ist ein guter Zuhörer und Beobachter, er versteht es Gedanken zu manipulieren… aber für mich eben in jedem Bereich und das hat nichts mit Unterdrückung zu tun.
    Ein Mann der seine Dominanz erst im Spielzimmer oder an der Bettkante entdeckt und sonst eher der Pantoffelheld ist… sorry, ist für mich eine Witzfigur, habe ich auch keinen Respekt vor.
    Entschuldige, ist einfach MEINE Meinung. 😉

    Gefällt 4 Personen

    • Das ist auch richtig so, darum habe ich Beziehung gesagt. Ich hab lediglich ein paar Beispiele erwähnt. Dominanz ist für mich so natürlich das ich mühe habe es zu erklären, weil es für mich so selbstverständlich ist. Das ist nicht etwas das ich abrufen muss, das bin ich.

      Danke für die Ergänzung 🙂

      Gefällt 2 Personen

      • Genau so! Es ist auch schwierig es in Worten zu erklären, weil man es einfach fühlen muss. Das ist so wie in diese Augen schauen und niedersinken wollen vor Genuss *grins*
        Danke für den schönen Beitrag. 🙂

        Gefällt 1 Person

  2. Schöner Beitrag. Ich hätte da auch noch eine Ergänzung. Die Sub macht ein Geschenk, ja. Der Dom aber auch. Beide zeigen sich mit etwas, was außerhalb vom gewöhnlichen liegt. Man wird verletzbar, wenn man sich mit Träumen und Wünschen offenbart, wenn man sich zeigt wie man ist. Die Offenheit in genau diesem Punkt ist das was vieles ausmacht. Dann braucht man sich nicht hinter einem unterwürfigen „Ja, was immer du willst“ verstecken und eben nur einwilligen, weil man Angst hat den anderen zu verlieren. Und auch nicht irgendwas nach eigenem Gutdünken, spontan durchzuziehen, weil man eben die Macht hat, aber insgeheim nur Angst sich rechtfertigen zu müssen. Diese Verletzlichkeit, Offenheit und das immer wieder drüber reden, ob es sich noch gut anfühlt, oder man Dinge doch auch Angst und Vermeidung tut. Das macht für mich einen sehr großen Platz darin aus, ob es wirklich gut ist. Ob man gut ist. Die Beziehung gut. Ob BEIDE funkeln wie die schönsten Edelsteine.

    Gefällt 3 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: