abbruch

Kein Abbruch

Wie weit ist zu weit?
Das ist die Frage die sich Doms ab und zu stellen, überhaupt die sich stellen sollten.

Es läuft gerade wunderbar, sie ist gefesselt vor dir und auf ihre Haut sind die Zeichen deiner Lust sichtbar. Die Geilheit brennt in dir und deine Hand juckt es weiter zu peinigen.
Die Geräusche die sie von sich gibt sind Streicheleinheiten für deine sadistische Seele.
Machst du weiter?
„Ja klar, sie wird schon stop sagen wenn es zu viel ist.“
Und was wenn sie es nicht sagt? Wenn sie im Rausch gar nicht mehr dazu kommt?
Willst du sie über die Klippe springen lassen ohne zu wissen wo sie landet?

Es ist nicht einfach auf all diese Fragen eine Antwort zu geben.
Die Situation, die Gemüter sind entscheidend.
Was heute gerade richtig ist, kann morgen zu viel und übermorgen nur ein flaues Wind sein.
Paare die lange genug zusammen sind haben es einfach. Die haben mit der Zeit eine nichtverbale Kommunikation entwickelt, man weiss instinktiv was der andere gerade denkt.
Was aber wenn man sich noch nicht so gut kennt?

„Es gibt ja das Safeword! Die Lösung alle Probleme.“
Nicht ganz…
Ich betrachte Safewords als überbewertet und zum Teil als Humbug.
Je nach Situation, kann derjenige der gepeinigt ist, gar kein Wort mehr über die Kehle bringen weil er schon im Rausch ist, im Subspace.
Manche würden es schreien aber „um zu gefallen“ schweigen mutwillig, bis es schon zu weit ist.
Vor allem wenn man sich noch nicht so gut kennt ist empfehlenswert nachzufragen.
Manche mögen es „Voll-Verbal“, andere benützen eine Skala von 1 bis 10 oder „die Ampel“ mit grün, gelb und rot.
Ständig nachzufragen kann aber auch nervig sein und sogar die Spannung zerstören.
Ein Weg um zu erfahren wie es ihr geht, ohne ein Spannungsabbruch zu verursachen, ist denkbar einfach: sag einfach was du noch vor hast und sehe wie sie reagiert.
Somit weisst du wie ihr Gemüt ist und nebenbei kurbelst ihr Kopfkino an.

In diesem Sinne, viel spass zu zweit 🙂

 

13 thoughts on “Kein Abbruch

  1. Ich hab (heute nicht mehr – „nichtverbale Kommunikation“) immer den Korridor vorgegeben, in dem er sich bewegen darf. Wenn er oder ich was ausprobieren wollte, dann wurde darüber vor der Session gesprochen und der Korridor so nach und nach erweitert.

  2. Ein schwieriges Thema gekonnt in Worten eingefangen. „Willst du sie über die Klippe springen lassen, wenn du nicht weisst wo sie landet?“ genial formuliert und inhaltlich sehr wichtig, finde ich.

    Etwas Ergänzendes: Üblicherweise bedeutet die Benutzung des Safewords den sofortigen Abbruch des Spiels. Es ist also nicht einfach ein „warm …kalt…“ Stimmungsbarometer der Sub, an dem sich der Dom entlang hangeln muss. Sondern es bedeutet „Stop, hier komme ich nicht mehr mit / etwas kommt schief / ich habe ein Problem“. Schon allein deshalb sollte es Ehrensache für den Dom sein, es nicht bewusst bis dahin zu treiben.

      1. Und wenn es doch geschieht? Es dem Dom aber im Grunde genommen sch… egal ist?
        Safeword hin, Safeword her!!

        Was dann? Wer hilft dieser/diesem Sub, wenn er/sie kurz vorm Zusammenbruch steht?

      2. Das ist schlimm und sollte nie geschehen.
        Es gibt aber Dom und Dom, leider.
        Es ist Dom Aufgabe für das Wohl der Sub zu sorgen. Scheiss egal ist definitiv keine Option!
        Das man zu weit geht kann passieren, keine ist davon gefeilt, wie man damit umgeht ist aber entscheidend.
        Ein Dom dem das scheiss egal ist, hat kein Bezug zu SSC (Safe, Sane, Consensual) oder hat sonst ein „Knack“ und gehört abgeschafft!

      3. Deswegen bin ich der Meinung, dass man nur mit Menschen spielen sollte, denen man Vertraut und die auch Vertrauenswürdig sind.
        PS: Ein Dom, der absichtlich auf das Safeword nicht hört, kann sich ganz schnell vor Gericht sehe, denn in dem Moment ist das „Einvernehmlich“ beendet, wenn er weiter macht….

      4. Danke für die Antworten.

        Schade bekam ich solche Antworten nicht, bevor’s geschehen ist.

        Ich kannte den Typen schon ne Weile bevor ich mich als Praxisneuling auf das Abenteuer BDSM einliess. Wir haben davor alles abgesprochen, sogar schriftlich abgesichert, etc. Hat ihn n Dreck geschehrt, als zur Sache ging.
        Wer bin ich heute? Rund 10 Jahre später?
        Subs geh ich ausm Weg. Angst, erkannt zu werden. Verhöhnt oder schlimmeres, wie bemitleidet zu werden. Doms… Schotten dicht. Emotionen ausschalten, augen zu und durch.

      5. @Scarlett
        Verhöhnt wirst du garantiert nicht von denen, die wirkliche Subs sind, denn das ist so rein gar nichts zu verhöhnen – es kann immer passieren, dass man an den Falschen gerät und gerade wenn man „Praxisneuling“ ist. Das ist einfach nur schade (denn BDSM auszuleben kann so schön sein mit dem oder der Richtigen) und echt großer Mist was dir passiert ist.

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